Puntland
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| أرض البنط Puntland State of Somalia |
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| Amtssprache | Somali und Arabisch | ||||
| Hauptstadt | Garoowe | ||||
| Staatsform | Autonomie innerhalb Somalias (de facto) | ||||
| Staatsoberhaupt und Regierungschef | Abdirahman Mohamed Farole | ||||
| Fläche | 212.510 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 2.400.000 (2006)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte | 11,3 [1] Einwohner pro km² | ||||
| Währung | Somalia-Schilling (SOS) | ||||
| Nationalhymne | Puntland Somali National Anthem | ||||
| Zeitzone | MSK (UTC +3) | ||||
| Kfz-Kennzeichen | SO | ||||
| Internet-TLD | .so | ||||
| Telefonvorwahl | +252 (Somalia) | ||||
Puntland ist eine Region im Nordosten von Somalia, die sich 1998 im Kontext des somalischen Bürgerkrieges zum autonomen Teilstaat innerhalb Somalias ausrief und seither eine eigene Regierung und Verwaltung hat. Es umfasst die Verwaltungsregionen Nord-Mudug, Nugaal und Bari mit dem „Horn von Afrika“ und erhebt ferner Anspruch auf Teile von Sool, Sanaag und Togdheer. Hauptstadt Puntlands ist Garoowe, größte Stadt und Handelszentrum ist die Hafenstadt Boosaaso.
Der Landesname ist von dem sagenhaften Land von Punt abgeleitet, das in altägyptischen Quellen beschrieben wird und sich möglicherweise am Horn von Afrika befand. Puntland benutzt bis dato die gleiche Flagge und das gleiche Wappen wie Somalia. 2004 schloss es sich der Übergangsregierung Somalias an, und der ehemalige puntländische Präsident Abdullahi Yusuf Ahmed war von 2004 bis Ende 2008 Präsident Somalias.
Wichtigster Clan der Region ist die Harti-Untergruppe der Darod, vor allem deren Subclan der Majerteen.
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[Bearbeiten] Geschichte
Die Autonomie Puntlands geht hauptsächlich auf die Rebellenorganisation Somali Salvation Democratic Front SSDF des Majerteen-Clans zurück. Diese hatte seit 1982 in Nordost-Somalia gegen die autoritäre somalische Regierung unter Siad Barre gekämpft und seit 1988 die Kontrolle über die Region übernommen.
1998 organisierte die SSDF eine Versammlung von Clan-Vertretern in Garoowe, auf der man sich auf die Schaffung einer autonomen Regionalverwaltung einigte. Vorbild dafür war nicht zuletzt Somalilands, das seit 1991 de facto von Somalia unabhängig ist und ein relativ stabiles demokratisches System aufgebaut hat. Im Unterschied zu Somaliland erklärte Puntland jedoch keine Unabhängigkeit von Somalia, da der SSDF-Führer und Präsident Puntlands Abdullahi Yusuf Ahmed weiterhin eine gesamtsomalische Regierung anstrebte.
Als es in Puntland wegen geforderter Neuwahlen 2001 zur Konfrontation zwischen Präsident Yusuf und dem Parlament des selbsterklärten Staates kam, ersetzte letzteres Yusuf am 14. November 2001 durch dessen schärfsten innenpolitischen Gegner, Jama Ali Jama aus Boosaaso (in Nord-Puntland). Hinter diesem Machtkampf stand die 2000 gebildete Übergangsregierung Somalias, die einen Zweifrontenkrieg gegen ein Bündnis der Puntland-Separatisten mit oppositionellen Warlords'' in Südwestsomalia verhindern wollte. Nur eine Woche später kehrte Yusuf, der sich zunächst nach Gaalkacyo in Süd-Puntland zurückgezogen hatte, an der Spitze loyaler Truppen in die Hauptstadt Garoowe zurück und erklärte sich zum Gegen-Präsidenten.
Möglich wurde dies durch direkte Waffenhilfe einiger Tausend Äthiopier, die von Addis Abeba zur Verstärkung im Kampf gegen die somalische Übergangsregierung geschickt worden waren. Äthiopien hatte bereits verschiedentlich in den somalischen Bürgerkrieg eingegriffen und u. a. 1998 die Abspaltung Puntlands unterstützt, da es ein starkes und geeintes Somalia wegen dessen Gebietsansprüchen fürchtet (siehe Groß-Somalia). 2003 stimmte Jamas Stellvertreter und Nachfolger einem Waffenstillstand, Yusuf im Gegenzug dazu einer Machtteilung zu. Da sich Jama aber vorübergehend in die eigentlich außerhalb Puntlands liegende Grenzregion Sanaag zurückgezogen hatte, kam es Anfang 2004 auch zur bewaffneten Konfrontation mit Somaliland entlang der Grenze zwischen beiden abtrünnigen Republiken. Auch der Grenzverlauf zwischen Mogadischu und Garoowe ist nicht genau definiert.
Auf einer gesamtsomalischen Friedenskonferenz in Kenia (ohne Teilnahme Somalilands) söhnte sich Ende 2004 die Übergangsregierung mit den meisten Kriegsherren aus; Puntland schloss sich der Übergangsregierung an, und Abdullahi Yusuf Ahmed wurde neuer Übergangspräsident Somalias. Die Region strebt weiterhin nach Autonomie und sieht sich als autonomer Teilstaat Somalias (Puntland State of Somalia).
Im August 2006 wurde Puntland zeitweise von der Union islamischer Gerichte von Süden her bedrängt. Diese hatte am 16. August die Hafenstädte Hobyo, Harardheere und Eldhere eingenommen. Im selben Jahr erklärte sich Galmudug sowohl von Somalia als auch von Puntland einseitig für unabhängig.
Ende 2008 sorgte die Piraterie vor der Küste Somalias, die vor allem von Puntland ausgeht, für Schlagzeilen.
Bei den Präsidentschaftswahlen Anfang 2009 wählte das Parlament zuletzt den Oppositionsführer Abdirahman Mohamed Farole zum neuen Präsidenten.
[Bearbeiten] Politik
Puntland stützt sich vor allem auf den Clan der Harti-Darod mit den Unterclans der Majerteen, Warsangeli und Dhulbahante. Es kontrolliert heute die Verwaltungsregionen Bari, Nugaal und Nord- Mudug, in denen die Majerteen dominieren; ferner erhebt es Anspruch auf die im Westen angrenzenden Teile der Regionen Sool, Sanaag und Togdheer, in denen Warsangeli und Dhulbahante leben und die auch von Somaliland beansprucht werden. Seit 2003 kam es mehrfach zu bewaffneten Konfrontationen zwischen Puntland und Somaliland um die umstrittenen Grenzregionen. Ende 2007 nahm Somaliland die Stadt Las Anod ein, des Weiteren riefen Warsangeli in Sanaag ihren eigenen Maakhir-Staat aus.
Innerhalb Puntlands bestehen Differenzen zwischen den drei Unterclans der Majerteen (Osman Mahamud, Omar Mahamud und Isse Mahamud) sowie zwischen der wirtschaftlich prosperierenden, stark wachsenden Hafenstadt Boosaaso und den weniger weit entwickelten Gebieten.
Puntland verfügt über ein Regionalparlament mit 66 Abgeordneten, dessen Hauptfunktion darin besteht, alle vier Jahre den Präsidenten zu wählen[2].
[Bearbeiten] Wirtschaft
Wichtigste wirtschaftliche Grundlage der Bevölkerung ist die (nomadische) Haltung von Kamelen, Ziegen und Schafen. Des Weiteren werden Weihrauch und Gummiarabikum produziert. Dürren, die im Klima der Region alle paar Jahre auftreten, stellen ein Problem dar. Die Hafenstadt Boosaaso an der Nordküste Puntlands hat sich zum bedeutenden Ausfuhrhafen für Güter aus den weiter südlich gelegenen somalischen Gebieten entwickelt.
Vor der Küste liegen bedeutende Fischvorkommen, die in Abwesenheit einer effektiven Küstenwache allerdings vermehrt von auswärtigen Fangflotten illegal ausgebeutet werden. Etwa 700 Schiffe, so schätzt die Welternährungsorganisation (FAO), fischen jedes Jahr ohne Lizenz vor Somalia. Nach Schätzungen von Clive Schofield, Autor einer Studie über die Plünderung der somalischen Fischbestände, haben die fremden Fangflotten erheblich mehr Protein aus Somalias Gewässern entnommen, als die Welt dem Land in Form von humanitärer Hilfe zur Verfügung gestellt hat[3].
Ein bedeutender Teil der Piraterie in somalischen Gewässern geht von Orten wie Eyl und Harardhere an der Ostküste Puntlands aus. Als wesentliche Ursache gilt die illegale Fischerei, die die Lebensgrundlage der einheimischen Fischer schädigt und manche von ihnen in die Piraterie getrieben hat. Heute ist die Piraterie ein lukratives Geschäft, an dem sich auch Geschäftsleute und ehemalige Bürgerkriegskämpfer aus Puntland und ganz Somalia beteiligen.
In Puntland und Umgebung werden Erdölvorkommen vermutet. Die Regionalregierung hat ohne Zustimmung der somalischen Übergangsregierung Lizenzen zur Erdölexploration an die Unternehmen Range Resources aus Australien und African Oil Corp. aus Kanada vergeben. Africa Oil begann Ende Mai 2008 die Exploration in Puntland.[4]
Private Geschäftsleute betreiben, wie in anderen Teilen Somalias, Geldfälschung in großem Umfang; auch hochrangigen Regierungsmitgliedern in Puntland ist vorgeworfen worden, an diesen Aktivitäten beteiligt zu sein. Folgen sind ein starker Wertverfall des Somalia-Schillings und steigende Preise, was durch globale Faktoren noch verschärft wird. Die Preise in Puntland sollen sich fast vervierfacht haben; so kostete ein Sack Reis Ende 2006 etwa 13 US-Dollar, Anfang 2008 sind es über 50 USD. Händler verweigerten bisweilen wegen des hohen Falschgeldanteils die Annahme von Somalia-Schilling-Noten, wonach es zu Unruhen kam. Ende 2007 lag der Wechselkurs in Puntland bei 21.000 Somali-Schilling für einen USD, aktuell (05/07) liegt er über 38.000 Somali-Schilling.
[Bearbeiten] Weblinks
- Webseite der Regierung von Puntland (englisch)
- Gérard Prunier über regionale Autonomie in Somalia und die Entstehung Puntlands
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b Webseite der Regierung von Puntland zur Bevölkerung
- ↑ Garowe Online: A historic journey from opposition to the Puntland presidency
- ↑ Andrea Böhm und Heinrich Wefing: Wer ist hier der Pirat? Die Zeit, 27.11.2008 Nr. 49
- ↑ Garowe Online: Official: Canadian company to begin oil exploration in northeastern Somalia


