Salvatorberg
Der Salvatorberg ist mit 229 Metern Höhe der mittlere der drei „Hausberge“ Aachens. Der höchste dieser Zeugenberge ist der Lousberg, der niedrigste der Wingertsberg (Aachen). Über den Berg erstreckt sich ein gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach Plänen des Gartendirektors Heinrich Grube als Ergänzung zu den Parkanlagen des Lousberges angelegter Park mit umfangreichem Baumbestand.
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[Bearbeiten] Geologie
Geologisch gesehen gehört der Salvatorberg zu den südlichsten Ausläufer der Aachen-Limburger Kreidetafel. Im Zuge der Oberkreide-Transgression wurden in der Region um Aachen zunächst tonige und sandige, später vorwiegend kalkige Sedimente abgelagert. Die morphologische Hochlage der Lousberg-Salvatorberg-Wingertsberg-Scholle steht in Zusammenhang mit tektonischen Bewegungen, die zur Herausbildung der Niederrheinischen Bucht geführt haben.
An der Basis des Salvatorberges wurden dunkelgraue bis schwarze, vorwiegend tonige bis sandige Sedimente der so genannten Hergenrath-Schichten abgelagert, die sich in einem sumpfigen Flussdelta ausgebildet haben. In die Hergenrath-Schichten sind stellenweise Konkretionen aus Markasit sowie vereinzelt verkieselte Hölzer und Holzkohle eingelagert. Im weiteren Verlauf der Oberkreide wurde das Gebiet fortschreitend vom Meer überflutet und 30–50 m mächtige Quarzsande der Aachen-Formation abgelagert,[1] die insbesondere am östlichen Unterhang, im Bereich der Krefelder Straße, in kleinen Sandgruben abgebaut wurden. Auf topographische Karten des 19.Jahrhunderts sind zu unterschiedlichen Zeiten mehrere Sandgruben verzeichnet, die dann bei der Bebauung der Krefelder Straße wieder verfüllt wurden. Die hufeisenförmige Anlage der Kardinalstraße folgt beispielsweise dem Verlauf einer ehemaligen Sandgrubengrenze. Ursprünglich waren auf dem Salvatorberg auch noch jüngere Oberkreide-Sedimente abgelagert, die jedoch im Laufe der Zeit durch Erosion abgetragen worden sind.
[Bearbeiten] Kirche und Kloster
Auf dem Gipfel des Salvatorbergs befindet sich die Kirche St. Salvator nebst zugehörigen Klostergebäuden. Das Kloster wurde 996 als Benediktinerkloster gegründet. Das Gotteshaus auf dem Salvatorberg ging aus einer Friedhofskapelle Ludwig des Frommen hervor. Um 1039 folgte dieser eine flachgedeckte dreischiffige Pfeilerbasilika nach. Im Jahr 1147 wurde das Kloster von den Zisterzienserinnen übernommen. Diese zogen 1220 in die Abtei Burtscheid um. Das Klostergebäude auf dem Salvatorberg war in der Folgezeit dem Verfall preisgegeben. Stadtbaumeister Joseph Laurent erhielt 1883 den Auftrag die mittelalterliche Kirche zu rekonstruieren. Aufgrund der mangelhaften Bausubstanz entstand von 1883 bis 1886 ein Neubau einer dreischiffigen Basilika im neoromanischen Stil. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und zusammen mit einem Neubau eines Kloster der Oblaten der makellosen Jungfrau Maria neu errichtet. Im November 2010 wurden Pläne von einem Verkauf des Klosters bekannt.[2]
[Bearbeiten] Literatur
- Christian Quix: Die Königliche Kapelle und das ehemalige adelige Nonnenkloster auf dem Salvators-Berge, nebst Notizen über die vormaligen Weinberge bei der Stadt Aachen; Urlich, 1829
- Gabrielle M. Knoll: DuMont Kunst-Reiseführer Aachen und das Dreiländereck. DuMont, Köln 1993, ISBN 3-7701-1829-4, S. 209 f.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Roland Walter: Aachen und nördliche Umgebung. In: Sammlung Geologischer Führer Band 101. Gebr. Borntraeger, ISBN 987-3-443-15087-7.
- ↑ Alfred Stoffels: Salvatorberg: Das Kloster wird verkauft Aachener Nachrichten vom 9. November 2010
50.7841666666676.0855555555556Koordinaten: 50° 47′ N, 6° 5′ O