San Silvestro in Capite

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San Silvestro in Capite[1]
Patrozinium: Hl. Silvester
Weihetag:
Orden: Pallottiner S.A.C.
Kardinalpriester: Desmond Connell
Nationalkirche: Großbritannien
Pfarrgemeinde: Sant’Andrea delle Fratte
Anschrift: Piazza di San Silvestro 17
00187 Roma
Fassade zum Innenhof

San Silvestro in Capite (lat.: Sancti Silvestri in Capite) ist eine Kirche in Rom und Titelkirche der römisch-katholischen Kirche. Sie wurde im 8. Jahrhundert auf antiken Gebäuderesten errichtet, ihr Vorhof enthält eine Vielzahl antiker und mittelalterlicher Spolien. Sie ist Nationalkirche der englischen Katholiken und wird von Pallottinern verwaltet.

Lage[Bearbeiten]

Die Kirche liegt im III. römischen Rione Colonna, an der gleichnamigen Piazza San Silvestro in Capite etwa 200 Meter nordöstlich der Piazza Colonna.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Die erste Kirche wurde im 8. Jahrhundert unter Papst Stephan III. auf den Ruinen eines römischen Tempels errichtet, dieser war dem Gott Sol geweiht. Es folgte ein romanischer Bau, aus dieser Zeit stammt der Campanile. Domenico de Rossi schließlich verlieh der Kirche ab 1690 seine heutige Gestalt.

Grundstruktur[Bearbeiten]

Der Bau ist einschiffig, das Langhaus öffnet sich in Seitenkapellen. Die zur Piazza gelegene Fassade ist nicht die Fassade der Kirche, sondern führt in einen Innenhof, das Portal und die eigentliche Fassade der Kirche selbst liegen hinter dem Hof. Die Kirche hat einen Campanile und eine Krypta

Äußeres[Bearbeiten]

Campanile vom Innenhof aus gesehen

Die Fassade, die eigentlich Bestandteil des zur Kirche führenden Torhauses ist, wurde von Domenico de Rossi nach 1700 ausgeführt. Jeweils links und rechts des Portals sind die Schauwände durch Eckpilaster mit ionischen Kapitellen gegliedert. Das marmorne Relief über dem Eingang ist dem "Abdruck" Jesu Christi auf dem Schweißtuch der Hl. Veronika nachempfunden. Das zur Kirche führende eigentliche Portal ist einfach gestaltet, drei Arkadenbögen öffnen sich über mit Pilastern verzierten Viereckpfeilern, darüber liegt ein einfaches Stockwerk - welches die Pilastergliederung des Portikus - fortführt mit Fenstern und einem schlichten Giebel. Der Campanile ist mehrstöckig mit für die Romanik typischen Doppelfenstern ausgeführt.

Innenhof[Bearbeiten]

Das Besondere des Innenhofs sind die zahlreichen vermauerten Spolien. Die historische Bandbreite reicht von der Antike bis in das 18. Jahrhundert und umfasst verschiedenste Themen und Darstellungen.

Inneres[Bearbeiten]

Das Innere der Kirche

Die Kirche ist einschiffig, zwischen den Arkadenbögen des Langhauses öffnen sich die Seitenkapellen. Die Kirche ist, dem Geschmack des Umbaus im Barock entsprechend, unter reicher Verwendung von Blattgold und Stuckdekor verziert. Die Pfeiler zu den Seitenkapellen hin sind mit Pilastern verziert, das Langhaus überwölbt ein Tonnengewölbe. Die Apsis wie der Chorraum sind mit Fresken geschmückt.

Innenausstattung[Bearbeiten]

Hochaltar[Bearbeiten]

Hochaltar

Der Hochaltar wurde von Carlo Rainaldi geschaffen.

Kapelle des Hl. Johannes[Bearbeiten]

Den Beinamen in Capite verdankt die Kirche einer wertvollen Reliquie: es soll sich um den Kopf Johannes des Täufers handeln, welcher hier aufbewahrt wird. Die Kapelle ist die erste auf der linken Seite.

Krypta[Bearbeiten]

In der Krypta der Kirche sind Reste der Vorgängerbauten aus den verschiedensten Jahrhunderten sichtbar.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die beiden Säulen unter der Orgelbühne stammen aus frühchristlicher Zeit.

Das dazugehörige Kloster der Pallottiner wurde 1877 zum Hauptgebäude der italienischen Post umgebaut.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diözese Rom

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann M. Wiesel: „Rom. Ein Kunst- und Reiseführer“, 4. Aufl., Kohlhammer, Stuttgart 1966.
  • Manfred Wundram (Hrsg.): „Reclams Kunstführer, Italien. Band V. Rom und Latium“, Reclam, Stuttgart 1981. ISBN 3-15-008679-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: San Silvestro in Capite (Rome) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

41.90291666666712.480694444444Koordinaten: 41° 54′ 11″ N, 12° 28′ 50″ O