Sibirische Schwertlilie

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Sibirische Schwertlilie
SibirischeLilie 03.JPG

Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Unterfamilie: Iridoideae
Tribus: Irideae
Gattung: Schwertlilien (Iris)
Art: Sibirische Schwertlilie
Wissenschaftlicher Name
Iris sibirica
L.
Iris sibirica

Die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica), auch Wiesen-Schwertlilie genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Sie wird als Zierpflanze genutzt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Sibirische Schwertlilie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 120 Zentimeter erreicht. Sie bildet kompakte, von Überresten alter Blätter bedeckte Rhizome mit einem Durchmesser von 0,9 bis 1,2 cm als Überdauerungsorgane aus, die sich verzweigen und dadurch bilden sich oft große Horste aus. Die aufrechten, einfachen oder bis zu dreifach verzweigten Stängel sind rund und hohl. Die zweizeilig angeordneten, reitenden, auf beiden Seiten dunkel grünen, an ihrer Basis etwas rosafarbenen Laubblätter sind kürzer als der Stängel, 25 bis 80 Zentimeter lang und 0,4 bis 0,9 Zentimeter breit. [1]

Die Blütenstände enthalten zwei bis fünf Blüten. Zur Blütezeit sind die schmalen bis zu 4 cm breiten Hochblätter braun und papierartig. Die Blütenstiele sind unterschiedlich lang, die am frühesten nur 1 cm bis und die am spätesten aufblühenden bis zu 15 cm lang. Die dreizähligen, zwittrigen Blüten duften nicht und weisen einen Durchmesser von 6 bis 7 Zentimeter auf. Die „Hängeblätter“ sind blau bis blauviolett gefärbt und 3 bis 6 Zentimeter lang. Ihre Platte weist einen weißen, stark geaderten Fleck auf. Sie verschmälert sich plötzlich in den Nagel. Dieser ist heller und dunkelgeadert. Die „Domblätter“ sind dunkler und violett geadert. [2] Es ist nur ein Kreis mit drei Staubblättern vorhanden. Die Bestäubung erfolgt durch größere Insekten [3].

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. [2]

Die dreikantigen, glatten Kapselfrüchte sind 3 bis 4,5 × 1 bis 1,3 cm groß und öffnen sich nur im oberen Viertel bis Drittel. Die Samen stehen in jeder der drei Fruchtfächer in zwei Reihen. Die dunkelbraunen Samen sind D-förmig, abgeflacht, 5 × 3 mm groß. [1]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.

Vorkommen[Bearbeiten]

Bestand von Iris sibirica im Eriskircher Ried.

Die Sibirische Schwertlilie kommt im warmgemäßigten bis gemäßigten Europa und West-Sibirien bis zum Altai vor. Sie wächst in sumpfigen Au- und Waldwiesen. Im Osten der USA und in Südost-Kanada ist Iris sibirica eingebürgert. [2]

Systematik[Bearbeiten]

Der botanische Artname Iris sibirica wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, 1, 39 erstveröffentlicht.

Iris sibirica L. gehört zur Sektion: Limniris in der Untergattung Limniris innerhalb der Gattung Iris [4].

Nutzung[Bearbeiten]

Die Sibirische Schwertlilie wird verbreitet als Zierpflanze für Gewässerufer, Rabatten und Naturgärten genutzt. Sie ist seit spätestens 1594 in Kultur. Es gibt zahlreiche Sorten (Auswahl):

  • 'Albiflora': Die Blüten sind weiß und weisen gelegentlich eine blaue Aderung auf.
  • 'Möve': Die Blüten sind elfenbeinfarben.
  • 'Superba': Die Sorte ist frühblühend.

Tetraploide Formen mit waagerechten Hängeblättern und größeren Blüten gibt es seit 1960.[2]

Sonstiges[Bearbeiten]

Am 22. Oktober 2009 wurde die Sibirische Schwertlilie zur Blume des Jahres 2010 gewählt.[5]

Quellen[Bearbeiten]

  • Norlan C. Henderson: Iris in der Flora of North America, Volume 26, 2002, S. 382: Iris sibirica - Online. (Abschnitt Beschreibung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Norlan C. Henderson: Iris in der Flora of North America, Volume 26, 2002, S. 382: Iris sibirica - Online.
  2. a b c d Eckehardt J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland Band 5 Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.
  3. T. Jahn, H. Pannach & M. H. Hoffmann: Datenblatt der Uni Halle, 2009.
  4. Iris sibirica im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  5. http://www.stiftung-naturschutz-hh.de/blume/2010.htm

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien