Shōzō Sasahara

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Shōzō Sasahara (jap. 笹原 正三 Sasahara Shōzō; * 28. Juli 1929 in Yamagata) ist ein ehemaliger japanischer Ringer und Sportfunktionär. Er war Olympiasieger 1956 im freien Stil im Federgewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Shōzō Sasahara wuchs in Yamagata auf und besuchte dort eine Handelsoberschule. Als Jugendlicher trat er einem Kendō-Club bei, ohne im Kendō große Erfolge zu erzielen. Nach seiner Oberschulzeit arbeitete Sasahara bei der US Army in Japan, begann aber 1950 ein Studium an der Chūō-Universität. Dort fing er mit dem Ringen an und entwickelte sich durch hartes Training zu einem hervorragenden Freistilringer.

1954 war er soweit, dass er bei der Weltmeisterschaft in Tokio im Federgewicht eingesetzt werden konnte. Sasahara rechtfertigte dieses Vertrauen, denn er wurde Weltmeister. In den entscheidenden Kämpfen besiegte er Nikolai Musaschwili aus der UdSSR und den Olympiasieger von 1952 Bayram Şit aus der Türkei. 1954 siegte Shozo Sasahara auch bei der USA-Meisterschaft im freien Stil, bei der er als Gast teilgenommen hatte, im Leichtgewicht (damals bis 67 kg Körpergewicht).

1955 gewann Sasahara auch bei den Weltfestspielen der Jugend in Warschau und 1956 beim World Cup in Istanbul, wo er die Klasseringer Enju Waltschew Dimow aus Bulgarien, Sinan Salimulin aus der Sowjetunion und erneut Bayram Şit besiegte.

Zum Höhepunkt der Laufbahn von Sasahara wurden die Olympischen Spiele 1956 in Melbourne. Er gewann sechs Kämpfe und wurde in überlegenem Stil Olympiasieger. Dabei besiegte er u.a. zum dritten Mal hintereinander Bayram Şit, Sinar Salumulin und den überraschend bis in das Finale vorgestoßenen Joseph Mewis aus Belgien.

Nach den Olympischen Spielen 1956 beendete Shōzō Sasahara seine aktive Ringerlaufbahn. Er wurde zunächst Assistenztrainer und später Cheftrainer an der Chūō-Universität. Einer seiner Schüler war dort Osamu Watanabe, der wie er Olympiasieger wurde. Später schlug Shōzō Sasahara die Funktionärslaufbahn ein, wurde Präsident des japanischen Ringerverbandes und Vizepräsident des japanischen Nationalen Olympischen Komitees. Für seine Verdienste um den Ringersport wurde er im September 2006 in die FILA International Wrestling Hall of Fame aufgenommen.[1]

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, F = Freistil, Fe = Federgewicht, damals bis 62 kg Körpergewicht)

Literatur[Bearbeiten]

  • div. Ausgaben der Fachzeitschrift Athletik aus den Jahren 1954 bis 1956,
  • International Wrestling Database der Universität Leipzig
  • Documentation of International Wrestling Championships der FILA, 1976

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nine New Members Inducted into the FILA Hall of Fame, abgerufen am 12. Juli 2010 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]