Antakya

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Antakya
Wappen von Antakya
Antakya (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Hatay
Koordinaten: 36° 12′ N, 36° 9′ O36.236.1567Koordinaten: 36° 12′ 0″ N, 36° 9′ 0″ O
Höhe: 67 m
Einwohner: 213.581[1] (2010)
Telefonvorwahl: (+90) 326
Postleitzahl: 31 xxx
Kfz-Kennzeichen: 31
Struktur und Verwaltung (Stand: 2013)
Bürgermeister: Lütfü Savaş (CHP)
Webpräsenz:
Landkreis Antakya
Einwohner: 461.477[1] (2010)
Fläche: 858 km²
Bevölkerungsdichte: 538 Einwohner je km²

Antakya (altgr. Αντιόχεια Antiócheia, arabisch ‏أنطاكيةAntakiyyah, früherer Name Antiochia am Orontes) ist eine Großstadt in der Südtürkei und Hauptstadt der Provinz Hatay.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Nähe von Antakya lag die bronzezeitliche Stadt Alalach (heute Tell Açana). Alalach war ein wichtiges regionales Handelszentrum, dessen Anfänge bis etwa 3400 v. Chr. datiert werden. Hier kreuzten sich die Handelswege von Aleppo, Mesopotamien und aus Palästina nach Anatolien und zum Mittelmeer. Über den Nahr al-Asi war die Stadt mit dem Meer verbunden. Der Handel mit Zypern ist schriftlich und archäologisch bezeugt. Eine Quelle des Wohlstands war Elfenbein. Die Gegend um Alalach war in der Bronzezeit für ihre Elefantenherden bekannt.[2]

Das heutige Antakya liegt an der Stelle der antiken Metropole Antiochia am Orontes.

Zur antiken und frühmittelalterlichen Geschichte, siehe: Antiochia am Orontes
Wiedereroberung von Antiochia durch die Byzantiner 969, Darstellung in einer Chronik von Johannes Skylitzes

Im Jahre 638 wurde Antiochia durch die Araber erobert, 969 jedoch durch den byzantinischen Kaiser Nikephoros II. zurückerobert. 1070 war Peter Libellisios kaiserlicher Statthalter, 1074 bis 1078 Isaak Komnenos.

Nach der byzantinischen Niederlage in der Schlacht von Manzikert (1071) ergriff der armenische Abenteurer Vasak die Macht. 1076 oder 1080 töteten ihn byzantinische Soldaten und der ehemalige byzantinische General Philaretos Brachamios übernahm die Herrschaft. 1085 fiel die Stadt an den seldschukischen Sultan Malik Schah I. 13 Jahre später wurde sie von den Kreuzfahrern erobert und nicht wie vereinbart an Byzanz zurückgegeben, sondern zur Hauptstadt des Fürstentums Antiochia gemacht.

Während des 12. und 13. Jahrhunderts blieb Antiochia in der Hand der Kreuzfahrer, bis es 1268 durch die Mamluken unter Sultan Baibars endgültig erobert wurde. Baibars zerstörte die Stadt so schwer, dass sie nie wieder größere Bedeutung erlangte. Die gesamte christliche Bevölkerung wurde versklavt, was zu einem Verfall der Preise für Sklaven führte. Antiochia wurde zu einer unbedeutenden Kleinstadt. Der griechisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien residiert seit Ende des 14. Jahrhunderts in Damaskus. 1517 wurde die Stadt Teil des osmanischen Reiches.

Handel mit Puppen der Seidenraupe in Antiochia, circa 1895.

Nach dessen Teilung infolge des Ersten Weltkrieges wurden Antiochia und İskenderun französisch besetzt. 1923 wurde Frankreich das offizielle Mandat des Völkerbundes über beide Städte und Syrien übertragen. Verwaltet von Damaskus, behielt Antiochia einen Status als autonomes Gebiet. Dennoch wurden auch hier die Anhänger Atatürks mit offenen Armen empfangen. Er soll es auch gewesen sein, der der Gegend den Namen Hatay gab, in Anlehnung an ein ehemaliges hethitisches Fürstentum.

1938 wurde im Sandschak Alexandrette der Staat Hatay mit Antiochia als Hauptstadt ausgerufen. Dieser wiederum schloss sich nach einem Volksentscheid 1939 der Türkei an. Frankreich hielt sich zurück, da es darauf hoffte, die Türkei so davon abzubringen, sich Deutschland anzunähern oder gar wieder ein Bündnis einzugehen. Zwar ist Antakya heute die Hauptstadt der Provinz Hatay. Den Status als (wirtschaftlich gesehen) wichtigste Stadt aber musste es an İskenderun abtreten.

Antakya ist seit 1992 Sitz der Mustafa-Kemal-Universität.

Bevölkerung und Religion[Bearbeiten]

2010 leben etwa 213.000 Einwohner in Antakya. Der Orontes teilt die Stadt in den alten und neuen Bereich, wobei die Altstadt bergaufwärts liegt. Die Bevölkerung besteht überwiegend aus türkischen Muslimen, daneben gibt es Christen, Juden und Alawiten. Neben Türkisch hört man daher auch die arabische Sprache.

Sehenswürdigkeiten und Umgebung[Bearbeiten]

In Antakya befindet sich ein archäologisches Museum mit einer der bedeutendsten Sammlungen römischer Mosaike. Neben den Moscheen gibt es mehrere christliche Kirchen. Die bekannteste dürfte die St.-Petrus-Grotte sein, die etwas außerhalb an einem Berghang zu finden ist. Sie wurde vom Vatikan offiziell zur ältesten Kirche der Christenheit erklärt und soll der Legende nach vom Apostel Petrus eingeweiht worden sein.

Südwestlich von Antakya wurden die frühesten Spuren der Besiedelung der Region durch den Menschen entdeckt: Steinwerkzeuge und bearbeitete Schneckengehäuse, die rund 40.000 Jahre alt sind; sie wurden seit Anfang der 1990er-Jahre in der Üçağızlı-Höhle geborgen.

Inmitten von zahlreichen Wasserquellen, welche das Trinkwasser für die Stadt liefern, und riesigen Lorbeerbäumen liegt Harbiye, das Erholungsgebiet für viele Antakyaner, etwa fünf Kilometer entfernt. Der Ort war während der Römerzeit ein Villenort und wurde nach der Nymphe Daphne benannt, welche sich, einer Sage nach, hier vor Apollon verstecken wollte und deshalb in einen Lorbeerbaum verwandelt wurde. Auch soll einst Kleopatra an diesem Ort geheiratet haben.

Etwa 30 km westlich liegt das Mittelmeer mit zahlreichen Buchten und Stränden, nahe der Mündung des Orontes etwa sechs Kilometer östlich von Samandağ liegt auf einem Hügel das Kloster des Symeon Stylites des Jüngeren. Zwölf Kilometer südlich liegt beim Ort Kozkalesi die Kreuzritterburg Cursat.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt verfügt über einen nationalen Flughafen, den Flughafen Antakya Hatay, der 20 km vom Stadtzentrum entfernt ist.

Bilder[Bearbeiten]

Stadtpanorama, Blick von der St.-Petrus-Kirche

Partnerstädte[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 30. September 2011
  2. Leonard Woolley: A forgotten kingdom: being a record of the results obtained from the excavations of two mounds, Atchana and Al Mina, in the Turkish Hatay. London 1959, S. 17-20. 40–41.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Antakya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien