Schilthorn

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Schilthorn
Schilthorn - Piz Gloria.jpg
Höhe 2'970 m ü. M.
Lage Berner Oberland, Schweiz
Gebirge Berner Alpen
Koordinaten 630416 / 15632346.55757.83527777777782970Koordinaten: 46° 33′ 27″ N, 7° 50′ 7″ O; CH1903: 630416 / 156323
Schilthorn (Bern)
Schilthorn

Das Schilthorn ist mit 2970 Metern der höchste Gipfel der Berner Voralpen, also der den Berner Alpen nördlich vorgelagerten Berge. Es ist von Stechelberg und Mürren her durch eine Luftseilbahn erschlossen.

Lage und Ausblick[Bearbeiten]

Das Schilthorn steht zwischen dem oberen Lauterbrunnental und dem oberen Kiental. Sein Gipfel steht jedoch gegen das Lauterbrunnental vorgeschoben, so dass es nach allen Seiten dorthin entwässert. Seit dem Bau der Seilbahn ist der Gipfel mit der Bergstation und einem Drehrestaurant überbaut und daher alpinistisch kaum mehr von Interesse. Das Panorama ist wie auf vielen Bergen der Berner Voralpen zweigeteilt: Im Süden und jenseits des Lauterbrunnentals dominiert die ganze Hauptkette der Berner Alpen; im Norden und Westen ist der Blick frei über die zahllosen niedrigeren Gipfel der Berner Voralpen hinweg bis zum Jura, den Vogesen und dem Schwarzwald.

Luftseilbahn[Bearbeiten]

Seit 1967 führen mehrere aufeinander folgende Luftseilbahnen von Stechelberg in vier Sektionen auf das Schilthorn:

Auf der längsten Sektion Mürren - Birg überwindet die Luftseilbahn eine Höhendifferenz von 1039 Meter. Die Fahrt von der Talstation in Stechelberg bis zum Gipfel dauert 32 Minuten.

Eine Besonderheit bildet die Station in Gimmelwald. Diese Station befindet sich exakt in der Mitte zwischen Stechelberg und Mürren. Da das Dorf Gimmelwald erschlossen werden musste und man die Kosten dafür möglichst tief halten wollte, wird das Zugseil dort nur umgelenkt. Die Gäste wechseln dennoch die Gondel in der Station Gimmelwald.

Geschichte der Schilthornbahn

1958 wurde ein „Fonds Pro Mürren“ gebildet zur „Förderung von Bergbahnprojekten, Sportanlangen, Verschönerungen des Dorfbildes durch Verbesserungen der Kur- und Weganlagen“. Das Projekt Stechelberg-Gimmelwald-Mürren-Birg-Schilthorn setzte sich gegen das Projekt Mürren-Allmendhubel-Engetal durch. Die Konzession für die Luftseilbahn auf das Schilthorn wurde am 3. Oktober 1959 an Bundesrat Giuseppe Lepori gerichtet. Zwei Jahre später wurde die Konzession erteilt und somit konnten die Bauarbeiten im Jahre 1963 begonnen werden.

1965 waren die ersten drei Sektionen fertiggestellt. Die letzte Sektion wurde im Jahre 1967 abgeschlossen, jedoch reichte das Geld nur noch, um die Bergstation im Rohbau zu bauen. An diesem Punkt der Geschichte tritt die Produktion des James Bond Films „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ auf. In der Romanvorlage von Ian Fleming reist James Bond auf den über dreitausend Meter hohen Berg „Piz Gloria“. Dieser soll nur mit einer Seilbahn erreichbar sein. Im Auftrag der Filmproduzenten reiste der Deutsche Hubert Fröhlich durch Europa um nach einem geeigneten Drehort Ausschau zu halten. Schliesslich erreicht er am 2. März 1968 Grindelwald, um sich die Jungfrau-Region anzusehen. Im Hotel Adler erblickte Fröhlich eine Postkarte der Schilthorn-Gipfelstation und er sah genau das, was er gesucht hatte. Am nächsten Tag reiste er nach Mürren und nach Gesprächen mit der Schilthornbahn, konnte er der Produktionsfirma „Eon Productions“ einen Drehort präsentieren. Nach den Vertragsverhandlungen zwischen beiden Parteien dauerten die Dreharbeiten rund um das Schilthorn vom 21. Oktober 1968 bis 17. Mai 1969. Die Abmachungen basierten auf einem einfachen Vertrag: Das Bahnunternehmen stellte den Drehort zur Verfügung und die Filmproduzenten bezahlten den dauerhaften Ausbau des Gipfelgebäudes sowie alle Transport-, Betriebs- und Personalkosten der Schilthornbahn für die Dreharbeiten.

Das fehlende Interieur des Drehrestaurants konnten die Filmproduzenten nach ihren Bedürfnissen gestalten. Ein grosser Teil davon in dauerhafter Bauweise für den späteren Tourismusbetrieb. Die Kabinen der Seilbahn wurden – unter Protest aus Naturschutzkreisen – orange eingefärbt und mit dem Blofeld-Wappen versehen. Blofeld stellte den Bösewicht im Film dar. Der orange Anstrich der Gondeln war eigentlich nur für die Dauer des Films vorgesehen, er blieb allerdings bis zum Ersatz der Kabinen im Jahr 1995. Einen Helikopterlandeplatz liessen die Bond-Produzenten ebenfalls bauen, dieser dient heute als Aussichtsplattform.[1]

Seit 2013 befindet sich in der Bergstation des Schilthorns eine interaktive Ausstellung rund um das Thema James Bond und den Film „Im Geheimdienst seiner Majestät“.

Zustiege[Bearbeiten]

Das Schilthorn kann von allen Seiten auf alpinen Pfaden bestiegen werden, insbesondere von Mürren her über den Ostgrat und vom Kiental über den versicherten Westgrat.

Skiabfahrten[Bearbeiten]

Im Skigebiet Mürren-Schilthorn gibt es 25 Skipisten (Stand: 2014). Davon sind 7 blau (Leicht), 11 rot (Mittelschwer), 6 schwarz (Schwer) und eine Piste ist unpräpariert.

Regelmässige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Inferno-Abfahrtslauf[Bearbeiten]

1928 riefen englische Skipioniere die erste Austragung des Infernorennens ins Leben. Aktuell fahren jedes Jahr 1850 Personen auf ihren Skis gegen die Uhr. Die Strecke führt von knapp unterhalb des Schilthorns über 14,9 Kilometer und 1990 Höhenmeter bis ins Tal nach Lauterbrunnen. Falls es die Schneeverhältnisse nicht erlauben bis nach Lauterbrunnen zu fahren, befindet sich das Ziel bereits in Mürren.[2]

Inferno Triathlon[Bearbeiten]

Alljährlich im August findet der Inferno Triathlon statt. Die Athleten starten mit der Schwimmstrecke in Thun. Nach 3,1 Kilometern Schwimmen im Thunersee, 97 Kilometern auf dem Rennvelo bis nach Grindelwald (2‘145 Meter Steigung) und 30 Kilometern auf dem Mountainbike über die Kleine Scheidegg bis nach Stechelberg (1‘180 Steigungsmeter) führt der Berglauf die Athleten über eine Strecke von 25 Kilometern und 2‘175 Höhenmetern bis ins Ziel auf dem Schilthorn.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schilthorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, Heft 3, 70. Jahrgang 2008, 007 James Bond, Piz Gloria Schilthorn
  2. Website des Inferno-Rennens abgerufen am 12. August 2014
  3. Website des Inferno-Triathlons