Sergei Nikolajewitsch Bulgakow

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Sergei Nikolajewitsch Bulgakow (rechts) mit Pavel Florensky, Gemälde von Michail Wassiljewitsch Nesterow 1917

Sergei Nikolajewitsch Bulgakow (russisch Сергей Николаевич Булгаков; * 4.jul./ 16. Juni 1871greg. in Liwny, Gouvernement Orjol, Russland; † 13. Juli 1944 in Paris) war ein russischer Ökonom und orthodoxer Theologe. Als herausragende Persönlichkeit des "Silbernen Zeitalters" in Russland, der russischen Emigration und der ökumenischen Bewegung in Westeuropa hat er auf seinem Weg "vom Marxismus zur Sophiologie" erhebliche Bekanntheit erlangt. Zwischen 1901 und 1918 war er als Professor für politische Ökonomie in Kiev, Moskau und Simferopol' tätig. 1918 wurde er in Moskau zum Priester geweiht, 1922 des Landes verwiesen.

Er war ab 1924 Professor für Dogmatik und Dekan des Institut de Théologie Orthodoxe Saint-Serge in Paris.

Seine Lehre von der Sophia, der Weisheit Gottes, wurde 1935 vom Verweser des Moskauer Patriarchats zu einer der orthodoxen „Kirche fremde und fernstehende Lehre" erklärt; der spätere Moskauer Patriarch Sergius I. (ab 1943) legte im September 1935 dar, daß „Bulgakovs System an die halbpaganistischen und halbchristlichen Lehren der Gnostiker" erinnert und forderte ihn zum schriftlichen Widerruf seiner Lehren auf.[1] Der Vorwurf wurde von Metropolit Evlogij von Frankreich und Westeuropa, seit 1931 dem ökumenischen Patriarchat in Konstantinopel zugehörig, zurückgewiesen.

[Bearbeiten] Werke

  • Kapitalismus u. Landwirtschaft, 2 Bde., 1900
  • Vom Marxismus zum Idealismus, 1903
  • Die Rel. des Menschgottestums bei L. Feuerbach, 1905
  • K. Marx als rel. Typus, 1907
  • Weltliches und geistliches Heldentum (gegen den Marxismus der russischen Intelligenz), in der Sammlung »Vechy« (Wegzeichen), 1909 (dt. in: Rußlands politischer Seele, 1918 und: Vechi/Wegzeichen, 1990)
  • Philos. der Wirtschaft, 1912
  • Das abendlose Licht. Kontemplationen und Spekulationen, 1917 (z. Tl. dt.: Östl. Christentum. II: Philos., hrsg. v. Hans Ehrenberg, 1925)
  • Betrachtungen über Rel., Kunst, Philos., 1918
  • Auf dem Gastmahl der Götter, 1918
  • Der Mensch u. das Menschtier, mit Rücks. auf L. Tolstoj, 1922
  • Die Tragödie der Philosophie (dt. Übers. v. Alexander Kresling), 1927
  • L'Orthodoxie, 1932, dt. Die Orthodoxie, ISBN 3-7902-1452-3
  • Autobiogr Aufzeichnungen, 1946
  • Die Apokalypse des Johannes, 1948
  • Philosophie des Namens, 1953
  • Dialog zwischen Gott und Mensch, 1962, ISBN B0000BGZ2F
  • 1. sophiolog. Trilogie:
    • Der unverbrennbare Dornbusch. Mariologie, 1927
    • Der Freund des Bräutigams. Über Joh. den Täufer, 1929
    • Die Jakobsleiter. Lehre v. den Engeln, 1929.-
  • 2. sophiolog. Trilogie:
    • Das Lamm Gottes. Christologie, 1933
    • Der Tröster. Pneumatologie, 1936;
    • Die Braut des Lammes. Ekklesiologie u. Eschatologie, 1945.
  • Sozialismus im Christentum?, ISBN 3-525-01610-7

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Verordnung des Moskauer Patriarchats an den Hochheiligen Metropoliten von Litauen und Wilna Eleutherius vom 7. September 1935
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