Schweisser

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Dieser Artikel behandelt die deutsche Band Schweisser, für den Beruf Schweißer siehe dort.
Schweisser
Allgemeine Informationen
Genre(s) Deutschpunk, Crossover, Neue Deutsche Härte
Gründung 1988
Auflösung 2001
Neugründung 2006
Gründungsmitglieder
Tommi Böck
Gitarre
Martin „Buffo“ Völker (bis 2001)
Sepp Lautenbacher (bis 2001)
Miene Gruber (bis 2001)
Gerald „Greulix“ Schrank (bis 2001)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Tommi Böck
Gitarre
Fabian Exter (seit 2006)
Schlagzeug
Martin Messerschmidt (seit 2006)

Schweisser ist eine deutsche Neue-Deutsche-Härte-Band aus Utting am Ammersee. Die Band macht im Verlauf ihrer Karriere mehrere Stilwechsel durch. Nach ihrer Auflösung 2001 ist der Sänger der Band mit zwei neuen Mitgliedern seit 2006 wieder aktiv.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Schweisser gründen sich 1988. Bereits ein Jahr später wird die erste selbst betitelte EP veröffentlicht. Da sich keine Plattenfirma findet, übernimmt die Band die Produktion und den Vertrieb selber. Das Werk erschien in einer Auflage von 1.000 Stück auf Vinyl. Innerhalb eines halben Jahres sind alle Exemplare verkauft, so dass die EP ein gesuchtes Sammlerstück ist.

1991 unterschreibt die Band einen Vertrag mit der Firma Trikont (unter anderem Ton Steine Scherben). Im Herbst erscheint das Debütalbum „Auf der Autobahn zur Hölle“. Zu dieser Zeit spielt die Band noch Punkrock. In den folgenden zwei Jahren spielen die Schweisser über 300 Konzerte im deutschsprachigen Raum. Wenn keine Konzerte anstehen, halten sich die Mitglieder mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Durch diese Situation werden die Liedtexte in der Folgezeit ernster und nachdenklicher.

1994 wechseln die Schweisser zu Intercord. Im Sommer wird in Saarbrücken das zweite Album „Eisenkopf“ aufgenommen. Anstatt Punkrock spielt die Band nun knallharten Metal und scheuen sich nicht, ein für den Metal untypisches Instrument wie das Saxophon zu verwenden. Die Plattenfirma ist begeistert und finanziert der Band einen Videoclip für das Titellied. Das „Eisenkopf“-Video wird als erstes deutschsprachiges Video in der MTV-Sendung „Headbanger's Ball“ ausgestrahlt. Der Metal Hammer kürt „Eisenkopf“ zum Album des Monats und die Schweisser gehen in den folgenden neun Monaten auf Tour. Ein Höhepunkt ist der Auftritt beim Dynamo Open Air, wo die Schweisser als erste Band mit deutschen Texten auftritt. Für das Lied „Hölle“ wird ebenfalls ein Video gedreht.

Im Frühjahr 1995 verlängert die Band ihren Vertrag mit Intercord. Ein Jahr später erscheint das dritte Album „Willkommen im Club“, mit dem die Schweisser erstmals den Sprung in die Charts schaffen. Die folgende Tour dauert drei Monate und führt erstmals ins Ausland (unter anderem Niederlande, Italien). Im Herbst 1996 wird die „Malaria“-EP veröffentlicht. Die EP enthält neben drei Remixen des Titelliedes noch einen unveröffentlichten Song. Die Band fliegt nach Indien, um einen Videoclip zu drehen. Die Zuschauer der VIVA-Sendung „Metalla“ wählen den Clip zum besten nationalen Metalvideo des Jahres.

Während des Indienaufenthaltes beginnt die Band neue Lieder zu schreiben. Schon bald wird klar, dass die Band neue Wege beschreiten und experimentieren will. Das vierte Album „Heiland“ fällt entsprechend gemäßigter aus. Für das Lied „Meine Liebe ist ein Monster“ wurde die Band Apocalyptica als Gastmusiker engagiert. Die medienkritische erste Single „Friss Scheiße“ wird vom Bayerischen Rundfunk auf den Index gesetzt. Dennoch wird das Album ein Erfolg und die Schweisser gehen mit den Melvins auf Tournee, was bei einigen Metalfans Stirnrunzeln hervorruft. Neben den Liedern für das Album nahmen die Schweisser noch das Lied „Bitte, Bitte“ für einen Die Ärzte-Tributesampler auf.

Im Februar 1998 spielten die Schweisser ihr erstes Akustikkonzert. Aufgrund der guten Resonanzen beschloss die Band, im Dezember 1998 eine ganze Tournee mit Akustikkonzerten zu bestreiten. Inspiriert durch diese Tour beschloss die Band, dass das neue Album ruhiger als die früheren Werke klingen sollte. Im Herbst wird der Band mitgeteilt, dass ihre Plattenfirma Intercord vom Mutterkonzern EMI aufgelöst wird. Dennoch erklärt sich die EMI bereit, das kommende Album zu veröffentlichen. Das fünfte Album „Bitte warten“ erscheint im Februar 2000 und hat mit den früheren Werken kaum noch etwas zu tun. Viele Fans der ersten Stunde wenden sich angesichts des poppigen Sounds enttäuscht ab, während viele Musikmagazine durchaus positive Kritiken abdrucken, in welchen vor allem die nachdenklichen Texte und der Mut zur Veränderung gelobt wird[1][2]. 2001 löst sich die Band auf.

Im Jahr 2006 verkündet Tommi Böck überraschend die Rückkehr der Schweisser ins Geschäft. Von der ursprünglichen Besetzung ist jedoch nur noch er selbst als Sänger dabei. Im Herbst erscheint das Comebackalbum „Pororoca“, das jedoch nur sehr verhalten aufgenommen wird.

Ein Jahr später, 2007, wird der Schweisser-Titel „Scheißkind“ zusammen mit der österreichischen Nachwuchs-Rockband „Rigo Mortis“ neu interpretiert. Da Rigo Mortis aber noch im selben Jahr der Plattenvertrag entzogen wird, bleibt das Rerelease bis heute unveröffentlicht.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • 1991: Auf der Autobahn zur Hölle
  • 1994: Eisenkopf
  • 1996: Willkommen im Club
  • 1997: Heiland
  • 2000: Bitte warten
  • 2006: Pororoca

EPs[Bearbeiten]

  • 1989: Schweisser
  • 1996: Malaria
  • 1997: Friss Scheiße

Singles[Bearbeiten]

  • 1997: Es hört nie auf
  • 2000: Stern II
  • 2000: Vermissen

Videoclips[Bearbeiten]

  • 1994: Eisenkopf
  • 1994: Hölle
  • 1996: Willkommen im Club
  • 1996: Malaria

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/s/schweisser/bitte_warten/index.htm
  2. http://www.plattentests.de/rezi.php?show=97