Lauterbrunnen
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| Lauterbrunnen | |
|---|---|
|
|
|
| Basisdaten | |
| Kanton: | Bern |
| Amtsbezirk: | Interlaken |
| BFS-Nr.: | 0584 |
| PLZ: | 3822 |
| UN/LOCODE: | CH WNG (Wengen) |
| Koordinaten: | (636032 / 161077)46.5999917.908887795Koordinaten: 46° 36′ 0″ N, 7° 54′ 32″ O; CH1903: (636032 / 161077) |
| Höhe: | 795 m ü. M. |
| Fläche: | 164.4 km² |
| Einwohner: | 2478 (31. Dezember 2007)[1] |
| Website: | www.lauterbrunnen.ch |
| Karte | |
Lauterbrunnen ist eine politische Gemeinde im Amtsbezirk Interlaken des Kantons Bern in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Die Gemeinde liegt im Lauterbrunnental und besteht aus den Ortschaften Lauterbrunnen, Wengen, Mürren, Gimmelwald, Stechelberg und Isenfluh. Die Einwohnerzahl von Lauterbrunnen selbst liegt unter der von Wengen, ist aber höher als die der anderen vier Ortschaften. Die Gesamtfläche der Gemeinde Lauterbrunnen beträgt 164,5 km². Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt bei 728 m ü.M. und der höchste auf 4158 m ü.M.
Lauterbrunnen wird von der Weissen Lütschine durchflossen, die durchschnittlich einmal im Jahr über die Ufer tritt.
Die berühmteste und spektakulärste Touristenattraktion des Ortes sind die Trümmelbachfälle, mehrere Wasserfälle im Innern eines Berges.
[Bearbeiten] Geschichte
Lauterbrunnen ist ein Walserdorf, wurde also im Gegensatz zum übrigen Berner Oberland vom Wallis her besiedelt. 1240 wurde der Ort als Claro Fonte erstmals auf einer Urkunde erwähnt. 1253 sprach man von Liuterbrunnon. 1268 schon als Luterbrunnen. Dies bezieht sich aus den klaren (lauter) Quellen und Bäche (Brunnen).
Im Jahre 1669 wütete die Pest im Lauterbrunnental. Beginnend von Wengen aus, starben von den 580 Personen, die das Tal damals bewohnten 360. Dies innerhalb von 4 Monaten.[2]
Der Staubbachfall inspirierte Johann Wolfgang von Goethe, bei seiner zweiten Schweizer Reise 1779 zu seinem Gesang der Geister über den Wassern, den er als Gast im Pfarrhaus von Lauterbrunnen schrieb.[3]
Am 12. April 2007 zerschellte südlich von Lauterbrunnen in der Nordwand von Ebnefluh und Mittaghorn ein Tornado-Kampfflugzeug der deutschen Bundeswehr.[4]
[Bearbeiten] Kirche
1487 errichteten die Talbewohner ihre erste Kirche, ohne Erlaubnis der Pfarrei Gsteig, zu der sie gehörte. Von den Angehörigen im Lötschental wurden sie tatkräftig unterstützt. Bereits fünf Jahre vor Baubeginn wurde die Lötscherglocke gegossen. Und zu Fuss wurde dann die 200 kg schwere Glocke über die Wetterlücke getragen. Beim Abbruch der alten Kirche 1830 wurde das Traggerüst gefunden, mit dem dieser Transport bewältigt wurde. Am unteren Rand wurde die Glocke dabei beschädigt, weil bei den besonders steilen Passagen sie wahrscheinlich geschleift werden musste. Sie steht heute im Talmuseum.[5]
Seit 1528 ist es eine eigenständige Kirchgemeinde, nachdem es lange Zeit zur Kirchgemeinde Gsteig bei Interlaken gehört hatte.
[Bearbeiten] Verkehrsanbindung
Von Interlaken Ost fährt man mit den Berner Oberland-Bahnen (BOB) nach Lauterbrunnen. Dort hat man Anschluss an die Wengernalpbahn (WAB) nach Wengen und auf die Kleine Scheidegg und nach Grindelwald, sowie an die Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM) hinauf nach Mürren. Etwas südlich des Dorfes befindet sich zudem der Heliport der Air Glaciers.
[Bearbeiten] Einwohner
| Bevölkerungsentwicklung | ||
|---|---|---|
| Jahr | Gesamtgemeinde | Lauterbrunnen |
| 1653 | 525 | |
| 1783 | 860 | |
| 1811 | 1221 | |
| 1827 | 375 | |
| 1856 | 1698 | |
| 1900 | 2551 | |
| 1910 | 3204 | 1029 |
| 1930 | 2958 | |
| 1941 | 2819 | 885 |
| 1960 | 3281 | 1022 |
| 1970 | 3478 | 1073 |
| 1980 | 3077 | 954 |
| 2006 | 3065 | |
Die Gesamtgemeinde umfasst die Ortschaften Lauterbrunnen, Wengen, Mürren, Gimmelwald, Stechelberg und Isenfluh.
[Bearbeiten] Tourismus
Lauterbrunnen ist ein Anziehungspunkt für Base Jumper aus aller Welt, die von den umliegenden und um die 400 m hohen Felsen abspringen. Sie absolvieren dort jährlich etwa 10.000 Sprünge. Unter Base Jumpern bekannt sind Absprungpunkte wie "The Nose" und "La Mousse". Leider ist auch die Todesrate sehr hoch. Etwa 14% aller tödlichen Base-Jumping-Unfälle weltweit passieren im Lauterbrunnental. Die bisher 19 Toten (Stand: 5.Juni 2009)[6] lösten Diskussionen über ein Springverbot aus [7].
Mit den guten Bahnverbindungen ist Lauterbrunnen ausserdem Ausgangspunkt für die Ski- und Wandergebiete Kleine Scheidegg-Männlichen sowie Mürren-Schilthorn. Wandermöglichkeiten gibt es auch im hinteren Lauterbrunnental, welches gebietsweise unter Naturschutz steht. Von Lauterbrunnen führt bei genügender Schneemenge eine Langlaufloipe nach Stechelberg.
[Bearbeiten] Galerie
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden
- ↑ Auf Walserspuren durchs Lauterbrunnental, Verlag Schlaefli & Maurer AG
- ↑ Gesang der Geister über den Wassern
- ↑ Tornadoabsturz 12. April 2007, www.welt.de
- ↑ Talschaftszytig Nr.10 Oktober 2008
- ↑ [1]
- ↑ Artikel in Jungfrau-Zeitung über Base Jumping Verbot
[Bearbeiten] Weblinks
- visit-interlaken.com zeigt grosse Bildersammlungen der Region Jungfrau
- Offizielle Website der Gemeinde Lauterbrunnen
- Artikel Lauterbrunnen im Historischen Lexikon der Schweiz
- Tourismus Wengen-Mürren
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