Schwarzwald

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Mittelgebirge Schwarzwald; zu weiteren Bedeutungen siehe Schwarzwald (Begriffsklärung).
Schwarzwald
Topographie des Schwarzwaldes

Topographie des Schwarzwaldes

Höchster Gipfel Feldberg (1493 m ü. NHN)
Lage Baden-Württemberg
Teil des Südwestdeutschen Stufenlandes
Einteilung nach Institut für Landeskunde
Koordinaten 48° 0′ N, 8° 0′ O4881493Koordinaten: 48° 0′ N, 8° 0′ O
Typ Mittelgebirge
Gestein Gneis, Buntsandstein
Fläche 6.009,2[1] km²
f1

Der Schwarzwald ist Deutschlands höchstes und größtes zusammenhängendes Mittelgebirge und liegt im Südwesten Baden-Württembergs.

Der Schwarzwald in der naturräumlichen Gliederung Deutschlands

Geographie[Bearbeiten]

Meist dicht bewaldet erstreckt sich der Schwarzwald vom Hochrhein im Süden bis zum Kraichgau im Norden. Im Westen wird er begrenzt von der Oberrheinischen Tiefebene (zu der auch die Vorhügelkette gehört), im Osten geht er über in Gäu, Baar und das Hügelland westlich des Klettgaus. Der Schwarzwald ist der höchste Teil der südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft und aus Gesteinen des Grundgebirges und des Buntsandsteins aufgebaut. Von Nord nach Süd erstreckt sich der Schwarzwald über etwa 150 km, seine Breite erreicht im Süden bis zu 50 km, im Norden bis zu 30 km. [2]

Naturräume[Bearbeiten]

Die Naturräume des Schwarzwaldes werden nach verschiedenen Merkmalen gegliedert:

Geomorphologisch wird vor allem einerseits zwischen der Ostabdachung mit meist gerundeten Bergformen und weiten Hochplateaus (sogenanntes danubisches – donaubündiges – Relief, besonders augenfällig im Norden und Osten auf Buntsandstein) und andererseits dem intensiv zertalten Abbruch zum Oberrheingraben hin (sogenannter Talschwarzwald mit rhenanischem – rheinbündigem – Relief) unterschieden. Dort liegen die höchsten Erhebungen und treten die größten unmittelbaren Höhenunterschiede (bis 1000 m) auf. Die Täler sind meist eng, oft schluchtartig, seltener beckenförmig. Die Gipfel sind gerundet, es kommen aber auch Plateaureste und gratartige Formen vor.

Geologisch ergibt sich die augenfälligste Gliederung ebenfalls in ostwestlicher Richtung. Den Ostschwarzwald bedeckt über größere Flächen das unterste Glied des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes, der Buntsandstein, mit endlos scheinenden Nadelwäldern und davon umschlossenen Rodungsinseln. Das im Westen freiliegende Grundgebirge, überwiegend aus metamorphen Gesteinen und Graniten aufgebaut, war trotz seiner Steilheit leichter zu besiedeln und erscheint heute mit seinen vielgestaltigen Wiesentälern offen und freundlicher.

Der Feldberg, höchster Berg des Schwarzwalds, südöstlich von Freiburg

Die gängigsten Gliederungen teilen den Schwarzwald jedoch in nordsüdlicher Richtung. Zunächst, bis etwa in die 1930er Jahre, wurde der Schwarzwald in Nord- und Südschwarzwald geteilt, wobei man die Grenze an der Kinzigtallinie zog. Später wurde der Schwarzwald in den waldreichen Nordschwarzwald, den im Mittel niedrigeren, vorwiegend in den Tälern landwirtschaftlich geprägten Mittleren Schwarzwald sowie den deutlich höheren Südschwarzwald mit ausgeprägter Höhenlandwirtschaft und von eiszeitlichen Gletschern geprägtem Relief aufgeteilt. Der Begriff Hochschwarzwald stand für die höchsten Bereiche von Südschwarzwald und südlichem Mittelschwarzwald.

Die gezogenen Grenzen waren jedoch sehr verschieden.

Eine pragmatische Gliederung, die sich nicht an Natur- und Kulturräumen orientiert, nutzt die wichtigsten Quertäler. Ihr zufolge wird der Mittlere Schwarzwald von der Kinzig im Norden und der Dreisam beziehungsweise Gutach im Süden (entlang der heutigen B 31) begrenzt.

Arbeiten des Instituts für Landeskunde[Bearbeiten]

Das seit den frühen 1950er Jahren von der Bundesanstalt für Landeskunde erstellte Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands nennt den Schwarzwald als eine von sechs Großregionen 3. Ordnung innerhalb der naturräumlichen Großregion 2. Ordnung des Südwestdeutschen Stufenlandes und gleichzeitig eine von neun Haupteinheitengruppen. Er wird in insgesamt sechs sogenannte Haupteinheiten (Landschaften 4. Ordnung) aufgeteilt. Eine Dreiteilung zeichnet sich dort ebenfalls ab. Die Nordgrenze des Mittleren Schwarzwaldes verläuft hier südlich des Renchtales und des Kniebis bis nahe Freudenstadt. Die Südgrenze folgt dicht der B 31.[1] Diese Gliederung wurde bis zum Jahre 1967 in Nachfolgepublikationen (Einzelblätter 1: 200.000) verfeinert.

Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) hat inzwischen eine quasi-amtliche Grenzziehung veröffentlicht, die als endgültiger Stand angesehen werden kann.[3]

Folgendermaßen gliedert sich der Schwarzwald in Haupteinheiten, hier den drei Hauptlandschaften untergeordnet:[4][5][6][7][8][9] Die Landschaften 4. Ordnung erhalten dreistellige, auf 15 beginnende Kennziffern.

Die Schwarzwald-Randplatten (150) bilden geomorphologisch zu den Heckengäu-Landschaften im Norden und Osten abfallende Hochflächen am Nord- und Nordostrand des Mittelgebirges. Sie werden vor allem durch das Flusssystem der Nagold in einzelne Riedel zertalt; ein schmaler Nordwestausläufer reicht bis über die Enz bei Neuenbürg und umsäumt weiter westlich auch den Mittellauf der Alb bis unmittelbar oberhalb Ettlingens. Südwestlich schließen sich unmittelbar Grindenschwarzwald und Enzhöhen (151) an den Oberläufen von Enz und Murg an, die das Kernstück des Nordschwarzwaldes darstellen. Nach Westen wird der Nordschwarzwald durch den Nördlichen Talschwarzwald (152) mit dem Mittellauf der Murg um Gernsbach, dem der Oos bis Baden-Baden, dem der Bühlot oberhalb Bühls sowie dem Oberlauf der Rench um Oppenau, deren Austrittstäler aus dem Mittelgebirge alle nach Nordwesten gerichtet sind.

Der Mittlere Schwarzwald (153) beschränkt sich im Wesentlichen auf das Einzugsgebiet der Kinzig oberhalb Offenburgs nebst Schutter sowie auf das niedrige Bergland beiderseits der Elz bis einschließlich Waldkirch, das auch das Simonswälder Tal der Wilden Gutach einschließt, das am Oberlauf unmittelbar an den Südöstlichen Schwarzwald (154) stößt. Westliche Südgrenze bildet das Zartener Becken an der Dreisam, unmittelbar oberhalb Freiburgs. Den Westen nimmt das Grundgebirge des Mittleren Talschwarzwaldes (1532.2) ein, den Osten der Buntsandstein des Ostrandes des Mittleren Schwarzwalds (1531). Die geologische Grenze verläuft östlich Wolfachs.

Der Südöstliche Schwarzwald (154) besteht in der Hauptsache aus den Einzugsgebieten der Oberläufe der Donau-Quellflüsse Brigach und Breg sowie dem der linken Seitentäler der Wutach nördlich Neustadts – und somit aus dem Nordosten des Südschwarzwaldes. Nach Süden schließt sich der Südliche Hochflächenschwarzwald (1551) mit dem Feldberg an, nach Südwesten der Südliche Kammschwarzwald (1552) mit dem Belchen. Der Hochflächenschwarzwald entwässert, neben dem zur Donau entwässernden System der Wutach, über die Alb zum Rhein, der Kammschwarzwald insbesondere über die Wiese zum Rhein. Unmittelbar rechts der Wiese oberhalb Lörrachs hebt sich morphologisch, geologisch und klimatisch noch einmal die flächenmäßig kleine Buntsandstein-Rotliegend-Tafel des Weitenauer Berglandes (1553) im äußersten Südwesten des Schwarzwaldes von den anderen Teilen des Südschwarzwaldes ab.

Für feinere Einheiten siehe:
→ Naturräumliche Gliederung des Schwarzwaldes.

Der Belchen mit seiner kahlen Bergkuppe, Südschwarzwald, oberhalb des Münstertals

Berge[Bearbeiten]

Mit 1493 m ü. NHN ist der Feldberg im Südschwarzwald der höchste Berggipfel. Dort liegen auch das Herzogenhorn (1415 m) und der Belchen (1414 m). Allgemein sind die Berge des Süd- oder Hochschwarzwaldes höher als die des Nordschwarzwaldes. Dessen höchste Erhebung ist mit 1163 m die Hornisgrinde.

Gewässer[Bearbeiten]

Die Kinzig bei Hausach
Der Schluchsee, nördlich von St. Blasien

Die größten Schwarzwaldflüsse sind (Längenangabe schließt Verlauf außerhalb des Schwarzwaldes ein):

Bedeutende Seen natürlichen, glazialen Ursprungs im Schwarzwald sind unter anderem der Titisee, der Mummelsee und der Feldsee. Besonders im nördlichen Schwarzwald finden sich eine Reihe weiterer kleiner Karseen. Zahlreiche Stauseen wie der – früher als Natursee noch kleinere – Schluchsee mit den weiteren Seen des Schluchseewerks, die Schwarzenbachtalsperre, die Talsperre Kleine Kinzig oder die Nagoldtalsperre dienen der Stromerzeugung, dem Hochwasserschutz oder der Trinkwasserversorgung.

Geologie[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Seit dem Einbruch des Oberrheingrabens im Eozän wurden der Schwarzwald an der östlichen und die Vogesen an der westlichen Grabenschulter herausgehoben. Im Zentrum sitzt der (miozäne) Kaiserstuhlvulkan. Das mesozoische Deckgebirge wurde in der Folgezeit auf den Höhen bis auf Reste des Buntsandsteins und des Rotliegenden weitgehend abgetragen, während es im Grabeninneren erhalten ist. Im Pliozän setzte eine ausgeprägte, aber ungleichmäßige Aufwölbung ein, die den südlichen Schwarzwald mit dem Feldberg am stärksten erfasste. So liegt heute im nördlichen Teil um die Hornisgrinde die Oberfläche des Grundgebirges wesentlich niedriger. Im mittleren Schwarzwald entstand die tektonische Mulde von Kinzig und Murg.

Das geologische Fundament des Schwarzwalds bildet der kristalline Sockel des variszischen Grundgebirges. Er wird im Osten und Nordosten von Buntsandsteintafeln, dem sogenannten Deckgebirge, überlagert. Am Westrand erstreckt sich zum Oberrheingraben hin eine staffelbruchartig abtreppende Vorbergzone mit Gesteinen des Trias und Jura.

Grundgebirge[Bearbeiten]

Im Grundgebirge herrschen Gneis-Gesteine vor (Ortho- und Paragneise, im Süden ebenso Migmatite und Diatexite, z. B. am Schauinsland und Kandel). In diese Gneise drangen im Karbon eine Anzahl von Granitkörpern ein. Zu den größeren gehören der Triberger Granit und der Forbachgranit, der jüngste ist der Bärhaldegranit. Im Süden liegt die Zone von Badenweiler-Lenzkirch, in der paläozoische Gesteine erhalten sind (Vulkanite und Sedimentgesteine), die als eingeschuppte Reste einer Mikrokontinentkollision gedeutet werden. Noch weiter im Südosten (um Todtmoos) liegen im Gneis eine Reihe von exotischen Einschlüssen (Gabbro von Ehrsberg, Serpentinite und Pyroxenite bei Todtmoos, Norit bei Horbach), die möglicherweise Reste eines Akkretionskeils aus einer Kontinentkollision sind. Ebenfalls erwähnenswert sind die Senken im Rotliegend, beispielsweise die Schramberger oder die Baden-Badener Senke, mit teils mächtigen Quarzporphyr- und Tuffdecken (aufgeschlossen zum Beispiel am Felsmassiv Battert bei Baden-Baden). Mächtiges Rotliegend, bedeckt von Buntsandstein, tritt auch im Norden der Dinkelbergscholle auf (in der Geothermiebohrung Basel viele hundert Meter mächtig). Noch weiter im Südosten liegt unter dem Jura der Nordwestschweizer Permokarbontrog.

Deckgebirge[Bearbeiten]

Über dem kristallinen Sockel (Grundgebirge) erhebt sich im Nordschwarzwald und in den angrenzenden Teilen des Mittleren Schwarzwaldes das Buntsandstein-Deckgebirge mit markanten Stufen. Widerstandsfähigste Deckschicht auf der Stufenfläche der durch die Murgzuflüsse stark aufgelösten Grindenhöhen und der geschlossenen Enzhöhen ist das verkieselte Hauptkonglomerat (Mittlerer Buntsandstein). Nach Osten und Norden schließen sich die Platten des Oberen Buntsandsteins an (Plattensandsteine und Röttone). Südlich der Kinzig verschmälert sich die Buntsandsteinzone auf einen Randsaum im Osten des Gebirges.

Eiszeit und Formgebung[Bearbeiten]

Es gilt als erwiesen, dass der Schwarzwald während der Hochphasen mindestens der Riß- und Würmeiszeit (bis vor rund 10.000 Jahren) stark vergletschert war. Der glaziäre Formenschatz prägt fast den gesamten Hochschwarzwald und den Hauptkamm des Nordschwarzwalds. Ansonsten ist er lediglich in einer Vielzahl von meist nach Nordosten gerichteten Karen augenfällig. Besonders in dieser Exposition führten Schneeanhäufungen auf den sonnen- und windabgewandten Hängen der Gipfelplateaus zur Bildung kurzer Kargletscher, die diese trichterförmigen Mulden versteilten. In ihnen sind, teils durch anthropogene Überhöhung der Karschwelle, noch einige Karseen erhalten wie Mummelsee, Wildsee, Schurmsee, Glaswaldsee, Nonnenmattweiher, Feldsee. Auch der Titisee bildete sich in einer Hohlform hinter einer Gletschermoräne.

Klima[Bearbeiten]

Typischer Fichtenwald im Schwarzwald

Klimatisch hebt sich das Gebirge durch geringere Temperaturen und höhere Niederschläge von den Randlandschaften ab. Regelmäßige Niederschläge während des ganzen Jahres prägen den Mittelgebirgscharakter des Schwarzwalds. Jedoch nehmen die Temperaturen mit zunehmender Höhe nicht etwa gleichmäßig ab und die Niederschläge nicht gleichmäßig zu. Vielmehr steigen die Niederschläge schon in tieferen Lagen und besonders an der niederschlagsreichen Westseite unverhältnismäßig an.

Regen- und Schneemengen[Bearbeiten]

Der Schauinsland im Winter

Die niederschlagsreichsten Bereiche sind die Höhenregionen um die Hornisgrinde im Nord- sowie Belchen und Feldberg im Südschwarzwald, wo jährliche Niederschlagsmengen von 1800 bis 2100 mm auftreten.[13] Regenreichen atlantischen Westwinden frei ausgesetzt, fallen im Nordschwarzwald trotz geringerer Höhe in etwa gleich viele Niederschläge wie im Südlichen Schwarzwald.[14] Dort wirken die davor liegenden Vogesen als Regenfänger. Auf der nach Osten exponierten Seite des Mittleren Schwarzwalds wird es wieder wesentlich trockener. So liegen die jährlichen Niederschlagsmengen hier teilweise nur bei etwa 750 l/m².

Temperaturen und Sonnenscheindauer[Bearbeiten]

Thermisch zeichnen sich die höheren Lagen des Schwarzwalds durch relativ geringe Jahresschwankungen und gedämpfte Extremwerte aus. Gründe sind im Sommer häufig auftretende leichte Winde und eine stärkere Bewölkung. Im Winterhalbjahr führt die häufigere Hochdruckwetterlage auf den Gipfeln zu Sonnenschein, während die Täler in Kaltluftseen unter einer dichten Nebeldecke verschwinden (Inversionswetterlage).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Schwarzwald auf der Tabula Peutingeriana: Eine Bergkette mit fantastisch geformten Bäumen als Kennzeichnung für unbesiedeltes und schwer zugängliches Gebiet
Schwarzwälder Bauernhaus um 1900

In der Antike war der Schwarzwald unter dem Namen Abnoba mons bekannt, nach der keltischen Gottheit Abnoba. In der römischen Spätantike findet sich auch der Name Marciana Silva („Marcynischer Wald“; von germanisch marka, „Grenze“).[15] Wahrscheinlich beschrieb der Schwarzwald die Grenze zum Gebiet der östlich des römischen Limes siedelnden Markomannen („Grenzleute“). Diese wiederum gehörten zu dem germanischen Volk der Sueben, von denen sich die späteren Schwaben ableiteten. Die Besiedlung des Schwarzwalds erfolgte mit Ausnahme der Randbereiche (zum Beispiel Badenweiler: Thermen, bei Badenweiler und Sulzburg möglicherweise schon Bergbau) noch nicht durch die Römer, welche allerdings die Kinzigtalstraße schufen, sondern erst durch die Alemannen. Diese besiedelten und kolonisierten zuerst die Talbereiche, indem sie beispielsweise von der Baar aus die ehemalige Siedlungsgrenze, die sogenannte „Buntsandsteingrenze“ überschritten. Bald danach wurden immer höher gelegene Bereiche und angrenzende Wälder kolonisiert, so dass sich bereits Ende des 10. Jahrhunderts erste Siedlungen im Gebiet des Buntsandsteins finden. Dazu gehört beispielsweise Rötenbach, das erstmals 819 erwähnt wird.

Einige der Aufstände (unter anderem der Bundschuh-Bewegung), die dem Deutschen Bauernkrieg vorausgingen, gingen im 16. Jahrhundert vom Schwarzwald aus. Ein weiteres Aufbäumen der Bauern fand in den beiden folgenden Jahrhunderten durch die Salpetererunruhen im Hotzenwald statt.

Vor allem an Passübergängen finden sich im Schwarzwald Reste militärischer Verteidigungsanlagen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Beispiele sind die Barockschanzen des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden oder Einzelanlagen wie die Alexanderschanze.

Ursprünglich war der Schwarzwald ein Mischwald aus Laubbaumarten und Tannen – siehe Geschichte des Waldes in Mitteleuropa. In den Höhenlagen wuchsen auch Fichtenbestände. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Schwarzwald durch die intensive Nutzung fast vollständig entwaldet und wurde danach überwiegend mit Fichtenmonokulturen wieder aufgeforstet.

1990 entstanden große Waldschäden durch die Orkane Vivian und Wiebke. Am 26. Dezember 1999 wütete im Schwarzwald der Orkan Lothar und richtete besonders in den Fichtenmonokulturen Waldschäden von noch größerem Ausmaß an. Wie bereits nach 1990 mussten große Mengen an Sturmholz jahrelang in provisorischen Nasslagern aufbewahrt werden. Die Auswirkungen des Sturms demonstriert der Lotharpfad, ein Waldlehr- und Erlebnispfad am Naturschutzzentrum Ruhestein auf einer vom Orkan zerstörten Hochwaldfläche von rund 10 Hektar.

Einige kleinere und auch größere Sturmflächen werden heute sich selbst überlassen und dort entwickelt sich wieder ein natürlicher Mischwald.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bergbau[Bearbeiten]

Hochebene der Hornisgrinde im Jahr 2004. Im Vordergrund Bereiche des Hochmoors, im Hintergrund der Sendemast und die in den letzten Jahren installierten Windkrafträder.

Die Grundlage des Bergbaus im Schwarzwald bildeten oft gangförmige Erzlagerstätten. Die Entstehung dieser gangförmigen Lagerstätten (Grube Schauinsland: Zink, Blei, circa 700–1000 g Silber/Tonne Blei; Baryt, Fluorit, wenig Blei und Zink im Kinzigtal; BiCoNi-Erze bei Wittichen, Uran wurde im Krunkelbachtal bei Menzenschwand aufgeschlossen, aber offiziell nie regulär abgebaut) wurden früher oft mit der Intrusion karbonischer Granite in die Para und Orthogneise in Zusammenhang gebracht. Neue Untersuchungen legen nahe, dass diese Gangfüllungen zum guten Teil viel jünger sind (Trias bis Tertiär). Abbauwürdige Fluoritvorkommen gab es im Nordschwarzwald bei Pforzheim, im mittleren Schwarzwald Baryt bei Freudenstadt, Fluorit neben Blei und Silber bei Wildschapbach, Baryt und Fluorit im Rankachtal und bei Ohlsbach, im Südschwarzwald bei Todtnau, Wieden und Urberg.

Kleine liquidmagmatische Vorkommen von Nickelmagnetkies in Norit wurden im Hotzenwald bei Horbach und Todtmoos abgebaut oder exploriert. An schichtgebundenen Lagerstätten sind Eisenerze im Dogger der Vorbergzone und ein Uranvorkommen bei Müllenbach/Baden-Baden zu nennen. Vorkommen von Steinkohle existieren zwar bei Berghaupten und Diersburg, waren aber immer nur von lokaler Bedeutung.

Zeitlicher Ablauf: Steinzeitlicher Bergbau auf Hämatit (als rotes Pigment) ist bei Sulzburg nachgewiesen. Bereits im 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. wurde von den Kelten im Nordschwarzwald Eisenerz gewonnen (beispielsweise in Neuenbürg). Insbesondere im Mittleren Schwarzwald sowie im Südschwarzwald (zum Beispiel im Münstertal) fand vermutlich schon in der Römerzeit Erzbergbau statt (Gewinnung von Silber- und Bleierzen, Hinweise für Sulzburg und möglicherweise Badenweiler). Bis ins frühe Hochmittelalter war der Hochschwarzwald praktisch unbesiedelt. Im Laufe der Binnenkolonisation im späteren Hochmittelalter wurde ausgehend von den dort gegründeten Klöstern (St. Peter, St. Märgen) auch die Hochebene kultiviert. Im späteren Hochmittelalter (ab etwa 1100) erlebte auch der Bergbau wieder einen Aufschwung, insbesondere um Todtnau, im Münster- und Suggental, später auch am Schauinsland. Man nimmt an, dass bis zum Ausgang des Mittelalters etwa 800–1000 Bergleute im Münstertal lebten und arbeiteten. Nach der Pest, die das Tal 1516 heimsuchte, dem Deutschen Bauernkrieg (1524–26) und dem Dreißigjährigen Krieg ging der Bergbau in der Region bis auf wenige Gruben zurück.

Ein bedeutenderes Bergbaugebiet war auch das Kinzigtal und seine Seitentäler. Die kleine Bergbausiedlung Wittichen bei Schenkenzell im oberen Kinzigtal hatte zahlreiche Gruben, in denen über Schwerspat, Cobalt und Silber vielerlei abgebaut wurde. Ein geologischer Pfad führt heute noch als Rundweg vorbei an alten Gruben und Abraumhalden.

Ein erneuter Aufschwung begann Anfang des 18. Jahrhunderts nach dem Verlust des Elsass an Frankreich. Er dauerte bis in das 19. Jahrhundert. Viele Gruben aus dieser Zeit können heute als Schaubergwerk besichtigt werden, wie beispielsweise die Grube Teufelsgrund (Münstertal), die Grube Finstergrund bei Wieden, der Hoffnungsstollen Todtmoos, das Bergwerk im Schauinsland, die ehemals besonders silberreiche Grube Wenzel in Oberwolfach und Gr. Segen Gottes in Haslach-Schnellingen.

Buntmetallbergbau wurde im Schwarzwald bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bei Wildschapbach und am Schauinsland (bis 1954) betrieben, der Bergbau auf Fluorit und Baryt hält in der Grube Clara im Rankachtal in Oberwolfach bis heute an. Eisenerze des Doggers wurden bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts bei Ringsheim gefördert und in Kehl verhüttet.

Insgesamt sind die im Schwarzwald gewonnenen Silbermengen im Vergleich zum Erzgebirge oder zum Harz eher bescheiden und machen weniger als zehn Prozent der jeweils dort gewonnenen Mengen aus.

Es gibt im Schwarzwald zahlreiche Besucherbergwerke: Grube Frischglück bei Neuenbürg, Grube Hella-Glück bei Neubulach, Grube Silbergründle bei Seebach, Grube Himmlich Heer bei Hallwangen, Grube Heilige Drei Könige bei Freudenstadt, Grube Segen Gottes bei Haslach, Grube Wenzel bei Oberwolfach, Grube Caroline bei Sexau, Silberbergwerk Suggental bei Waldkirch, Grube Schauinsland bei Freiburg, Grube Teufelsgrund bei Münstertal, Grube Finstergrund bei Wieden und Grube Hoffnungsstollen bei Todtmoos.

Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Baumstämme von Weiß-Tannen aus Gersbach stützen das größte freitragende Holzdach der Welt (Fläche: 16.000 m2 entsprechend etwa zwei Fußballfelder) auf der Expo 2000.

Über Enz, Kinzig, Murg, Nagold und Rhein wurde während mehrerer Jahrhunderte Holz aus dem Schwarzwald auf dem Wege der Flößerei zur Verwendung im Schiffbau, als Bauholz und für andere Zwecke exportiert. Dieser Wirtschaftszweig boomte im 18. Jahrhundert und führte zu großflächigen Kahlschlägen. Da die langen und gerade gewachsenen Tannen für den Schiffbau meist in die Niederlande geflößt wurden, wurden sie auch als „Holländer“ bezeichnet. Die Stämme dienten in den Niederlanden vor Allem als Pfahlgründung für den Hausbau im sandigen und nassen Untergrund. Bis heute stehen in Amsterdam große Teile des historischen Baubestandes auf diesen Pfählen und im Schwarzwald zeugen Wiederaufforstungen mit Fichtenmonokulturen von der Zerstörung des ursprünglichen Mischwaldes. Aufgrund des Ausbaus des Schienen- und Straßennetzes als alternative Transportmöglichkeiten endete die Flößerei größtenteils mit Ende des 19. Jahrhunderts.

Heute werden besonders große Tannen mit bis auf große Höhe astfrei gewachsenem Stamm vor allem nach Japan verschifft. Die Expo 2000 ermöglichte durch den weltweiten Werbeeffekt eine Wiederauferstehung der Stammholzexporte. Die Bedeutung der Holzbestände auch des Schwarzwalds hat in der jüngsten Vergangenheit aufgrund des zunehmenden Bedarfs an Holzpellets zu Heizzwecken wieder stark zugenommen.

Glasherstellung, Köhlerei und Pottaschegewinnung[Bearbeiten]

Der Holzreichtum des Schwarzwalds lieferte die Grundlage für weitere Wirtschaftszweige, die heute weitgehend verschwunden sind. Köhler errichteten in den Wäldern ihre Meiler und stellten Holzkohle her, die ebenso wie die Erzeugnisse der Pottasche-Sieder unter anderem in der Glasherstellung weiterverarbeitet wurde. Für das Waldglas lieferte der Schwarzwald Rohstoffe und Energie. Davon zeugen noch heute einige Glasbläsereien z. B. im Höllental, bei Todtnau und in Wolfach und das Wald-Glas-Zentrum in Gersbach (Schopfheim), die besichtigt werden können.

Feinwerktechnik, Uhren- und Schmuckherstellung[Bearbeiten]

Uhrmacherwerkstatt in einer Stube (Postkarte um 1900)

In den schwer zugänglichen Schwarzwaldtälern setzte die Industrialisierung erst spät ein. Viele Bauern stellten im Winter Kuckucksuhren aus Holz her. Daraus entwickelte sich im 19. Jahrhundert die feinmechanische und die Uhrenindustrie, die mit der Erschließung vieler Schwarzwaldtäler durch die Eisenbahn zu großer Blüte kam. Der anfängliche Standortnachteil, der zur Entwicklung des feinmechanischen Holzhandwerks führte, wurde mit dem Zugang zum Rohstoff Metall zu einem Wettbewerbsvorteil. Im Rahmen einer Strukturförderung gründete außerdem die badische Landesregierung im Jahr 1850 in Furtwangen die erste deutsche Uhrmacherschule, um den kleinen Handwerkern eine gute Ausbildung zu garantieren und damit die Absatzchancen zu steigern. Durch den steigenden Bedarf an mechanischen Geräten entstanden große Firmen wie Junghans und Kienzle. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Produktion der Unterhaltungselektronik durch Firmen wie SABA, Dual und Becker. In den 1970er Jahren ging die Industrie auf Grund fernöstlicher Konkurrenz zurück. Bis heute ist der Schwarzwald ein Zentrum der metallverarbeitenden Industrie und Standort vieler Hochtechnologie-Firmen.

In Pforzheim finden sich seit den Anfängen der Industrialisierung bis heute zahlreiche Unternehmen der Schmuckfabrikation, die Edelmetalle und Edelsteine verarbeiten. Ebenfalls in Pforzheim beheimatet ist die dort ansässige Goldschmiedeschule.

Wasserkraftnutzung[Bearbeiten]

Die Straßerhofmühle in Hornberg, eine typische Schwarzwälder Bauernmühle
Das Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerk Wehr, das Hornbergbecken im Schwarzwald bei Herrischried, in geleertem Zustand (Mai 2008)

Aufgrund der großen Niederschlagsmengen und Höhenunterschiede besitzt der Schwarzwald ein bedeutendes Wasserkraftpotential. Es diente bis ins 19. Jahrhundert vor allem zum Betreiben zahlreicher Mühlen, darunter Sägemühlen und Hammerwerke, und war anschließend einer der Standortfaktoren bei der Industrialisierung einiger Schwarzwaldtäler.

Seit dem 20. Jahrhundert wird im Schwarzwald mit Laufwasser- und Pumpspeicherkraftwerken im größeren Maßstab elektrischer Strom erzeugt. Von 1914 bis 1926 entstand im Nordschwarzwälder Murgtal das Rudolf-Fettweis-Werk mit der Schwarzenbachtalsperre. Der Schluchsee wurde 1932 mit seiner neu errichteten Staumauer zum Oberbecken eines Pumpspeicherkraftwerks. Zum Verbund des Südschwarzwälder Schluchseewerks gehören im Jahr 2013 fünf Kraftwerke mit 14 Speicherbecken. Beim Hornbergbecken ermöglichen die topographischen Gegebenheiten eine mittlere Fallhöhe des Wassers von 625 m zum Antrieb der Turbinen, bevor dieses in die Wehratalsperre fließt.

Infolge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wurden im beginnenden 21. Jahrhundert zahlreiche kleinere Laufwasserkraftwerke wieder in Betrieb genommen oder neu errichtet.

Tourismus und Verkehr[Bearbeiten]

Weite Teile des Schwarzwalds leben heute hauptsächlich von der Tourismusbranche. Die Schwarzwald Tourismus GmbH rechnet mit rund 140.000 direkten Vollarbeitsplätzen im touristischen Sektor und rund 34,8 Millionen touristischen Übernachtungen im Jahr 2009.[16]

Im Frühjahr, Sommer und Herbst ermöglichen ausgedehnte Wanderwegrouten und Mountainbikestrecken verschiedenen Zielgruppen die Nutzung des Naturraumes. Im Winter stehen natürlich die Wintersportarten im Vordergrund. Sowohl Ski Alpin als auch Ski Nordisch kann vielerorts betrieben werden.

Touristische Ziele[Bearbeiten]

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Hinterzarten: Blick auf Kirche und Adlerschanze
Die Fachwerk-Altstadt von Schiltach, eine Portalgemeinde des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord

Die am stärksten frequentierten touristischen Ausflugs- und Erholungsziele im Schwarzwald sind der Titisee und der Schluchsee. Beide Seen bieten die Möglichkeit, Wassersportarten wie Tauchen und Windsurfen zu betreiben. Von Freiburg kommend werden diese Seen über die B 31 durch das Höllental erreicht, vorbei am Hirschsprung-Denkmal an dessen engster Stelle, und an der Oswald-Kapelle unterhalb der Ravennaschlucht.

Ein vielbesuchtes städtisches Ziel ist Baden-Baden mit seinen Thermalbädern, der Spielbank und den Festspielen. Weitere Thermalbäder sind Badenweiler, Bad Herrenalb, Bad Wildbad, Bad Krozingen, Bad Liebenzell oder Bad Bellingen.

Sehenswerte Orte sind unter anderem die alte Reichsstadt Gengenbach, die ehemalige Kreisstadt Wolfach, Schiltach und Haslach im Kinzigtal (beide an der deutschen Fachwerkstraße) und das Blumen- und Weindorf Sasbachwalden am Fuße der Hornisgrinde. Sehenswerte Altstädte bieten ebenso Altensteig, Dornstetten, Freiburg im Breisgau, Gernsbach, Villingen und Zell am Harmersbach. Baiersbronn glänzt als Zentrum der Spitzengastronomie, Freudenstadt ist um den größten Marktplatz Deutschlands gebaut. Gersbach im Südschwarzwald wirbt als Bundesgolddorf 2004 und Europagolddorf 2007 um Besucher.

Prächtig ausgestattet sind das ehemalige Benediktinerkloster St. Blasien sowie die Klöster Sankt Trudpert, St. Peter und St. Märgen. Im Hirsauer Baustil aus Buntsandstein errichtet wurde das Kloster Alpirsbach sowie die Klosterruine Hirsau. Eine ländliche Idylle ist das Kloster Wittichen bei Schenkenzell.

Das Murgtal, das Kinzigtal, die Triberger Wasserfälle und das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof werden häufig besucht.

Aussichtsberge sind neben dem Feldberg vor allem der Belchen, der Kandel und der Schauinsland sowie im Nordschwarzwald die Hornisgrinde, der Schliffkopf, der Hohloh, der Merkur und die Teufelsmühle.

Bekannte Wintersportgebiete liegen um den Feldberg, bei Todtnau mit der FIS-Ski-Alpin-Strecke „Fahler Loch“ und in Hinterzarten, einer Hochburg und Talentschmiede der deutschen Skispringer. Im Nordschwarzwald konzentrieren sich die Wintersportgebiete entlang der Schwarzwaldhochstraße und auf dem Höhenzug zwischen Murg und Enz um Kaltenbronn.

Die Höhenunterschiede des Gebirges werden vielerorts von Drachen- und Gleitschirmfliegern genutzt.

Wanderwege[Bearbeiten]

Im Schwarzwald finden sich sehr verschiedenartige Wanderwege, teilweise von überregionaler Attraktivität. Grundgerüst ist ein Fernwanderwegesystem mit Längs- und Querwegen, das vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts seitens des Schwarzwaldvereins aufgebaut wurde. Der bekannteste davon ist der recht steigungsintensive Westweg. Nach 1950 wurden, dem geänderten Bedarf folgend, Rundwanderwege ausgewiesen, zunächst vom relativ dichten Bahnstreckennetz aus, später überwiegend von eigens angelegten Wanderparkplätzen aus. Aktuell werden spezielle, stärker erlebnisorientierte Themenwege angelegt, teils als konzipierte Anlage (Barfußpark Dornstetten, Park mit allen Sinnen in Gutach (Schwarzwaldbahn)), teils unmittelbaren Naturkontakt erschließend (Schluchtensteig). Straßen und allzu breite Forstwege werden dabei konsequenter gemieden als bisher.

Museen[Bearbeiten]

Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach an der Schwarzwaldbahn bietet mit seinen original wiederaufgebauten Schwarzwaldhäusern Einblicke in das bäuerliche Leben des 16. und 17. Jahrhunderts. Die Gebäude wurden an anderer Stelle abgetragen, die Einzelteile nummeriert und exakt nach Plan im Museum wieder erstellt. Das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen zeigt einen umfassenden Querschnitt durch die Geschichte der Uhrmacherei und Uhrenindustrie. Aus der Feinmechanik ging im 20. Jahrhundert auch eine ehemals bedeutsame Phonoindustrie hervor; die Geschichte dieser Unterhaltungselektronik wird im Deutschen Phonomuseum in St. Georgen präsentiert. Das Schüttesäge-Museum in Schiltach bietet Informationen und lebendige Geschichte zu den Themen Holzwirtschaft, Flößerei im Kinzigtal sowie Gerberei. Das Schwarzwälder Trachtenmuseum in Haslach im Kinzigtal bietet eine Übersicht über die Trachten des gesamten Schwarzwaldes und der Randgebiete. Ebenfalls in Haslach befindet sich das Hansjakob-Museum und das Hansjakob-Archiv mit zahlreicher Exponate des Schriftstellers, Pfarrers, Politikers, Historikers und Chronist Heinrich Hansjakob.Das MiMa Mineralien- und Mathematikmuseum in Oberwolfach beherbergt Mineralien und Bergbauzeugnisse aus dem gesamten Schwarzwald und verbindet sie mit mathematischen Erklärungen.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Mehrere touristisch interessante Straßen führen durch den Schwarzwald. Bekannte Ferienstraßen sind die Schwarzwaldhochstraße (B 500) oder die Deutsche Uhrenstraße.

Der Schwarzwald ist aufgrund seiner kurvenreichen Landstraßen ein beliebtes Ziel für Motorradfahrer. Dieser Tourismuszweig wird aufgrund hoher Unfallzahlen und der weitreichenden Lärmbelastung[17] kontrovers gesehen und mit Geschwindigkeitsbegrenzungen und einzelnen Straßensperrungen eingeschränkt. So ist seit 1984 das Befahren der ehemaligen Bergrennstrecke auf den Schauinsland für Motorradfahrer an den Sommerwochenenden verboten.[18]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Gutachbrücke der Höllentalbahn

Der gesamte Schwarzwald wurde schon früh durch die Eisenbahn erschlossen. Im östlichen Teil des Nordschwarzwald durch die Enztalbahn von Pforzheim nach Bad Wildbad, durch die Nagoldtalbahn von Pforzheim über Calw und Nagold nach Horb am Neckar, die Württembergische Schwarzwaldbahn von Stuttgart nach Calw und die Gäubahn Stuttgart–Freudenstadt beziehungsweise dem heutigen Teilstück Eutingen–Freudenstadt.

Vom Rheintal aus führen entlang der Täler viele Eisenbahnen in den Schwarzwald. Die Albtalbahn von Karlsruhe nach Bad Herrenalb, die Murgtalbahn von Rastatt nach Freudenstadt, die Achertalbahn von Achern nach Ottenhöfen im Schwarzwald und die Renchtalbahn von Appenweier nach Bad Griesbach. Die badische Schwarzwaldbahn verbindet seit 1873 Offenburg über Hausach, Triberg, St. Georgen, Villingen und Donaueschingen mit Konstanz am Bodensee. Ein Abzweig in Hausach ist die Kinzigtalbahn nach Freudenstadt. In Denzlingen zweigt die Elztalbahn nach Elzach ab, die Höllentalbahn verläuft von Freiburg im Breisgau durch das Höllental nach Donaueschingen, die Münstertalbahn von Bad Krozingen nach Münstertal, die Kandertalbahn von Haltingen in der Nähe von Basel durch das Kandertal nach Kandern und die Wiesentalbahn von Basel nach Zell im Wiesental.

Von Titisee an der Höllentalbahn führt die Dreiseenbahn vom Titisee zum Windgfällweiher und zum Schluchsee. Entlang der Grenze zwischen Baden-Württemberg und der Schweiz verbindet die Wutachtalbahn Waldshut-Tiengen mit Immendingen an der Schwarzwaldbahn.

Die Strecken haben heute noch einen regen Verkehr oder sind äußerst beliebte Museumseisenbahnen.

Verwaltung[Bearbeiten]

Seit Januar 2006 ist die Schwarzwald Tourismus GmbH mit Sitz in Freiburg für die Verwaltung des Tourismus in den 320 Gemeinden im Schwarzwald zuständig. Zuvor gab es vier getrennte Tourismusverbände.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Der seit Anfang 2014 bestehende Nationalpark Schwarzwald ist der erste Nationalpark in Baden-Württemberg. Er ist 10.062 Hektar groß und liegt am Hauptkamm des Nordschwarzwalds zwischen Baiersbronn und Baden-Baden.

Zwei nach ihm benannte Naturparks umfassen das Gebiet des Schwarzwaldes, der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und der Naturpark Südschwarzwald. Sie sollen dazu beitragen, die Landschaft als Kulturlandschaft zu erhalten, die Produkte der einheimischen Landwirte besser zu vermarkten und das Gebiet für den Tourismus besser nutzbar zu machen. Der 370.000 ha große Naturpark Südschwarzwald, der zweitgrößte Naturpark Deutschlands, schließt den südlichen Teil des Mittleren Schwarzwalds, den Südschwarzwald und angrenzende Gebiete ein. Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord ist mit 375.000 ha der größte deutsche Naturpark. Er beginnt im südlichen Teil des Mittleren Schwarzwalds, angrenzend an den Naturpark Südschwarzwald, und nimmt den restlichen Teil des Schwarzwalds nach Norden hin ein.

Darüber hinaus liegen im Schwarzwald zahlreiche Natur-, Landschafts-, Wald- und Vogelschutzgebiete.

Kultur[Bearbeiten]

Rudolf Epp: Schwarzwälderin in Gutacher Tracht, Ölgemälde um 1900
Arnold Lyongrün: Frühling im Schwarzwald, Ölgemälde 1912

Der größtenteils sehr ländlich geprägte Schwarzwald besteht aus vielen verstreuten Gemeinden und wenigen großen Städten. Tradition und Brauchtum werden vielerorts gepflegt.

Zum Teil werden heute noch, meist zu festlichen Anlässen, die traditionellen Trachten getragen. Das Aussehen der Trachten variiert von Region zu Region zum Teil sehr stark. Eine der bekanntesten Schwarzwälder Trachten ist diejenige der Gemeinden Kirnbach, Reichenbach und Gutach im Kinzigtal mit dem charakteristischen Bollenhut. Unverheiratete Frauen tragen ihn mit roten „Bollen“, verheiratete mit schwarzen. Heiratsfähige Frauen tragen bisweilen vor und am Hochzeitstag eine Brautkrone, den so genannten Schäppel, dessen größte Exemplare aus der Stadt St. Georgen bis zu fünf Kilogramm schwer sind.

Bekannt ist der Schwarzwald ferner für die typischen Bauernhäuser mit ausladenden Krüppelwalmdächern, die Schwarzwälder Kirschtorte, den Schwarzwälder Schinken, den Schwarzwaldwichtel, Kirschwasser und die Kuckucksuhr. Die landschaftliche Schönheit sowie das Traditionsbewusstsein seiner Bewohner hat schon im 19. Jahrhundert und beginnenden 20. Jahrhundert zahlreiche Künstler angezogen, die über ihre Werke den Schwarzwald in der ganzen Welt bekannt machten. Vor allem der aus Bernau stammende Hans Thoma sowie sein vom badischen Großherzog Friedrich I. (Baden) geförderter Studienkollege Rudolf Epp malten zeitlebens Motive aus dem Schwarzwald. Der Maler J. Metzler aus Düsseldorf bereiste den Schwarzwald zum Malen von Landschaften. Weite Verbreitung fanden die Werke der Gutacher Malerkolonie um Wilhelm Hasemann, deren Landschafts- und Genremotive das Bild des Schwarzwalds prägten. Wie der Heimatschriftsteller Heinrich Hansjakob waren sie Teil einer badischen Volkstrachtenbewegung.[19]

Im Kunsthandwerk nimmt die Holzschnitzerei eine bedeutende Rolle ein, die nicht nur volkstümliche Werke wie die Longinuskreuze, sondern auch berühmte Bildhauer wie Matthias Faller hervorbrachte.

Die Schwarzwälder Dorfgeschichten (1843) von Berthold Auerbach erschienen in zahlreichen europäischen Ländern und begründeten maßgeblich die Erzählgattung der Dorfgeschichte. Ein sehr bekanntes Werk, das den Schwarzwald thematisiert, ist auch Wilhelm Hauffs Märchen Das kalte Herz, das 1827 als Teil der Erzählung Das Wirtshaus im Spessart in Hauffs „Märchenalmanach auf das Jahr 1828“ erschien.

Beginnend mit dem Film Schwarzwaldmädel von 1950 bot der Schwarzwald eine Kulisse für viele Kino- und Fernsehproduktionen der Nachkriegszeit, unter anderem für einige Filme mit Roy Black wie Schwarzwaldfahrt aus Liebeskummer. Erfolgreiche Fernsehserien waren Der Forellenhof (1965), in den 1980er Jahren Die Schwarzwaldklinik, seit 1994 Die Fallers – Eine Schwarzwaldfamilie sowie im Jahr 2002 die Dokumentation Schwarzwaldhaus 1902.

Literatur[Bearbeiten]

Geographie[Bearbeiten]

  •  Hartwig Haubrich, Wolfgang Hug, Herbert Lange: Das große Buch vom Schwarzwald. Theiss, Stuttgart 1991, ISBN 3-8062-0819-0.
  •  Ekkehard Liehl, Wolf Dieter Sick (Hrsg.): Der Schwarzwald. Beiträge zur Landeskunde. In: Veröffentlichung des Alemannischen Instituts Freiburg i. Br.. 4. Auflage. 47, Konkordia, Bühl 1989, ISBN 3-7826-0047-9.
  •  Kurt Klein: Verborgener Schwarzwald. Unbekanntes aus Volkskunde und Geschichte. In: Edition Morstadt. Bd. 18, Morstadt, Kehl, Strasbourg, Basel 1988, ISBN 3-88571-172-9.
  •  Max Scheifele: Aus der Waldgeschichte des Schwarzwaldes. Die Trift von Brenn- und Kohlholz. Wenn Grenzsteine reden. DRW-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-87181-010-X.
  •  Horst Friedrich Vorwerk (Text), Erich Spiegelhalter (Abb.): Der Schwarzwald. Eine deutsche Kulturlandschaft in Geschichte und Gegenwart. Herder, 1992, ISBN 3-451-22658-8.

Wirtschaft, Geologie und Bergbau[Bearbeiten]

  •  Michael Bliedtner, Manfred Martin: Erz- und Minerallagerstätten des Mittleren Schwarzwaldes. Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Freiburg im Breisgau 1986, ISBN 978-88-12-65452-9.
  • Eberhard Gothein: Wirtschaftsgeschichte des Schwarzwaldes und der angrenzenden Landschaften. Erster Band: Städte- und Gewerbegeschichte, Verlag Karl J. Trübner, Strassburg 1892 (Digitalisat)
  •  Gregor Markl, Sönke Lorenz (Hrsg.): Silber, Kupfer, Kobalt. Bergbau im Schwarzwald. Markstein, Filderstadt 2004, ISBN 3-935129-10-6.
  •  Georg Sawatzki, Horst Peter Hann: Badenweiler-Lenzkirch-Zone (Südschwarzwald). Erläuterungen mit Hinweisen für Exkursionen. In: Geologische Karte von Baden-Württemberg 1:50000. Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg, Freiburg im Breisgau 2003.
  •  Wolfgang Werner, Volker Dennert: Lagerstätten und Bergbau im Schwarzwald. Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg, Freiburg im Breisgau 2004.

Kunstgeschichte[Bearbeiten]

Natur[Bearbeiten]

  • Adolf Hanle: Nordschwarzwald (Meyers Naturführer). Mannheim/Wien/Zürich 1989
  • Adolf Hanle: Südschwarzwald (Meyers Naturführer). Mannheim/Wien/Zürich 1989
  • Ulrike Klugmann (Hrsg.): Südschwarzwald, Feldberg und Wutachschlucht (Naturmagazin Draußen). Hamburg 1983
  • Hans-Peter Schaub: Der Schwarzwald. Naturvielfalt in einer alten Kulturlandschaft. Mannheim 2001

Belletristik[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Schwarzwald – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Schwarzwald – Reiseführer
 Commons: Schwarzwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Schwarzwald – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Emil Meynen, Josef Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).
  2. Infodienst Landwirtschaft - Ernährung - Ländlicher Raum des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg
  3. Naturräumliche Haupteinheiten Baden-WürttembergsLUBW (PDF, 3,1 MB; Hinweise)
  4. Heinz Fischer: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 169 Rastatt. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1967. → Online-Karte (PDF; 4,4 MB)
  5. Friedrich Huttenlocher, Hansjörg Dongus: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 170 Stuttgart. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952, überarbeitet 1967. → Online-Karte (PDF; 4,0 MB)
  6. Heinz Fischer, Hans-Jürgen Klink: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 177 Offenburg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1967. → Online-Karte (PDF; 4,0 MB)
  7. Friedrich Huttenlocher: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 178 Sigmaringen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1959. → Online-Karte (PDF; 4,3 MB)
  8. Günther Reichelt: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 185 Freiburg i. Br. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1964. → Online-Karte (PDF; 3,7 MB)
  9. Alfred G. Benzing: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 186 Konstanz. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1964. → Online-Karte (PDF; 4,1 MB)
  10. Diese Umnummerierung der deutschen Hauptlandschaften nach Ssysmank wird im Bundesamt für Naturschutz verwendet, wo feinere Einheiten jedoch in Landschaftssteckbriefen nach wie vor nach der Hierarchie der Bundesanstalt für Landeskunde gegliedert werden.
  11. Bezeichnung auf den Blättern Freiburg und Konstanz; die Blätter Offenburg und Sigmaringen im Norden der Einheit verwenden die Bezeichnung Südöstlicher Schwarzwald des Handbuchs, die auch die aktuelle Gliederung der LUBW – trotz der erfolgten Auslagerung des Südens der Einheit zur neuen Einheit 1551 bzw. zu 155 seit den Blättern Freiburg und Konstanz – verwendet.
  12. Die frühere Haupteinheit 155 Hochschwarzwald umfasste weniger Fläche als die heutige Über-Haupteinheit 155, da die Einheit 1551 Südlicher Hochflächenschwarzwald zum Teil auch aus Gebieten der vormaligen Einheit 154 besteht. Mit der landläufig in nicht klaren Grenzen als Hochschwarzwald bezeichneten Region stimmt die Einheit, je nach Definition, nur vage überein.
  13.  Ekkehard Liehl, Wolf Dieter Sick (Hrsg.): Der Schwarzwald. Beiträge zur Landeskunde. In: Veröffentlichung des Alemannischen Instituts Freiburg i. Br.. 3. Auflage. 47, Konkordia, Bühl 1984, ISBN 3-7826-0047-9, S. 70.
  14. LUBW, Deutscher Wetterdienst: Klimaatlas Baden-Württemberg, Jahresniederschläge 1971–2000: Kartenbeschreibung, Karte, abgerufen am 3. September 2013
  15. Tabula Peutingeriana; Ammianus Marcellinus 21, 8, 2; siehe Maximilian Ihm: Abnoba. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,1, Stuttgart 1893, Sp. 104.
  16. Inklusive Privatunterkünften und der Übernachtung von Verwandten und Bekannten. Schwarzwald Tourismus GmbH: Tourismusentwicklung im Schwarzwald 2009, abgerufen am 12. Oktober 2011.
  17. Baden-Württemberg: Landesregierung will Motorradlärm eindämmen. In: Spiegel Online vom 24. Juli 2012
  18. Schauinsland: Motorradfahrer ignorieren Fahrverbot – Radler in Angst. In: Badische Zeitung vom 28. Juni 2010
  19. Brigitte Heck: Ein Hut macht Karriere.. In: Badisches Landesmuseum Karlsruhe (Hrsg.): Baden! 900 Jahre – Geschichten eines Landes. Info-Verlag, Karlsruhe 2012, ISBN 978-3-937345-56-7, S. 256 (Katalog zur Großen Landesausstellung)