Sandschak Alexandrette

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Syrische Briefmarke, die durch den Aufdruck „Sandjak d'Alexandrette“ für das Gebiet gültig gemacht wurde.

Der Sandschak Alexandrette (Türkisch İskenderun Sancağı / franz: Sandjak d'Alexandrette) war eine osmanische Verwaltungseinheit, die nach dem Ersten Weltkrieg an das Völkerbundmandat für Syrien und Libanon kam, das von Frankreich verwaltet wurde. Zum 7. September 1938 wurde aus dem Sandschak Alexandrette der Staat Hatay gegründet, ein Übergangskonstrukt, das bis zum 29. Juni 1939 bestand. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde dieser Staat Hatay von Frankreich der Türkei überlassen, um diese zur Neutralität während des Krieges zu bewegen.

Die Einwohnerzahl des Sandschak Alexandrette lag 1936 bei 219.000 und setzte sich nach offiziellen französischen Statistiken zusammen aus 38,9 % Türken, 28 % alawitischen Arabern, 10 % sunnitischen Arabern, 8,2 % christlichen Arabern und 11,4 % Armeniern.[1] Die Türkei behauptet hingegen, die Region sei bereits damals zu 80 % von Türken bewohnt gewesen. Laut einigen Historikern ist die ethnische Zusammensetzung 1938 von der Türkei durch eine Politik der ethnischen Säuberung massiv beeinflusst worden.[2][3] Das Gebiet wird heute Hatay genannt und ist eine türkische Provinz.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dalal Arsuzi-Elamir: Arabischer Nationalismus in Syrien. Zakī al-Arsūzī und die arabisch-nationale Bewegung an der Peripherie Alexandretta/Antakaya 1930–1938. (= Studien zur Zeitgeschichte des Nahen Ostens und Nordafrikas, Band 9), Lit, Münster 2003, ISBN 3-8258-5917-7, S. 25. Nach anderen Angaben sind auch noch 30.000 antiochenische Griechen zu berücksichtigen. Vgl. Peter Alford Andrews, Ethnic Groups in the Republic of Turkey, Dr. Ludwig Reichert Verlag, 1989, ISBN 3-89500-297-6
  2. ^ Robert Fisk (2007): The Great War for Civilisation: The Conquest of the Middle East (Paperback Ausgabe). Vintage. S. 335. ISBN 1400075173.
  3. ^ Jack Kalpakian (2004): Identity, Conflict and Cooperation in International River Systems (Hardcover Ausgabe). Ashgate Publishing. S. 130. ISBN 0-7546-3338-1.