Santa Maria degli Angeli e dei Martiri

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Dieser Artikel erläutert die Kirche in Rom, zu anderen Bedeutungen siehe Santa Maria degli Angeli.
Fassade der Basilika Santa Maria degli Angeli e dei Martiri

Die Basilika Santa Maria degli Angeli e dei Martiri ist eine Kirche in Rom. Sie befindet sich an der Piazza della Repubblica nahe dem Bahnhof Termini.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten]

Innenraum der Kirche
Blick auf den Altarraum

Unter der Leitung Michelangelos wurde 1560 mit dem Bau der Kirche begonnen. Sie entstand in den Ruinen der Diokletiansthermen. Das Portal der Kirche befindet sich an der einstigen Innenseite des Caldariums, von dem heute nur noch Ruinen zu erkennen sind, die am Portal jedoch eine einzigartige Schauseite ergeben und deutlich die Umnutzung erkennen lassen. Durch das Portal gelangt man ins Innere der Kirche, das mit einer Vorhalle beginnt, die sich im ehemaligen Tepidarium der Thermen eingliedert und geht dann über in den Kirchenbau, der einem Großteil des Frigidariums entspricht. Die Kirche nimmt sich gegenüber der Thermenarchitektur der Antike vergleichsweise zurückhaltend aus.

In der Kirche sind zahlreiche bedeutende Personen der italienischen Geschichte bestattet, darunter Armando Diaz und Paolo Thaon di Revel. [1]

Die Linea Clementina[Bearbeiten]

Die von Francesco Bianchini entworfene Mittagslinie mit dem Sonnenkreis auf dem Fußboden der Basilika Santa Maria degli Angeli e dei Martiri

Besonders bemerkenswert ist der mit wissenschaftlicher Genauigkeit in den Fußboden eingearbeitete Meridian. Diese knapp 45 Meter lange Bronzelinie diente als Gnomon und war ein Bezugspunkt für mathematische und astronomische Berechnungen. Sie ermöglichte es u.a., die Tagundnachtgleiche im Frühjahr abzulesen und damit den Termin des Osterfestes zu bestimmen. Zugleich sollte sie die Zuverlässigkeit des Gregorianischen Kalenders veranschaulichen. Kurz nach seiner Wahl im Jahr 1700 hatte Papst Clemens XI. eine Kommission zur Überprüfung des Gregorianischen Kalenders eingesetzt. Deren nomineller Vorsitzender war Kardinal Enrico Noris OSA (1631–1704); die faktische Leitung der päpstlichen Kalenderkommission samt den für das Anbringen der Mittagslinie erforderlichen Berechnungen übernahm der Mathematiker, Astronom und kanonische Sekretär Francesco Bianchini.[2] Diese „Linea Clementina“ wurde am 6. Oktober 1702 von Papst Clemens XI. ihrer Bestimmung übergeben.

Orgel[Bearbeiten]

Orgel

Die Orgel wurde im Jahre 2000 von dem Orgelbauer Barthélémy Formentelli (Valpolicella, Veneto) erbaut. Das Instrument ist ein Geschenk der Römer an Papst Johannes Paul II, anlässlich des „Grande Giubileo 2000“. [3] Das Orgelgehäuse ist aus Wildkirschholz gefertigt. Es ist 12 m hoch und 11 m breit. Das Instrument hat 77 Register (5400) und 1 Effektregister auf vier Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.[4][5]

I Positivo C–e3
1. Principale 8'
2. Voce umana 8'
3. Flaute di legno 8'
4. Ottava 4'
5. Flauto in VIII 4'
6. Flauto in XII 22/3'
7. Quintadecima 2'
8. Flauto in XV 2'
9. Flauto in XVII 13/5'
10. Decimanona 11/3'
11. Flauto in XIX 11/3'
12. Vigesimaseconda 1'
13. Cornetto V
14. Ripieno grave III
15. Ripieno acuto II
16. Tromba 8'
17. Cromorno 8'
18. Clarone 4'
Tremolo
II Grand'Organo C–e3
19. Principale 16'
20. Bordone 8'
21. Ottava 8'
22. Flauto a fuso 8'
23. Gran quinta 51/3'
24. Quintadecima 4'
25. Flauto a camino 4'
26. Gran terza 31/5'
27. Decimanona 22/3'
28. Nazardo 22/3'
29. Vigesimaseconda 2'
30. Terza 13/5'
31. Gran cornetto V
32. Ripieno grave III
33. Ripieno acuto IV
34. Cimbalo in terza II
35. Bombarda 16'
36. Tromba 8'
37. Tromba giubilare 8'
38. Clarone 4'
III Recitativo C–e3
39. Corno camoscio 8'
40. Flauto aperto 8'
41. Bordone 8'
42. Voce angelica 8'
43. Principale 4'
44. Flauto a cuspide 4'
45. Ottava 2'
46. Flauto in selva 2'
47. Flagioletto 1'
48. Sesquialtera II
49. Cornetto III
50. Ripieno V
51. Fagotto 16'
52. Oboe 8'
53. Salmoé/Tromba 8'
54. Vox humana 8'
Tremolo


IV Eco C–e3
55. Flauto in eco 8'
56. Principale in eco 4'
57. Nazardo 22/3'
58. Ottava 2'
59. Cornetta 13/5'
60. Ripieno III
61. Tromboncino 8'
Pedale C–f1
62. Principale 16'
63. Subbasso 16'
64. Ottava 8'
65. Flauto di legno 8'
66. Quintadecima 4'
67. Flauto a camino 4'
68. Corno di notte 2'
69. Ripieno grave V
70. Ripieno acuto VI
71. Cornettone III
72. Contrabombarda 32'
73. Bombarda 16'
74. Tromba 1 8'
75. Tromba 2 8'
76. Clarone 4'
77. Piva 2'

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.santamariadegliangeliroma.it
  2. Valentin Kockel, Brigitte Sölch (Hg.): Francesco Bianchini (1662-1729) und die europäische gelehrte Welt um 1700. Akademie-Verlag, Berlin 2005. ISBN 3-05-004133-1. S. 22.
  3. Nähere Informationen zur Orgel (italienisch), siehe auch die Informationen zur Orgel (deutsch)
  4. Zur Disposition (italienisch)
  5. Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Santa Maria degli Angeli e dei Martiri – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

41.90317222222212.496986111111Koordinaten: 41° 54′ 11″ N, 12° 29′ 49″ O