Südwestsomalia

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Flagge des von der RRA 2002 zeitweise für unabhängig erklärten Südwestsomalia
Lage Südwestsomalias

Als Südwestsomalia wird das Gebiet zwischen den Flüssen Jubba und Shabelle im Südwesten Somalias bezeichnet. Es ist seit 2014 als ein eigener Bundesstaat innerhalb Somalias. Im Westen grenzt der Bundesstaat an Jubaland, den Landesteil zwischen dem Jubba und der kenianischen Grenze.

Zentrum dieses Gebietes ist die Stadt Baidoa, weitere Orte sind Buurhakaba, Dinsor und Oddur. Bedeutendster Clan sind die Rahanweyn (Digil-Mirifle), die hier traditionell als Agropastoralisten leben. Administrativ liegt Südwestsomalia größtenteils in den Regionen Bay und Bakool, im Norden grenzt es an die Somali-Region Äthiopiens.

Geschichte[Bearbeiten]

Südwestsomalia im somalischen Bürgerkrieg[Bearbeiten]

Im somalischen Bürgerkrieg seit 1991 war Südwestsomalia zwischen verschiedenen Kriegsparteien heftig umkämpft. Kampfhandlungen und umfangreiche Plünderungen führten 1991–1993 zur Hungersnot in Somalia, von der die Rahanweyn in Südwestsomalia besonders stark betroffen waren.

1995 nahm der Kriegsherr Hussein Aidid Baidoa ein und entmachtete die dortige Rahanweyn-Lokalverwaltung Digil-Mirifle Supreme Governing Council. Als Reaktion wurde die Rahanweyn Resistance Army (RRA) gegründet, die eine Gegenoffensive startete und bis 1999 Aidid aus der Region verdrängte.

Nach der Gründung der Übergangsregierung Somalias im Jahr 2000 schlossen Hussein Aidid, die RRA und andere mit Unterstützung Äthiopiens 2001 das Bündnis SRRC als „Gegenregierung“ in Baidoa. 2002 rief die RRA – wohl beeinflusst von den Vorbildern Somaliland und Puntland in Nordsomalia – die Unabhängigkeit Südwestsomalias aus. Diese konnte jedoch wegen der Präsenz zahlreicher verschiedener Clans und Kriegsparteien in dem Gebiet nicht vollständig verwirklicht werden. Nach dem Friedensschluss der SRRC und der Übergangsregierung wurde Baidoa 2005 zum provisorischen Sitz der Übergangsregierung, die so erstmals nach Somalia einziehen konnte.

2006 kam es erneut zu Kämpfen, als die Union islamischer Gerichte gegen die Übergangsregierung vordrang und anschließend von äthiopischen Truppen wieder zurückgedrängt wurde. 2008 wird die Übergangsregierung wiederum von Islamisten (vgl. al-Shabaab) und weiteren Regierungsgegnern bedrängt und kontrolliert nur mehr ein kleines Gebiet um Baidoa.

Bundesstaat[Bearbeiten]

Nach der Föderalisierung Somalias und Annahme einer Verfassung 2012 wurde es möglich, Bundesstaaten durch den gemeinsamen Zusammenschluss von mindestens zwei Verwaltungsregionen zu bilden. Basierend darauf gab es in Südwestsomalia zwei politische Initiativen: Die eine sah eine lokale Vereinigung vor, während die andere einen Zusammenschluss mit Jubaland anstrebte. Im März 2014 wählten die Unterstützer der "6-Regionen-Initative" einen Regionalpräsidenten, woraufhin der somalische Innenminister klarstellte, dass die Bundesregierung keine Unterminierung Jubalandes unterstützen werde. Auch der UN-Sondergesandte Nicholas Kay wies darauf hin, dass er eine Lösung der drei Verwaltungsregionen Südwestsomalias vorziehe. Ende März 2014 wählten die Gesandten von Bay, Bakool und Shabeellaha Hoose Mohamed Haji Abdinur zum Präsidenten des neuen Bundesstaates.