Schloss Prugg

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Schloss Prugg

Das Schloss Prugg ist ein Stadtschloss in Bruck an der Leitha in Niederösterreich.

Das in Privatbesitz der Familie Harrach befindliche Schloss mitsamt seinem Park und Nebengebäuden bildet eine eigene Katastralgemeinde von Bruck. Das Schloss ist nicht frei zugänglich, während der Park öffentlich ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Rückseite des Schlosses
Schloss Prugg, Rückseite (um 1900)
Schloss Prugg, Portal von Passerini, heutiger Zustand

Das Schloss wurde ursprünglich als Burg zum Schutz gegen immer wieder einfallende Ungarn errichtet. Das Gebiet gehörte zu einer Schenkung aus dem Jahr 1074 von König Heinrich IV. an den Bischof von Freising. Zu dem Namen Ascherichsbrugge kam es durch den Bischof Ascherich, der um das Jahr 1000 das Erzbistum Gran leitete.

Nach einigen Besitzerwechseln fiel der Ort und die Herrschaft 1236 an die Babenberger. Die damalige Wasserburg wird 1242 das erste Mal urkundlich erwähnt. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Brücke über die Leitha, die schon unter den Römern wichtig war und die Reichsgrenze bildete. Daher hatte die Grenzburg eine große militärische Bedeutung und wurde im Mittelalter nie verliehen. Nur bei dringendem Geldbedarf wurde sie kurzfristig verpfändet. Dazu zählten beispielsweise die Kuenringer.

Die Burg hielt den Angriffen immer wieder stand. Nur 1484 musste sie wegen Proviantmangel nach einer sechswöchigen Belagerung durch die Ungarn aufgegeben werden. Aber 1490 war sie schon wieder im Besitz Maximilians I. Bei der Ersten Türkenbelagerung gegen Sultan Süleyman musste sie abermals aufgegeben werden.

Im Jahr 1560 wurde Ort und Burg an den Freiherrn Leonhard IV. von Harrach verpfändet, der auch schon Besitzer des benachbarten Rohrau war. Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges ging sie vollends in das Eigentum des Reichsgrafen Carl von Harrach über. Durch einen Schutzbrief von Kara Mustafa Pascha blieb die Burg bei der Zweiten Türkenbelagerung 1683 verschont.

Nach den Türkenkriegen wurde die Burg von Grund auf in das Schloss umgebaut. Von 1707 bis 1711 an ließ Aloys Thomas Raimund Graf Harrach, Landmarschall in Niederösterreich, das ältere Schloss in Bruck an der Leitha durch den Architekten Johann Lucas von Hildebrandt vollständig umbauen. Die Künstler die mit Hildebrandt arbeiteten, waren die Bildhauer Johann Bendl, Giovanni Battista Passerini aus dem kaiserlichen Steinbruch, Giovanni Stanetti und Joseph Kracker, die Stuckateure Alberto Camesina und Santino Bussi, der Freskomaler Bartolomeo Altomonte. Dokumentiert sind große Aufträge für die Steinmetzbruderschaft in Kaisersteinbruch.

Korrespondenz des Grafen mit seinem Kammerdiener Koch Friedrich[Bearbeiten]

  • Wien, 4. Mai 1708

Ihro hochgräfliche Excellenc, Hochgeborener Reichsgraf .... Bericht erstatte, wie daß ich den 30. verwichenen Monats, nach Ihro Excellenc Befehl, nacher Bruck abgangen, und gleich darauf die Grundfest zu dem Neuen Stock habe ausmauern angefangen, mit welcher ich diese Woche verhoffe, fertig zu werden. Dazu ich den Jean Luca (Hildebrandt) auch diese Woche eilends abzuholen, um weitere Fortsetzung, .... Habe auch bei dem Neuen Gebäu 12 Maurer wollen halten, dieses aber läßt sich nicht tun, indem ich auf einen Jedweden bis 500 Ziegel zu verarbeiten rechne, und die Fuhren, mir solche zuzuführen, ausreichend sind. Die kayserlichen Steinmetzen halten mich mit denen Dachungen vorderen Tores sehr auf, daß der Bildhauer seine Statuen nicht versetzen kann, zu welchem ich fast täglich schicke.

  • Wien, 6. Juni 1708

Hochgeborener Reichsgraf, Euer Excellenc gnädiges, vom 30. Mai datiertes Schreiben, habe ich gehorsamst erhalten und gehorsamst Bericht erstatte, daß ich gestern mit dem Jean Luca zu Bruck bin gewesen, welcher die verfertigten Steiner vom Passerini auf das Tor hat aufsetzen lassen, ... solle der untere Stock inner 12 Tagen in die Höhe kommen ...

  • Wien, 23. Juni 1708

Gehorsamst Euer Excellenc berichte, wie das Neue Gebäu ziemlichermaßen befördert wird .... so ist alles bereit, jedes Fenster in sein Stand, bis zum Versetzen, des Passerini Steiner sind auch verfertigt, nach denen Feiertägen, sobald ich oder der Jean Luca abkommen werde können, solche versetzt werden.

  • Bruck an der Leitha, 13. Sep. 1709

Ich ends Unterschriebener bekhenne, daß mir auf meine gelieferte Steinmetzarbeit der Rest von 158 fl von Herrn Johann Andreas Bertram zu meinen Handen richtig bezahlt worden. Battista Passerini

  • Bruck an der Leitha, 31. Dez. 1710

Im Verzeichnis der Steinmetzarbeit des Paul Kögl, allhier in Bruck an der Leitha der Hinweis auf die Kayser Steinbröcherische Schneckhenstiegen im Schloßgebäude.

  • Bruck an der Leitha, 30. Apr. 1713

Was in Ihro hochgräfliche Excellenc /:titl:/ Herrn Grafen Alois Thomas Raimund von Harrach in Dero Schloß nacher Bruck an der Leitha von hartem Kayser Steinbrucher Stein von mir zu endes Benannten gemacht und geliefert, wie folget: Erstlichen 4 große Streifstein auf die Ecken, jeder 15 fl - 60 fl, 325 Schuch 3 Zoll dicke Pflasterplatten im Pferdestall, je Schuch 13 kr 70 fl 28 kr Summa - 130 fl 28 kr. Hans Georg Haresleben.

Das Innere wurde erst in den 1730er Jahren fertiggestellt. Im Jahr 1789 wurde der Barockgarten in einen englischen Park verwandelt.

Weiter ausgebaut wurde das Schloss unter Reichsgraf Johann von Harrach im Jahr 1792. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden das romantische Tor und das neugotische Haus des Parkaufsehers errichtet. Von 1854 bis 1858 erhielt das Schloss den englischen Tudorstil durch den englischen Architekten Charles Buckton Lamb.

Der Park wurde bis zum Ersten Weltkrieg von bis zu 50 Gärtnern instand gehalten und gepflegt. Aufzeichnungen zufolge gab es bis zu 6.000 verschiedene Baum- und Pflanzenarten.

Im Jahr 1945 wurde das Schloss stark geplündert. Ein Teil der Einrichtung konnte jedoch wieder sichergestellt werden.

Das Schloss Prugg befindet sich nach wie vor in Familienbesitz der Familie Harrach.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Prugg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.02472222222216.785Koordinaten: 48° 1′ 29″ N, 16° 47′ 6″ O