Schilthorn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schilthorn
„Piz Gloria“ auf dem Schilthorn

Piz Gloria“ auf dem Schilthorn

Höhe 2'970 m ü. M.
Lage Berner Oberland, Schweiz
Gebirge Berner Alpen
Koordinaten 630416 / 15632346.55757.83527777777782970Koordinaten: 46° 33′ 27″ N, 7° 50′ 7″ O; CH1903: 630416 / 156323
Schilthorn (Bern)
Schilthorn

Das Schilthorn ist mit 2970 Metern der höchste Gipfel der Berner Voralpen, also der den Berner Alpen nördlich vorgelagerten Berge. Es ist von Stechelberg und Mürren her durch eine Luftseilbahn erschlossen.

Lage und Ausblick[Bearbeiten]

Das Schilthorn steht zwischen dem oberen Lauterbrunnental und dem oberen Kiental. Sein Gipfel steht jedoch gegen das Lauterbrunnental vorgeschoben, so dass es nach allen Seiten dorthin entwässert. Seit dem Bau der Seilbahn ist der Gipfel mit der Bergstation und einem Drehrestaurant überbaut und daher alpinistisch kaum mehr von Interesse. Das Panorama ist wie auf vielen Bergen der Berner Voralpen zweigeteilt: Im Süden und jenseits des Lauterbrunnentals dominiert die ganze Hauptkette der Berner Alpen; im Norden und Westen ist der Blick frei über die zahllosen niedrigeren Gipfel der Berner Voralpen hinweg bis zum Jura, den Vogesen und dem Schwarzwald.

Luftseilbahn[Bearbeiten]

Seit 1967 führen mehrere aufeinander folgende Luftseilbahnen von Stechelberg in vier Sektionen auf das Schilthorn:

Auf der längsten Sektion Mürren - Birg überwindet die Luftseilbahn eine Höhendifferenz von 1039 Meter. Die Fahrt von der Talstation in Stechelberg bis zum Gipfel dauert 32 Minuten.

Im Panoramarestaurant Piz Gloria und an den Hängen des Schilthorns wurde bis April 1969 der James-Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ gedreht. Zuvor war der Bau des Gipfelrestaurants ins Stocken geraten, als im Sommer 1967 das Geld ausging. Der Plan, dort einen James-Bond Film zu drehen, dürfte dann bei der weiteren Finanzierung geholfen haben. 125 000 US-Dollar soll die Produktionsgesellschaft für die Nutzung des Gebäudes und den Bau des Hubschrauberlandeplatzes gezahlt haben.[1]

Am 29. Dezember 2004 ereignete sich an der erst 2003 erneuerten unteren Sektion dieser Bahn ein Tragseil-Teilriss an einem der seit 1965 genutzten Tragseile. Alle 53 Passagiere konnten mit dem Helikopter gerettet werden, der Betrieb wurde für die erforderliche Erneuerung der Seile für Wochen unterbrochen.

Meilensteine der Schilthornbahn:

Dieser Artikel oder Abschnitt besteht hauptsächlich aus Listen, an deren Stelle besser Fließtext stehen sollte. Bitte hilf Wikipedia, das zu verbessern. Mehr zum Thema ist hier zu finden.

1961 Erteilung der Konzession

1962 Gründung der Schilthornbahn AG

1963 Beginn der Bauarbeiten

1965 Eröffnung der ersten drei Sektionen

1967 Eröffnung der Teilstrecke Birg-Schilthorn

1968 Dreharbeiten „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“

1969 Eröffnung Drehrestaurant „Piz Gloria“

1987 Neubau Transportseilbahn Stechelberg-Mürren

1988–90 Ausbau Drehrestaurant „Piz Gloria“

1993 Inbetriebnahme Sessellifte Muttleren und Kandahar

1995 Neue Panoramakabinen auf den Sektionen 1, 2 und 4

1998 Neubau Sesselbahn Schiltgrat

1999 Renovation Standseilbahn / Ausbau Restaurant Allmendhubel

2000 Umbau Transportseilbahn Stechelberg-Mürren

2001 Neubau Sessellift Maulerhubel

2002 Bau Speichersee / 1. Etappe Beschneiungsprojekt

2003 Neue Panoramakabinen Sektion 3

2006 Bau der kuppelbaren 4er-Sesselbahn Riggli

2009 Bau der kuppelbaren 4er-Sesselbahn Winteregg

2009 Bau der 2er-Sesselbahn Allmiboden

Zustiege[Bearbeiten]

Das Schilthorn kann von allen Seiten auf alpinen Pfaden bestiegen werden, insbesondere von Mürren her über den Ostgrat und vom Kiental über den versicherten Westgrat.

Skiabfahrten[Bearbeiten]

Im Skigebiet Mürren-Schilthorn gibt es 25 Skipisten (Stand: 2014). Davon sind 7 blau (Leicht), 11 rot (Mittelschwer), 6 schwarz (Schwer) und eine Piste ist unpräpariert.

Regelmässige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Inferno-Abfahrtslauf[Bearbeiten]

1928 riefen englische Skipioniere die erste Austragung des Infernorennens ins Leben. Aktuell fahren jedes Jahr 1850 Personen auf ihren Skis gegen die Uhr. Die Strecke führt von knapp unterhalb des Schilthorns über 14,9 Kilometer und 1990 Höhenmeter bis ins Tal nach Lauterbrunnen. Falls es die Schneeverhältnisse nicht erlauben bis nach Lauterbrunnen zu fahren, befindet sich das Ziel bereits in Mürren.[2]

Inferno Triathlon[Bearbeiten]

Alljährlich im August findet der Inferno Triathlon statt. Die Athleten starten mit der Schwimmstrecke in Thun. Nach 3,1 Kilometern Schwimmen im Thunersee, 97 Kilometern auf dem Rennvelo bis nach Grindelwald (2‘145 Meter Steigung) und 30 Kilometern auf dem Mountainbike über die Kleine Scheidegg bis nach Stechelberg (1‘180 Steigungsmeter) führt der Berglauf die Athleten über eine Strecke von 25 Kilometern und 2‘175 Höhenmetern bis ins Ziel auf dem Schilthorn.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schilthorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte und Beschreibung der Seilbahnen Stechelberg – Schilthorn bei cablecar.ch
  2. Website des Inferno-Rennens abgerufen am 12. August 2014
  3. Website des Inferno-Triathlons