Samurai (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Samurai
Originaltitel Miyamoto Musashi
Produktionsland Japan
Originalsprache Japanisch
Erscheinungsjahr 1954
Länge 92 Minuten
Stab
Regie Hiroshi Inagaki
Drehbuch Hiroshi Inagaki,
Tokuhei Wakao,
Hideji Hōjō
Produktion Kazuo Takimura
Musik Ikuma Dan
Kamera Jun Yasumoto
Schnitt Hideshi Ohi
Besetzung

Samurai (jap. 宮本武蔵, Miyamoto Musashi) ist ein japanischer Historienfilm, von Hiroshi Inagaki 1954 nach dem Roman Musashi von Eiji Yoshikawa inszeniert. Er ist der erste Teil von Inagakis Samurai-Trilogie. Die Uraufführung in Deutschland fand am 11. Juni 1965 statt.

Handlung[Bearbeiten]

Takezo und Matahachi kämpfen in der Schlacht von Sekigahara. Beide stehen auf der Seite der Verlierer. Statt des Sieges und des Ruhmes, den Takezo erwartet hat, ist er nun ein Flüchtling. Die beiden Freunde suchen Zuflucht bei einer Witwe und ihrer Tochter. Beide Frauen wollen Takezo verführen, doch der verweigert sich ihnen. Die Witwe erzählt Matahachi, dass Takezo sie angegriffen habe. Er solle nun sie und ihre Tochter nach Kyoto begleiten. Matahachi willigt ein, zumal er seine Verlobte Otsu wiedersehen will.

Takezo kehrt in sein Dorf zurück und sagt Matahachis Familie, dass dieser lebe. Die Mutter glaubt ihm nicht, und Takezo soll wegen Landesverrats verhaftet werden. Er wird im ganzen Dorf gesucht, Takezos Verwandte als Köder genutzt, doch Takezo wird nicht gefasst. Erst der buddhistische Mönch Takuan Sōhō kann Takezo ergreifen. Takuan nimmt dem Landesherrn das Versprechen ab, Takezo durch bestimmte Methoden zu besänftigen. Mit Hilfe von Otsu kann Takezo jedoch entkommen. Der Mönch findet heraus, dass die beiden zum Himeji-jō - einer Burg im Gebirge - wollen, und kann dort Takezo wieder ergreifen. Drei Jahre wird er in einem Raum eingeschlossen.

Takezo bekommt nach seiner Haft den Samurai-Namen Miyamoto Musashi. Er macht sich auf den Weg, Erleuchtung zu erlangen und hinterlässt zwei Botschaften für Otsu: „Ich werde bald zurück sein“ und „Vergib mir.“

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein in ruhigen, pastellfarbenen Bildern erzählter Film, durch seine schlichte Art von anrührender Herzlichkeit.“

Lexikon des internationalen Films [1]

„Der Weg eines Samurai von zügelloser Wildheit zu Einkehr und Selbstfindung. Die einfache und herbe Legendenerzählung ist in Farbe, Schnitt und Darstellung zu einer Filmdichtung von zarter Schönheit gestaltet worden. Sehr empfehlenswert ab 16 Jahren.“

Evangelischer Filmbeobachter,[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Regisseur Inagaki wurde 1958 in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.
  • Toshirō Mifune, der in seiner Karriere über 180 Filme drehte, wurde in den 1950er Jahren ein internationaler Weltstar.
  • Regie-Assistent war Jun Fukuda, der später einige Godzilla-Filme inszenierte.
  • Für die Spezial-Effekte war Eiji Tsuburaya verantwortlich, der ebenfalls an Godzilla-Filmen mitwirkte, u. a. als Regisseur.

Historischer Hintergrund des Films[Bearbeiten]

  • Die Schlacht von Sekigahara fand am 21. Oktober 1600 in der Nähe des gleichnamigen Ortes in der Präfektur Gifu statt. Zwei Armeen mit jeweils über 80.000 Mann standen sich gegenüber – auf der einen Seite die Verbündeten von Toyotomi Hideyori, auf der anderen Seite die Armee Tokugawa Ieyasus. Die Armee Ieyasus gewann die Schlacht, bei der die Gegenseite knapp die Hälfte ihrer Kämpfer verlor.
  • Takuan Sōhō (1573–1645) war ein Zen-Meister. Er war Verfasser einiger Bücher über die Kampfkunst, Berater des Tennō und nach einer Legende auch der Lehrer von Miyamoto Musashi.
  • Miyamoto Musashi (1584–1645) gilt als der größte Samurai aller Zeiten. Seine nahezu unbesiegbare Kampftechnik machte Musashi zu einem Rōnin, einen herrenlosen Samurai. Er soll mehr als 60 Kämpfe bestritten und alle gewonnen haben. Nachdem er sein Schwert niedergelegt hatte, erbaute er Schulen und Tempel und widmete sich der Schriftstellerei.
  • Himeji-jō ist eines der ältesten erhaltenen Bauwerke aus dem Japan des 17. Jahrhunderts. Die Burganlage besteht aus 83 Gebäuden. In ihrer ursprünglichen Form wurde sie 1346 erbaut.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
  2. Kritik Nr. 216/1965, S. 401