Dudweiler

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Entrée zur Ortsmitte an der Beethovenstraße beim Bürgerhaus
Entrée zur Ortsmitte an der Beethovenstraße beim Bürgerhaus
Historisches Wappen von Dudweiler
Historisches Wappen von Dudweiler

Dudweiler ist die Bezeichnung eines Stadtbezirks wie auch eines Stadtteils der Landeshauptstadt Saarbrücken (→ Liste der Stadtteile Saarbrückens). Der Stadtbezirk, bestehend aus den vier Stadtteilen Dudweiler, Herrensohr, Jägersfreude und Scheidt, umfasste am 31. Dezember 2005 insgesamt 28.980 Einwohner, davon entfielen auf den Stadtteil Dudweiler 20.377 Einwohner.[1]


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Dudweiler liegt im Sulzbachtal, nördlich von Saarbrücken. Unmittelbarer Nachbarort ist die Stadt Sulzbach.

[Bearbeiten] Geschichte

Denkmal für die Dudweiler Bergwerke
Denkmal für die Dudweiler Bergwerke

Auf dem Gebiet des heutigen Dudweiler wurden etliche stein-, bronze- und eisenzeitliche Funde gemacht. Aus der Keltenzeit stammen zwei Hügelgräber in der Nähe des Dreibannsteins. Überreste eines römischen Tempels wurden auf dem Alten Büchel gefunden. Die Grühlingsstraße, heute die Autobahn A 623, war eine römische Heerstraße.

977 wird Dudweiler erstmals urkundlich erwähnt: Kaiser Otto II. bestätigte dem Nonnenkloster St. Peter in Metz den Besitz der Kapelle in Duodonisvillare (Weiler des Dudo). Dudo wird vielfach als fränkischer Edelmann beschrieben, der hier ein Landgut betrieb. Diese Auffassung ist allerdings umstritten und durch nichts bewiesen. Insbesondere fehlt der Nachweis, ob Dudo überhaupt ein frühmittelalterlicher, fränkischer Name ist. Es gibt jedoch starke Indizien, dass der Namenspatron Herzog Liudolf (Schwaben) gewesen sein könnte. Er war der Halbbruder von Kaiser Otto II. und wurde auch Dudo genannt.

1542 umfasste Dudweiler 23 Haushalte, also etwa 150 Einwohner. Im Nebenerwerb wurde bereits nach Kohlen gegraben, doch blieb der kleinbäuerliche Charakter des Dorfes die nächsten zweihundert Jahre erhalten. Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gewann der Steinkohlenbergbau immer mehr an Bedeutung. Der sogenannte Nassauer Hof in der Saarbrücker Straße war Mitte des 19. Jahrhunderts für einige Jahre Sitz eines preußischen Bergamtes. Durch den Zuzug von Arbeitskräften in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Dudweiler rasant. Noch 1950 standen drei Steinkohlenbergwerke in voller Blüte. Das Ende des Bergbaus markierte die Schließung des, nun auf Quierschieder Bann, gelegenen Bergwerkes Camphausen im Jahre 1990.

Um 1960 wurde Dudweiler mit seinen damals 29.000 Einwohnern innerhalb der Region als „das größte Dorf Europas“ bezeichnet. Am 12. September 1962 erhielt Dudweiler, zu der auch die 1856 gegründete Bergmannssiedlung Herrensohr gehörte, die Stadtrechte. Zum 1. Januar 1974 führte die saarländische Gebiets- und Verwaltungsreform zum Verlust der Selbständigkeit und zur Zwangseingemeindung in die Landeshauptstadt Saarbrücken. Dabei wurde Dudweiler, das ebenfalls eingemeindete Scheidt und der bisherige Saarbrücker Stadtteil Jägersfreude zum „Stadtbezirk Dudweiler“ zusammengefasst.

[Bearbeiten] Gegenwart

Eine Vielzahl unterschiedlichster Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen prägen heute die Wirtschaft. Echte Industriearbeitsplätze sind nur noch relativ wenige vorhanden. Eine ansehnliche, historisch gewachsene Einkaufsmeile mit Fußgängerzone befindet sich in der Ortsmitte. Die Nähe zum Campus der Universität des Saarlandes im Saarbrücker Stadtwald sorgt für eine entsprechende Beliebtheit Dudweilers als Wohnsitz für Studentinnen und Studenten.

Der Stadtbezirk Dudweiler erhielt 1974 als Besonderheit eine eigene Bezirksverwaltung und einen hauptamtlichen Bezirksbürgermeister. Der Bezirksbürgermeister führt (ohne Stimmrecht) den Vorsitz im Bezirksrat Dudweiler. Der Bezirksrat ist das untere kommunalpolitische Gremium und hat 21 gewählte, stimmberechtigte Mitglieder.

[Bearbeiten] Sehenswertes

  • Alter Turm im Hof der Turmschule, ein ehemaliger Kirchturm aus dem 13./14. Jahrhundert – eines der ältesten, nie zerstörten, Gebäude im Saarland.
  • Der Brennende Berg – ein in Brand geratenes Kohleflöz, das bereits von Goethe besucht und beschrieben wurde.
  • De Monn mit da long Stong un zwei Dudwiller Kinner – Denkmal für die Gaslaternenanzünder auf dem Alten Markt (1989).
  • Ehrenmal in der Saarbrücker Straße – Denkmal für die Opfer beider Weltkriege von Heinrich Otto (1926).

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter von Dudweiler

[Bearbeiten] Ehrenbürger

  • 1965: Wilhelm Kehr (1888–1972), Dechant
  • 1966: Carl August Hertel (1899–1976), Pfarrer
  • 1967: Heinrich Jenewein (1887–1968), Fabrikant

[Bearbeiten] Vereine

  • Pro-Dorf e.V.

[Bearbeiten] Karnevalsvereine

[Bearbeiten] Sportvereine

  • 1. Club der Kleingolffreunde Dudweiler e.V.
  • Allgemeiner Turnverein Dudweiler
  • Alpen-Ski-Club e.V.
  • Angelsportclub Dudweiler-Süd
  • Angelsportverein Jägersfreude
  • Angelsportverein Scheidt
  • ASC Dudweiler e.V.
  • Behindertensportgemeinschaft
  • Boule-Freunde Dudweiler
  • Bridge- und Denksportclub e.V.
  • Dartvereinigung Dudweiler-Herrensohr
  • Deutscher Schäferhundeverein
  • Die Flugsportabteilung des ASC Dudweiler e.V.
  • DJK Dudweiler
  • DLRG Dudweiler
  • Eintracht Jägersfreude
  • FC Teutonia Jägersfreude
  • HSG Dudweiler
  • HSG Dudweiler
  • Hundesportfreunde Dudweiler-Schiedeborn
  • Internationaler Boxer-Club IBC Ortsverein Dudweiler
  • Island-Pferde-Freunde Woogbachtal Scheidt
  • KSC 74 Dudweiler
  • Lauftreff Phoenix Dudweiler e.V.
  • Lauftreff Rennschnecke Dudweiler e.V.
  • Polizei-und Schutzhundesportverein
  • Reit- und Fahrverein Dudweiler-Sulzbachtal
  • Schachclub 1920
  • Verein für deutsche Schäferhunde OG Herrensohr
  • Ballett-Jungspunde Dudweiler

[Bearbeiten] Musikvereine

[Bearbeiten] Quellen

  1. http://www.saarbruecken.de/deepwebcms/servlet/download?pubid=4125, Autopsie 28. Oktober 2006.

[Bearbeiten] Literatur

  • Johann Wolfgang von Goethe: Dichtung und Wahrheit. Zweiter Teil. Zehntes Buch. 1812. (Internetfundstelle)
  • 1000 Jahre Dudweiler 977–1977. Saarbrücker Zeitung Verlag. Saarbrücken 1977.
  • Historische Beiträge aus der Arbeit der Dudweiler Geschichtswerkstatt. Bd. 1– . Saarbrücken 1989– . (Bezugsquelle)
  • Karl Heinz Ruth: "Dudweiler und seine Steinkohlengruben" - Erstes Kohlengraben an der Saar. Jahrbuch zum Saarbrücker Bergmannskalender 1996, Seite 111-118.
  • Thomas Strauch: "Wer war Dudo?". Monatszeitschrift "Vor Ort in Dudweiler", September 2007, ab Seite 6.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Dudweiler – Bilder, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 16' 37" N, 7° 1' 52" O

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