Schafbrücke (Saarbrücken)

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49.2242077.046503Koordinaten: 49° 13′ 27″ N, 7° 2′ 47″ O

Schafbrücke
Das ehemalige Wappen von Schafbrücke
Fläche: 2 km²
Einwohner: 2935 (31. Mai 2012)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66121
Vorwahl: 0681
Schafbrücke (Saarland)
Schafbrücke

Lage von Schafbrücke im Saarland

Kaiserstraße in Schafbrücke

Kaiserstraße in Schafbrücke

Schafbrücke (früher Goffontaine oder Stahlhammer genannt) ist ein Stadtteil im Saarbrücker Stadtbezirk Halberg.

Lage[Bearbeiten]

Schafbrücke liegt im Osten der Landeshauptstadt im Tal des Rohrbachs. Durch den Stadtteil führen die Bundesstraße 40 und die Bahnstrecke von Saarbrücken nach Ludwigshafen mit dem Haltepunkt Schafbrücke.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Schafbrücke geht auf eine über den Rohrbach führende Brücke zurück, an der Schäfer vom Eschberg im Frühjahr vor der Schur ihre Schafe wuschen.[2] Nahe der Brücke lag die Brückenmühle, deren Besitzer vor 1580 eine Waffenschmiede und eine Harnischschleiferei betrieben hatte. 1752/1753 errichtete der Bürgermeister von Saarlouis, Pierre Gouvy, bei Schafbrücke einen Stahlhammer. Der aus der Gegend von Lüttich stammende Gouvy benannte Werk und die sich entwickelnde Siedlung nach seinem Heimatdorf Goffontaine. Das Werk stellte nach 1870 den Betrieb ein; 1915 erhielt die zu Scheidt gehörende Siedlung den Namen Stahlhammer. Andere Teile des heutigen Stadtteils gehörten bis 1960 zu Bischmisheim. In diesem Teil wurde zwischen 1734 und 1875 eine Ziegelei betrieben; vor 1760 entstand die Grumbacher Mühle, aus der sich im 19. Jahrhundert ein Sägewerk entwickelte. Im Zuge der Industrialisierung siedelten sich weitere Gewerbebetriebe an; in der Folge entstanden Wohnhäuser für die Arbeiter. Schwerpunkt der Siedlungstätigkeit war zunächst die Kaiserstraße, später auch die Verbindungsstraßen nach Brebach und Bischmisheim.

1951/1952 entstand die heutige katholische Pfarrkirche St. Theresia; 1957 folgte eine protestantische Kirche. Die Bildung eigenständiger Kirchengemeinden trug ebenso wie die Entstehung von Vereinen und Schulen zum Wunsch der Bevölkerung bei, die zusammengewachsenen Siedlungen zu einer Gemeinde zusammenzufassen. 1960 wurde die Gemeinde Schafbrücke als letzte Gemeinde im heutigen Saarbrücker Stadtgebiet gebildet; sie entstand aus Teilen der Gemeinden Bischmisheim (Schafbrücke), Scheidt (Neuscheidt, Stahlhammer) und Brebach. Schafbrücke wurde im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland am 1. Januar 1974 nach Saarbrücken eingemeindet.[3] Seit 1979 befindet sich an der Grenze zum Eschberg das Einkaufszentrum Saarbasar.

Am 31. Dezember 2009 hatte Schafbrücke 2944 Einwohner;[4] der Stadtteil hatte 2008 eine Fläche von 200 Hektar, wovon 51,3 Prozent Wald waren.[5]

Infrastruktur[Bearbeiten]

  • Ausbildungszentrum AGV Bau Saar[6]
  • Evangelische Kirchengemeinde Schafbrücke[7]
  • Mehrzweckhalle[8]

Kirchen[Bearbeiten]

  • Katholische Sankt Theresienkirche
  • Evangelische Lorenzkapelle

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Komponist Louis Théodore Gouvy wurde im Jahr 1819 in Schafbrücke (damals Goffontaine) geboren. Nach Gouvy wurde auch der Schafbrücker Gouvy-Platz benannt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schafbrücke (Saarbrücken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand am 31. August 2012 (PDF) abgerufen am 15. September 2012
  2. Zur Geschichte von Schafbrücke siehe: Richard Hilgers: Die neuen Stadtteile im historischen Kurzporträt. In: Rolf Wittenbrock (Hrsg.): Geschichte der Stadt Saarbrücken. Von der Zeit des stürmischen Wachstums bis zur Gegenwart. Band 2, Saarbrücker Druckerei und Verlag, Saarbrücken 1999, ISBN 3-930843-41-2, S. 453–480, hier S. 472ff.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 803.
  4. Landeshauptstadt Saarbrücken: Die Bevölkerung Saarbrückens im Jahr 2009, S. 11 (PDF, 442 KB, Abgerufen am 25. September 2010).
  5. Landeshauptstadt Saarbrücken: Stadtteil-Dossier Schafbrücke, S. 1 (PDF, 21 KB, Abgerufen am 25. September 2010).
  6. Ausbildungszentrum AGV Bau Saar
  7. Evangelische Kirchengemeinde Schafbrücke
  8. heute-journal: Über „Judenrepublik“, „Krummnasen“ und Muselmanen