Südwestsomalia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Flagge des von der RRA 2002 zeitweise für unabhängig erklärten Südwestsomalia
Lage Südwestsomalias

Als Südwestsomalia wird das Gebiet zwischen den Flüssen Jubba und Shabelle im Südwesten Somalias bezeichnet. (Der südwestlichste Teil des Landes zwischen dem Jubba und der kenianischen Grenze wird meist getrennt davon als Jubaland betrachtet, vgl. auch Oltre Giuba.)

Zentrum dieses Gebietes ist die Stadt Baidoa, weitere Orte sind Buurhakaba, Dinsor und Oddur. Bedeutendster Clan sind die Rahanweyn (Digil-Mirifle), die hier traditionell als Agropastoralisten leben. Administrativ liegt Südwestsomalia größtenteils in den Regionen Bay und Bakool, im Norden grenzt es an die Somali-Region Äthiopiens.

Südwestsomalia im somalischen Bürgerkrieg[Bearbeiten]

Im somalischen Bürgerkrieg seit 1991 war Südwestsomalia zwischen verschiedenen Kriegsparteien heftig umkämpft. Kampfhandlungen und umfangreiche Plünderungen führten 1991–1993 zur Hungersnot in Somalia, von der die Rahanweyn in Südwestsomalia besonders stark betroffen waren.

1995 nahm der Kriegsherr Hussein Aidid Baidoa ein und entmachtete die dortige Rahanweyn-Lokalverwaltung Digil-Mirifle Supreme Governing Council. Als Reaktion wurde die Rahanweyn Resistance Army (RRA) gegründet, die eine Gegenoffensive startete und bis 1999 Aidid aus der Region verdrängte.

Nach der Gründung der Übergangsregierung Somalias im Jahr 2000 schlossen Hussein Aidid, die RRA und andere mit Unterstützung Äthiopiens 2001 das Bündnis SRRC als „Gegenregierung“ in Baidoa. 2002 rief die RRA – wohl beeinflusst von den Vorbildern Somaliland und Puntland in Nordsomalia – die Unabhängigkeit Südwestsomalias aus. Diese konnte jedoch wegen der Präsenz zahlreicher verschiedener Clans und Kriegsparteien in dem Gebiet nicht vollständig verwirklicht werden. Nach dem Friedensschluss der SRRC und der Übergangsregierung wurde Baidoa 2005 zum provisorischen Sitz der Übergangsregierung, die so erstmals nach Somalia einziehen konnte.

2006 kam es erneut zu Kämpfen, als die Union islamischer Gerichte gegen die Übergangsregierung vordrang und anschließend von äthiopischen Truppen wieder zurückgedrängt wurde. 2008 wird die Übergangsregierung wiederum von Islamisten (vgl. al-Shabaab) und weiteren Regierungsgegnern bedrängt und kontrolliert nur mehr ein kleines Gebiet um Baidoa.