Sandelholzöl

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Sandelholzbaum

Sandelholzöl (lat. Oleum santali, französisch Essence de santal, englisch Oil of sandal wood) ist das ätherische Öl des weißen Holzes vom Sandelholzbaum (Santalum album).

Eigenschaften[Bearbeiten]

Das Öl ist eine blassgelbe, sehr dickflüssige, kratzend schmeckende Flüssigkeit von anhaltendem aromatischen Geruch. Das spezifische Gewicht beträgt 0,974 bis 0,985, die Linksdrehung im 100-mm-Rohr −16 bis 20°.

Das Öl besteht zu 90 % und mehr aus den isomeren Alkoholen, α- und β-Santalol, und im Übrigen aus einer ganzen Reihe von Verbindungen, von denen hier die Kohlenwasserstoffe Santen und Santalen, die Alkohole Santenonalkohol und Teresantalol, die Aldehyde Nortrizykloeksantalal und Santalal, die Ketone Santenon und Santalon sowie die Teresantalsäure und Santalsäure genannt seien. Es löst sich im fünffachen Volumen 70%igen Alkohols. Die Inhaltsstoffe des Holzes bestehen aus 90 Prozent Sesquiterpenolen und Sesquiterpenen.

In der Parfümerie wird der Geruch des Öls als balsamisch-süßer, samtig-warmer Holzduft beschrieben. Er gehört zu den aussagekräftigen, aber auch teuren Duftrohstoffen (Provenienz Mysore) und ist eine klassische Holznote für Parfüms des Typs „Chypre“, „Fougère“ und „Orient“.

Bedeutung[Bearbeiten]

Das ätherische Öl wird per Wasserdampfdestillation gewonnen.

Echtes Sandelholz ist eine Kostbarkeit, da der Bestand des Baums stark gefährdet ist. Der Preis des Öls betrug 2006 1600 US-Dollar pro Kilogramm.[1] In Indien sind der Besitz, der Handel und die Lagerung von Sandelholz und dessen Produkten gesetzlich geregelt. In Osttimor steht der Baum unter Schutz, nachdem während der indonesischen Besatzung fast der gesamte Bestand vernichtet wurde. Nur letzte Reste verblieben von jenem Baum, der in der Kolonialzeit das Hauptexportgut der Insel Timor war. Von hier stammt früher die beste Qualität an Sandelholz. Allgemein erhält man eine hohe Qualität, wenn das Holz von Bäumen stammt, die älter als 30 Jahre sind.

Sandelholz ist der wohl am meisten „gefälschte“ Holzduft, so wird vieles als Sandelholzöl deklariert, was mit dem Sandelholz nichts zu tun hat. Letzten Endes gibt nur der botanische Name sicheren Aufschluss darüber, was sich im Fläschchen befindet. Die jährliche Produktion an indischem Sandelholz liegt bei etwa 1000 Tonnen. Im Jahr 2006 wurden aus Indien zwischen sechs und zehn Tonnen und aus Indonesien zwei Tonnen Sandelholzöl exportiert. Die angegebenen Mengen reichen aber nicht für das weltweite Angebot an Räucherstäbchen, Parfums (fast 80 % aller weltweit verkauften Parfums enthalten Sandelholzöl), Holzprodukte und ätherischen Öle. Zweifelhaft ist auch die Menge an Sandelholzöl mit der sogenannten „Mysore-Qualität“, die nur aus zwei staatlichen indischen Destillen in Mysore und Shimoga stammt. Deren Jahresproduktion erreicht aber nicht die Mengen, die sich im Handel befinden.[1]

Als preiswerte Variante wird auch das sogenannte westindische Sandelholzöl beziehungsweise Amyrisöl eingesetzt (Provenienz Westkaribik). Dieser Duft ähnelt dem Zedernholz. Es stammt von der Amyris balsamifera, die oft als westindisches Sandelholz bezeichnet wird. Eine deutsche botanische Bezeichnung gibt es für das Rautengewächs nicht, das zur selben Pflanzenfamilie wie die Zitrusdüfte gehört.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kim Bleimann: What You'll Never Hear From Your Boss. Vortrag im Women in Flavour & Fragrances Commerce (WFFC), New Jersey, 25. Januar 2007. (PDF; 84 kB)