Ruine Merkenstein

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Ruine Merkenstein
Vischer-Stich von Merkenstein, 1670

Vischer-Stich von Merkenstein, 1670

Entstehungszeit: vor 1166
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Bad Vöslau
Geographische Lage 47° 58′ 58″ N, 16° 7′ 52″ O47.98277777777816.131111111111Koordinaten: 47° 58′ 58″ N, 16° 7′ 52″ O
Ruine Merkenstein (Niederösterreich)
Ruine Merkenstein

Die Burg Merkenstein ist eine niederösterreichische Burg bei Bad Vöslau in der Katastralgemeinde Großau. Die Burg ist heute nur noch als Ruine erhalten. Nach unsicheren Quellen wurde sie bereits vor 1141 erwähnt. Die erste sichere Erwähnung stammt aus dem Codex Falkensteinensis um 1170.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 1322 saßen die Merkensteiner auf der Burg, bis sie sie weitergeben mussten. Die nächsten wichtigen Burgbesitzer waren die Wallseer, die Burg Merkenstein insgesamt gute 100 Jahre hielten, bis sie die Burg 1440 aus finanziellen und familiären Gründen an Stephan von Hohenberg weiterreichen mussten. Die Hohenberger herrschten über Merkenstein bis 1484. Dabei war die Burg einmal Schauplatz einer kaiserlichen Belagerung.

1482 stellte nämlich der damalige Burgherr, Hans III. von Hohenberg seine Burgen Merkenstein, Hohenberg und Kreisbach dem Ungarnkönig Matthias Corvinus zur Verfügung in dessen Krieg gegen Kaiser Friedrich III.. Daraufhin schickte der Kaiser eine Armee gegen Merkenstein, doch scheiterte die Belagerung nach insgesamt vier Wochen. 1484 hatte sich Hans III. mit Friedrich versöhnt und ihm daraufhin Burg Merkenstein verkauft. Die Burg wurde nun landesfürstlich und von kaiserlichen Gesandten erhalten.

1486 kehrte jedoch König Matthias Corvinus zurück und eroberte Merkenstein. Nach seinem Tod fiel die Burg wieder an das Reich zurück. 1603 bis 1672 war sie im Besitz der Familie Heißperger, danach der Dietrichsteiner. 1683 wurde die Burg durch osmanische Truppen eingenommen und zerstört.[1]

Zur Herrschaft Merkenstein zählte im 16. Jahrhundert außer Gainfarn und Großau die Herrschaft Pottenstein und die Ämter Furth, Muggendorf und St. Veit.

Zum Gut Merkenstein gehörten neben dem viel jüngeren Schloss Merkenstein etwa 40 % des Gemeindegebietes der damaligen Gemeinde Großau. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war die Burg neben dem Gut im Besitz der deutschen Linie der Familie Krupp. Deshalb fiel sie als Deutsches Eigentum nach dem Krieg in die USIA-Verwaltung der Sowjets. Nach dem Staatsvertrag kam die Burg in das Eigentum der Republik und damit in das der Bundesforste.

Der deutsche Komponist Ludwig van Beethoven hat der Ruine Merkenstein zwei Lieder gewidmet.

Im Oktober 2008 war die Ruine Schauplatz der Dreharbeiten für die Fernsehkrimiserie Vier Frauen und ein Todesfall.[2]

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dehio-Handbuch Niederösterreich südlich der Donau, 2003, Verlag Berger, Horn/Wien, ISBN 3-85028-364-X, S. 142
  2. Vienna Press Bildagentur

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Redl, Merkenstein. Die Geschichte der Burgruine, des Schlosses & der Herrschaft Merkenstein. Eine Zusammenstellung Stadtgemeinde Bad Vöslau, 2008

Weblinks[Bearbeiten]