Schlacht bei Halidon Hill

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Schlacht bei Halidon Hill
Datum 19. Juli 1333
Ort Halidon Hill, Nordengland (bei Berwick-upon-Tweed)
Ausgang Englischer Sieg
Konfliktparteien
SchottlandSchottland Königreich Schottland England KonigreichKönigreich England Königreich England
Befehlshaber
Douglas Arms 1.svg Archibald Douglas Royal Arms of England (1198-1340).svg Eduard III. von England
Truppenstärke
ca. 7.500 Mann, davon
• 900 Reiter
• 6.600 Fußsoldaten[1]
geringer,
vielleicht 5.000 Mann
Verluste
mindestens 4.000 Gefallene gering

Die Schlacht bei Halidon Hill am 19. Juli 1333 war die letzte Schlacht der Schottischen Unabhängigkeitskriege. Beim Versuch, die belagerte Stadt Berwick-upon-Tweed zu entsetzen, wurden die schottischen Truppen unter Sir Archibald Douglas auf ungünstigem Terrain von den Engländern vernichtend geschlagen.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Edward Balliol hatte sich 1332 zum König von Schottland gekrönt, war aber von den Anhängern König Davids II. vertrieben worden und musste über die Grenze nach England fliehen. Er bat den jungen König Eduard III. um Unterstützung, die ihm auch gewährt wurde. Im Frühjahr 1333 marschierte Balliol mit einem englischen Heer unter Führung Eduards nach Norden. Sie erreichten am 1. April Durham und begannen am 12. April mit der Belagerung der Grenzstadt Berwick-upon-Tweed. Nach zweimonatiger Belagerung erklärten sich die Verteidiger Berwicks zur Übergabe bereit, falls sie bis zum 20. Juli keinen Entsatz erhalten sollten. Um die Übereinkunft zu sichern, gab der Kommandant der Stadt, Sir Alexander Sutton, Eduard seine beiden Söhne als Geiseln. Sie wurden später gehängt.

Unterdessen näherte sich der Vormund Davids II., Sir Archibald Douglas, mit etwa 7.500 Mann,[1][2] aus Northumberland kommend. Er fiel nach Nordengland ein und unternahm einen vergeblichen Versuch, die englische Königin Philippa aus Schloss Bamburgh zu entführen. Nachdem Eduard ihnen nicht den Gefallen tat, die Belagerung von Berwick abzubrechen um ihnen entgegenzuziehen, überquerten die Schotten den Tweed, um Berwick Entsatz zu leisten. Das englische Heer war zahlenmäßig kleiner als das der Schotten[3][4] und stellte sich bei Halidon Hill, nordwestlich vor Berwick zur Schlacht auf.

Schlachtverlauf[Bearbeiten]

Eduard hatte seine Truppen in drei Abteilungen geteilt, die an den Flanken und möglicherweise auch in der Front von Langbogenschützen gedeckt wurden. Der linke Flügel wurde von Edward Balliol, der rechte vom Earl of Norfolk und das Zentrum von Eduard selbst befehligt. Einen Großteil der adligen Ritter ließ Eduard absitzen und in die Abteilungen der Fußtruppen einreihen, auch Eduard selbst kämpfte unstandesgemäß als Fußsoldat, was einiges Aufsehen erregte.

Die Schotten waren in drei Abteilungen gegliedert, von denen Archibald Douglas die linke, und Sir Adam Gordon of Berwickshire die rechte anführte.

Die Schlacht am 19. Juli dauerte den ganzen Tag und war ein einziges Massaker an den schottischen Truppen. Die Schotten mussten über sumpfigen Grund vorrücken, auf dem sie sich nur schwer bewegen konnten, und anschließend den Hügel erstürmen, auf dem die Engländer postiert waren. Bei ihrem massierten Angriff boten sie ein leichtes Ziel für die englischen Langbogenschützen, die von oben herab eine Salve nach der anderen schossen, während die schottischen Speerträger weitgehend wirkungslos blieben. Die Schotten erlitten durch den Langbogenbeschuss verheerende Verluste und konnten nicht die nötige Wucht entfalten, um die dicht aufgestellten Reihen der Engländer zu durchbrechen. Als ihr Ansturm abgewiesen war, saß die englische Reiterei wieder auf und schlug die übriggebliebenen Schotten in die Flucht.

Während die Engländer nur geringe Verluste erlitten, angeblich nur 14 Mann, beklagten die Schotten den Verlust von mindestens 4.000 Mann, darunter sechs Grafen, 70 Barone, 500 Ritter, sowie Sir Archibald Douglas und Sir Adam Gordon. Nur wenige Gefangene wurden gemacht, 100 von ihnen ließ Eduard III. am Morgen nach der Schlacht enthaupten.[5] Eine ganze Generation schottischer Adliger wurde durch die Schlacht ausgelöscht oder zumindest erheblich dezimiert. Die walisischen Langbogenschützen wurden später in den Schlachten bei Crecy (1346), Poitiers (1356) und Azincourt (1415) erfolgreich eingesetzt.

Nach der Schlacht wurde die Belagerung Berwicks fortgesetzt; die Stadt kapitulierte am nächsten Tag.

Eduard III. setzte Edward Balliol nun wieder als König von Schottland ein und überließ diesem selbst die Durchsetzung seiner Machtansprüche. Da Eduard III. eine französische Invasion im Süden seines Landes befürchtete, gliederte er lediglich Berwick in sein Reich ein und unternahm keine weiteren Eroberungsfeldzüge nach Schottland.

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Vgl. J. F. Verbruggen: The art of warfare in Western Europe during the Middle Ages. From the eighth century to 1340. Boydell & Brewer, 2002, ISBN 0-85115-570-7, S. 168
  2. Zahlenangaben mittelalterlicher Chronisten über die Truppenstärke der Schotten reichen von 14.629 (Vgl. Walter of Guisborough Continuator, II 308 f.) bis über 100.000 Mann (Vgl. Layamon: The Brut, I 285), gelten aus heutiger Sicht jedoch als übertrieben.
  3. Vgl. Kelly De Vries: Infantry Warfare in the Early Fourteenth Century. S. 122
  4. Die einzige Zahlenangabe zur Truppenstärke der Engländer stammt von Thomas of Burton und übertreibt mit 10.000 Mann.
  5. Vgl. H. Seehase, R. Krekeler: Der gefiederte Tod. S. 182 f.

Literatur[Bearbeiten]

  • William James Ashley: Edward III and His Wars, 1327-1360. Extracts from the Chronicles of Froissart, Jehan Le Bel, Knighton, Adam of Murimuth, Robert of Avesbury, et al. BiblioBazaar, 2010, ISBN 1-141-20420-7.
  • Jim Bradbury: The medieval archer. Boydell & Brewer, Woodbridge 1985, ISBN 0-85115-675-4, S. 88 ff.
  • Kelly De Vries: Infantry Warfare in the Early Fourteenth Century. Discipline, Tactics, and Technology. Boydell & Brewer, Woodbridge 1998, ISBN 0-85115-571-5, S. 112 ff.
  • Hagen Seehase, Ralf Krekeler: Der gefiederte Tod. Die Geschichte des englischen Langbogens in den Kriegen des Mittelalters. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2001, ISBN 3-9805877-6-2, S. 81 ff.

55.785833333333-2.0516666666667Koordinaten: 55° 47′ 9″ N, 2° 3′ 6″ W