Seeben (Salzwedel)

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52.88555555555611.03472222222229Koordinaten: 52° 53′ 8″ N, 11° 2′ 5″ O

Seeben
Stadt Salzwedel
Höhe: 29 m
Fläche: 26,92 km²
Einwohner: 642 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 29410
Vorwahlen: 03901, 039038
Seeben (Sachsen-Anhalt)
Seeben
Seeben
Lage von Seeben in Sachsen-Anhalt

Seeben ist ein Ortsteil der Kreisstadt Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Seeben liegt im Nord-Westen des Bundeslandes Sachsen-Anhalt an der Grenze zum Nachbarland Niedersachsen in der Altmark. Der Ortsteil liegt an der B 71, die nächsten größeren Städte sind Salzwedel (Entfernung 10 km), Uelzen (36 km) und Lüneburg (70 km).

Geschichte[Bearbeiten]

Zur ersten urkundlichen Erwähnung von Sêbe kam es 956, als Otto I. dem Stift Quedlinburg sechs Dörfer schenkte, darunter das heute bekannte Seeben. Ob zu diesem Zeitpunkt die, für die Altmark typische, Feldsteinkirche im spätromanischen Stil schon fertiggestellt war und wann sie zur heutigen Form umgebaut wurde, lässt sich jedoch nicht mehr eindeutig feststellen. Die Dorfkirche blieb jedoch bis heute das Dorfzentrum, so das sich zahlreiche kleinere und größere Vierseitenhöfe um sie herum ansiedelten.

Feldsteinkirche Seebenau im Dorfzentrum

1938 wurden Seeben und Darsekau vereinigt und der neuen Gemeinde der Name Seebenau verliehen.[1]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs am 21. April 1945 marschierten Teile des 47. Infanteriebattalion und 10. Panzerbattalion der Fifth Armored Division der US-Army aus Salzwedel kommend in Seeben ein. Zuvor kam es noch zu einigen Scharmützeln mit deutschen Soldaten in den umliegenden Wäldern. Zwei der bei diesen Kämpfen fliehenden deutschen Soldaten wurden noch von SS-Einheiten aufgegriffen und hingerichtet. Sie sind heute in einem Waldstück Richtung Rockenthin beerdigt.[2][3][4]

1956 wurden im Jahr des 1000-jährigen Bestehens in Seeben etwa 430 Pfennige und Groschen aus der Zeit von 1430 bis 1512 durch spielende Kinder entdeckt. Ein Lehrer, der die Münzen Tage darauf bei den Schülern entdeckte, erkannte die Bedeutung, sammelte sie ein und übergab sie dem Danneil-Museum in Salzwedel, wo sie heute in einer Ausstellung besichtigt werden können.[5]

Ehemaliger Grenzturm bei Seebenau

Von 1961 bis 1989 war Seeben durch seine grenznahe Lage Teil des Sperrgebiets der DDR. Ehemalige Grenzanlagen, wie beispielsweise Grenzzaun und Grenzturm, sind erhalten geblieben. Diese Relikte des Kalten Krieges und der Trennung Deutschlands sind ein Ausflugsziel von Fahrradtouristen und Naturliebhabern.

Bis Ende 2009 war Seeben mit seinen Ortsteilen Cheine und Darsekau eine eigenständige Gemeinde und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Salzwedel-Land. Letzter Bürgermeister war Frank Ludwig.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Seebenau am 12. Januar 2009, dass die Gemeinde Seebenau in die Hansestadt Salzwedel eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[6]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Seebenau wurden Cheine, Darsekau und Seeben Ortsteile der Hansestadt Salzwedel. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Seebenau wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Schulen und Kindertageseinrichtungen[Bearbeiten]

In Seeben gibt es einen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Schlagersänger Klaus-Dieter Henkler wurde am 19. Januar 1944 in Seeben geboren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 261
  2. Karl-Heinz Schwerdtfeger: Kriegsende im Wendland. Band 3.
  3. weltkriegsopfer.de: Baron, Klaus, abgerufen am 6. Februar 2012.
  4. weltkriegsopfer.de: Fath, Franz, abgerufen am 6. Februar 2012.
  5. altmarkgeschichte.de: Die Münzfunde, abgerufen am 6. Februar 2012.
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010