Sandelholzöl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sandelholzöl (lat. Oleum santali, frz. Essence de santal, engl. Oil of sandal wood), das ätherische Öl des weißen Sandelholzes, ist eine blassgelbe, sehr dickflüssige, kratzend schmeckende Flüssigkeit von anhaltendem aromatischen Geruch. Das spezifische Gewicht beträgt 0,974 bis 0,985, die Linksdrehung im 100-mm-Rohr −16 bis 20°.

Das Öl besteht zu 90 % und mehr aus den isomeren Alkoholen, α- und β-Santalol, und im Übrigen aus einer ganzen Reihe von Verbindungen, von denen hier die Kohlenwasserstoffe Santen und Santalen, die Alkohole Santenonalkohol und Teresantalol, die Aldehyde Nortrizykloeksantalal und Santalal, die Ketone Santenon und Santalon sowie die Teresantalsäure und Santalsäure genannt seien. Es löst sich im fünffachen Volumen 70%igen Alkohols.

Der botanische Name des Sandelholzes lautet Santalum album, es gehört zur Pflanzenfamilie der Santalaceae - Sandelholzgewächse. Seine Inhaltsstoffe bestehen aus 90 Prozent Sesquiterpenolen und Sesquiterpenen. Das ätherische Öl wird per Wasserdampf-Destillation gewonnen.

Sandelholz ist der wohl am meisten „gefälschte“ Holzduft, so wird vieles als Sandelholz-Öl deklariert, was mit dem Sandelholz nichts zu tun hat. Letzten Endes gibt nur der botanische Name sicheren Aufschluss darüber, was sich im Fläschchen befindet. Ein bekanntes ätherisches Öl ist Amyris balsamifera, das oft als westindisches Sandelholz deklariert ist. (Für Amyris balsamifera gibt es keine deutsche Bezeichnung, es gehört jedoch botanisch zu den Rautengewächsen, also zur selben Pflanzenfamilie wie die Zitrusdüfte).

Echtes Sandelholz ist eine Kostbarkeit, da der Besitz, der Handel und die Lagerung von Sandelholz und dessen Produkten einer strengen gesetzlichen Regelung seitens der indischen Regierung unterliegt. Die jährliche Produktion an indischem Sandelholz liegt bei etwa 1000 Tonnen. Das klingt zwar nach sehr viel, aber man muss sich bewusst machen, dass die weltweite Menge der verkauften Räucherstäbchen, Parfums (fast 80 % aller weltweit verkauften Parfums enthalten Sandelholz), Holzprodukte und ätherischen Öle die indische Jahresproduktion bei weitem übersteigen. Denn gerade ein qualitativ hochwertiges Sandelholzöl lässt sich nur aus Bäumen gewinnen, die mindestens 30 Jahre alt sind. Auch die sogenannte Mysore-Qualität darf mitunter angezweifelt werden, da nur zwei staatliche Destillen in Mysore und Shimoga diese Qualität liefern. Und diese beiden Destillen stellen nicht soviel ätherisches Öl her, wie sich im Handel deklariert finden lässt. Konkret wurden aus Indonesien im Jahr 2006 zwei Tonnen und aus Indien zwischen sechs und zehn Tonnen Sandelholzöl exportiert und zu einem Preis von 1600 Dollar je Kilogramm verkauft.[1]

Parfümerie: balsamisch-süßer, samtig-warmer Holzduft. Gehört zu den aussagekräftigen, aber auch teuren Duftrohstoffen (Provenienz Mysore). Klassische Holznote für Parfüms des Typs „Chypre“, „Fougère“ und „Orient“. Als preiswerte Variante wird auch das sogenannte westindische Sandelholzöl beziehungsweise Amyrisöl eingesetzt (Provenienz Westkaribik). Dieser Duft ähnelt dem Zedernholz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kim Bleimann: What You'll Never Hear From Your Boss. Vortrag im Women in Flavour & Fragrances Commerce (WFFC), New Jersey, 25. Januar 2007. (PDF; 84 kB)