Metal Hammer
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Metal Hammer ist ein seit über zwanzig Jahren bestehendes und international vertretenes Musikmagazin, welches sich auf die Genres Metal und Hard Rock spezialisiert hat. Daneben finden auch andere „harte“ Musikformen wie Hardcore, Punk oder Crossover Beachtung.
Die deutsche Ausgabe mit Redaktionsstandort in München erscheint einmal monatlich in der Axel Springer Mediahouse GmbH, einer Axel Springer Verlag-Tochter. Im Jahre 2001 wurde Thorsten Zahn zum bis heute inhaltlich verantwortlichen Chefredakteur.
In anderen Ländern, zum Beispiel England, Italien oder Griechenland, erscheint Metal Hammer in jeweils unabhängigen Redaktionen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Gründung
Der Metal Hammer wurde 1983 in Deutschland von Dietmar Wagner (Verleger) zusammen mit Jürgen Wigginghaus (beide auch Gründer und Herausgeber des Magazins „Musik Szene“) gegründet. Das Originalkonzept eines globalen multi-sprachlichen Rockmagazines wurde von Wilfried F. Rimensberger, damaliger Chefredakteur der Musik Szene,in London entwickelt. Er ist Gründungsverleger der englischen Metal-Hammer-Ausgabe, und von Beginn an London-Korrespondent für den deutschsprachigen Metal Hammer an dessen Entwicklung er einen wesentlichen Anteil hatte. Anstoß war der Erfolg des ersten Heavy-Metal-Magazins Kerrang! in England. Rimensberger diskutierte erstmals 1982 sein Konzept eines mehrsprachigen Rockmusikmagazins mit Kerrang!, das in einem ersten Schritt den Eintritt in den deutschsprachigen Markt beinhaltete. Die Gespräche führten aber zu nichts und wurden Anfang 1983 abgebrochen. Rimensberger diskutierte nun das Konzept mit Wigginghaus, der darauf hin den Metal Hammer in Deutschland entwickelte. Im Januar 1984 erschien die erste Ausgabe mit 48 Seiten Umfang und hatte einen enormen Starterfolg.
Die Redaktion war in Lüdenscheid und international in London untergebracht. Erster Chefredakteur der deutschen Ausgabe war Charly Rinne. Hinter diversen Pseudonymen, wie Joop Van Nijmwegen, Paul A. Royd oder Andreas Weiß verbarg sich der damalige Steeler-Sänger Peter Burtz, ebenfalls ein Gründungsmitglied des Metal Hammer. Von London her lieferte Wilfried Rimensberger ebenfalls auch unter diversen Pseudonymen exklusive Interviews und Insider-Geschichten die dem jungen Magazin schnell eine internationale Reputation gaben. Rimensberger verbrachte auch jeden Monat einen Teil seiner Zeit in Lüdenscheid und später Dortmund auf der deutschen Redaktion um neben redaktioneller Unterstützung der Chefredaktoren vor allem Wigginghaus strategisch zu beraten. Ein Jahr später hatte sich der Heftumfang der deutschsprachigen Ausgabe verdoppelt und jeden Monat konnten 55000 Exemplare des Hefts verkauft werden. Nach der Ablösung von Charly Rinne durch den gelernten Blattmacher Reinhard Harms als Chefredakteur im August 1986 schnellte die verkaufte Auflage der deutschen Ausgabe binnen dreier Monate von 60000 auf 90000 Exemplare hoch. Wilfried Rimensberger verkaufte 1987 seine Metal Hammer Titelrechte und die englischsprachige internationale Ausgabe an Wigginghaus mit dem er sich schon damals wegen unprofessionellem Vorgehen in der deutschsprachigen Ausgabe oft in den Haaren lag. Reinhard Harms wurde danach Chefredakteur und sorgte von 1988 bis 1990 in London gemeinsam mit dem früheren Melody-Maker-Schreiber und vielfachen Buchautoren Chris Welch an der Spitze der UK-Metal-Hammer-Redaktion auch dafür, dass die Auflage der englischen Ausgabe bis auf über 70000 Exemplare stieg und das Original Kerrang! in ernsthafte Bedrängnis gebracht wurde. Die herausragende Position des Magazins, vor allem gegenüber schnell auftauchenden Konkurrenzprodukten, wurde vor allem durch die englischsprachige Ausgabe mit globaler Reichweite und den damit verbundenen exklusiven Berichterstattungen und Interviews erzielt. So wurde zum Beispiel die Metal-Hammer-Reportage zum Rock-in-Rio-Festival von Rimensberger auch für das ZDF co-produziert und in einer Extrasendung des ZDF „SchülerExpress“ mit dem Metal Hammer und der „Musik Szene“ koordiniert ausgestrahlt. Große, internationale Festivals wie Monsters of Rock in Castle Donington wurden durch Rimensbergers Verbindungen erstmals von Metal Hammer präsentiert und festigten den Namen Metal Hammer bei Rockfans rund um die Welt. Auch die Zusammenarbeit mit MTV (Bailey Brothers) und der BBC (Tommy Vance-Show), die ebenfalls von Rimensberger eingefädelt wurden, verhalf dem Magazin mit einer mehrsprachigen monatlichen weltweiten Verkaufsauflage von über einer halben Million in der zweiten Hälfte der 1980er zum globalen Sprachrohr der Szene zu werden.
[Bearbeiten] Marktführer
Im September 1985 wurde erstmals der „Soundcheck“ (siehe weiter unten) ins Heft integriert, der von Dio mit dem Album „Sacred Heart“ gewonnen wurde. Am 14. September 1985 fand auf der Loreley das erste Metal-Hammer-Festival mit rund 30000 Besuchern statt, bei dem unter anderem die noch kaum bekannten Metallica, Venom und Running Wild auftraten (weitere Acts: Nazareth, Warlock, Wishbone Ash, Pretty Maids, Heavy Pettin, Savage Grace, Restless, Tyran Pace). Wilfried F. Rimensberger war wieder der verantwortliche Festivalproduzent, der auch die Videoverfilmung der Veranstaltung mit Metallica organisierte. Ein halbes Jahr später bestritten Anthrax, Overkill und Agent Steel die erste Metal-Hammer-Roadshow. 1986 war der Metal Hammer bereits Marktführer im deutschsprachigen Raum und die Redaktion zog nach Dortmund um.
Ein Jahr später musste Wigginghaus das Heft an den Schweizer MVG-Verlag verkaufen, nachdem er sich vorher auch mit Rimensberger zerstritten hatte, der im Besitz der Markenrechte an Metal Hammer und der „MetalHammer UK Limited“ war und als Strippenzieher von London her auch der deutschen Publikation maßgeblich zu ihrem Erfolg verhalf und viele Probleme der deutschen Redaktion immer wieder richtete. Rimensberger verkaufte seine Anteile an Wigginghaus und machte ihn auch mit dem Besitzer des MVG-Verlags bekannt. Wigginghaus blieb pro forma Herausgeber des Magazins, dennoch sollte es später zum Streit kommen. Am 30. April 1989 feierte der Metal Hammer in der Dortmunder Westfalenhalle ihr fünfjähriges Jubiläum. Es traten unter anderem Ozzy Osbourne, Warlock und Queensryche auf. Unter Chefredakteur Peter Burtz wurde die 14-tägige Erscheinungsweise des Heftes gestoppt und wieder auf eine monatliche umgestellt. Der Metal Hammer erreichte so mit 125.000 abgesetzten Exemplaren pro Monat seinen Verkaufshöhepunkt. Im Sommer 1991 erschien das erste Videomagazin. Burtz wechselte 1992 als A&R Direktor zur EMI Electrola, wo er Künstler wie Paradise Lost, Fury In The Slaughterhouse oder Deep Purple unter Vertrag nahm.
[Bearbeiten] Veränderungen
1993 eskalierte der Streit zwischen Wigginghaus und dem MVG-Verlag. Die Redaktion zog nach München um. Mit Andrea Nieradzik setzte der deutsche Metal Hammer auf eine neue Chefredakteurin, die verstärkt neue Trend- und Modeerscheinungen in den Vordergrund holte. Damit reagierte das Heft auf die Veränderungen in der Welt der harten Musik, die nicht zuletzt durch den Grunge-Boom beeinflusst wurden. Wigginghaus versuchte vergeblich, das „Headbangers Ball“-Magazin zu etablieren und Rimensberger arbeitete nach seiner Beratertätigkeit für MTV Europa und dem Aufbau des Rockmusikkonzeptes Phenomena von München und London aus an der europäischen Einführung von Audiotex und baute gemeinsam mit den DFB-Fußballvereinen den ClubCall-Informationsservice auf, der 1996 von Springer erworben wurde.
Ab Mitte 1996 wurde das Wort „Metal“ im Hefttitel des Metal Hammer kleiner gedruckt, gleichzeitig begann eine Kooperation mit dem TV-Sender VIVA. Mit Markus Kavka übernahm ein Metal-Hammer-Redakteur die Moderation des Metalmagazins „Metalla“. Im Metal Hammer selber tauchen immer mehr „nichtmetallische“ Themen auf – so finden sich im März 1997 die No-Doubt-Sängerin Gwen Stefani auf dem Cover, ein paar Monate später Keith Flint von The Prodigy. Passend wird das Heft in „New Rock & Metal Hammer“ umbenannt, viele Metalfans wenden sich ab. Statt den zuvor bis zu 100.000 Exemplaren werden zuletzt nur noch 50.000 Exemplare des mittlerweile kurz „Hammer“ betitelten Heftes pro Monat verkauft.
[Bearbeiten] Rückbesinnung
Robert Müller übernimmt im Mai 1998 den Posten des Chefredakteurs. Ein Jahr später verkauft der MVG-Verlag das Heft an den Axel Springer Verlag, der den Metal Hammer in die Axel Springer Mediahouse München GmbH integriert. Der Metal Hammer wird seitdem häufig als „Metal Bild“ diffamiert. Für das Magazin ergeben sich allerdings Vorteile. In den kommenden Jahren kommt es zu einer weiteren Kurskorrektur zurück zu den traditionellen harten Klängen. 2001 übernimmt der ehemalige Visions-Redakteur Thorsten Zahn das Amt des Chefredakteurs. Unter seiner Leitung erfolgte der überfällige Start des Internetauftritts (2003) sowie ein Jahr später die Rückbenennung des Hefts in Metal Hammer.
Der Metal Hammer verkauft sich bei einer Druckauflage von 80.000 Exemplaren rund 45.000 mal pro Monat, insgesamt beziehen gut 6.000 Personen das Heft im Abonnement.[1] Damit ist Metal Hammer heute das reichweitenstärkste Musikmagazin für härtere Klänge im deutschsprachigen Bereich.
[Bearbeiten] Redaktion
[Bearbeiten] Liste der Chefredakteure
- 1984 – 1986: Charly Rinne
- 1986 – 1987: Reinhard Harms
- 1987 – 1990: Edgar Klüsener
- 1990 – 1993: Peter Burtz
- 1993 – 1998: Andrea Nieradzik
- 1998 – 2001: Robert Müller
- 2001 – heute: Thorsten Zahn
[Bearbeiten] Aktuelle Redaktion
- Thorsten Zahn (Chefredakteur)
- Petra Schurer (Chefin vom Dienst)
- Tobias Gerber (Online)
- Diana Glöckner (Lektorat)
- Christian Hector (Bildredaktion)
- Florian Krapp (Volontär)
- Thomas Poser (Schlussredaktion)
- Anzo Sadoni
- Frank Thießies
- Matthias Weckmann
Daneben schreiben über 20 freie Autoren, darunter auch eine Reihe ehemaliger Redaktionsmitglieder, regelmäßige Beiträge. Scott Ian von Anthrax trägt seit 2004 eine monatliche Kolumne bei. Mit Christof Leim und Christian Hector finden sich in der Redaktion auch zwei aktive Musiker, Hector spielt bei Ahab, Leim unter anderem bei Sinner.
[Bearbeiten] Heftinhalte
[Bearbeiten] Allgemein
Der Aufbau des Heftes folgt einer festen Struktur. Auf den ersten Seiten finden sich hauptsächlich Leserbriefe und Kurzmeldungen, daneben gibt es die so genannte „Track Attack“, bei welcher zwei Musiker ihnen vorgespielte Musikstücke kommentieren und zuordnen sollen. Es folgen diverse Studioberichte, in denen von Aufnahmen und Listening-Sessions berichtet wird.
Nach der bis zu zehnseitigen Titelgeschichte werden einzelne Bands und Musiker in Interviews oder journalistischen Artikeln porträtiert. Specials zu Band- und Plattenfirmenjubiläen oder Hintergrundberichte zu Genreentwicklungen schließen sich an. Artikel zu Musikgruppen aus potentiell weniger massentauglichen Sparten wie Death-, Black Metal oder Grindcore werden dabei in der Abteilung „Vorschlaghammer“ abgehandelt.
Dem „Soundcheck“ (siehe unten) folgen die Einzelbesprechungen zu allen Neuerscheinungen des Monats, eine Doppelseite wird Veröffentlichungen von Newcomer-Bands ohne Plattenvertrag gewidmet.
Der Metal Hammer schließt mit einer Übersicht zu anstehenden Konzertterminen und diversen Konzertberichten der vergangenen Wochen und Monate, die letzte Doppelseite gehört den Kleinanzeigen.
[Bearbeiten] Soundcheck
Der „Soundcheck“ gehört zu den zentralen Rubriken des Metal Hammer. Jeden Monat werden hier 25 bis 30 Neuerscheinungen von einer Jury aus Mitarbeitern, einem Musiker und einem Heftleser benotet. Die Notenskala reicht dabei von einem Punkt („Durchfall“) bis zu sieben Punkte („Idealfall“). Das Album mit dem höchsten Notendurchschnitt wird zum „Album des Monats“ gekrönt. Am erfolgreichsten war hier bisher Ozzy Osbourne, der sechsmal Sieger wurde. Vier Soundchecksiege konnten bislang nur Metallica, Machine Head und In Flames verbuchen.
Die bisher höchste Durchschnittsnote erhielt das Album „Master Of Puppets“ von Metallica mit 6,86 Punkten. Am schlechtesten schnitt das Album „Up The Dose“ von den Mentors mit einem Schnitt von 1,00 Punkten ab. Da der Musikgeschmack der einzelnen Juroren in den letzten Jahren immer breitgefächerter wurde sind heutzutage Durchschnittsnoten von über 5,50 Punkten eine Seltenheit.
Im Soundcheck werden keine Sampler bzw. Wiederveröffentlichungen aufgenommen. Ferner werden Neuerscheinungen, die nicht jedem Jurymitglied zur Verfügung gestellt werden, nicht berücksichtigt. Die nicht im Soundcheck auftauchenden Veröffentlichungen werden in Einzelkritiken besprochen.
[Bearbeiten] CD-/DVD-Beilage
Seit 1997 liegt dem Heft eine Promotion-CD mit dem Namen „Off Road Tracks“ bei. Auf diesen CDs können die Leser – teilweilse Wochen vor der Veröffentlichung – neue Lieder verschiedenster Künstler hören. Weil die GEMA für Songs ab einer Länge von fünf Minuten die doppelte Gebühr verlangt, werden die eventuell betroffenen Stücke seit einigen Jahren nach 4:59 Minuten ausgeblendet. Gelegentlich fanden sich auch Videoclips auf den CDs.
Während die ersten „Off Road Tracks“ testweise nur einer Teilauflage des Metal Hammers und auch nicht den Abonnement-Exemplaren beilag, erschien die CD später erst alle drei Monate in sämtlichen Heften, folgend alle zwei Monate und seit 1999 monatlich. Mit der Februar-Ausgabe 2006 erschien die hundertste Ausgabe als DVD, die Videoclips und Interviews enthält.
Seit Ausgabe Nummer 101 (März 2006) der Promotion-CD wurde der Name auf „Maximum Metal“ geändert. Seitdem liegt auch alle drei Monate anstatt der CD eine DVD bei.

