Blauroter Steinsame

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Blauroter Steinsame
Blauroter Steinsame (Buglossoides purpurocaerulea)

Blauroter Steinsame (Buglossoides purpurocaerulea)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Unterfamilie: Boraginoideae
Gattung: Rindszungen (Buglossoides)
Art: Blauroter Steinsame
Wissenschaftlicher Name
Buglossoides purpurocaerulea
(L.) I.M.Johnst.

Der Blaurote Steinsame (Buglossoides purpurocaerulea, Syn.: Lithospermum purpurocaeruleum, Aegonychon purpurocaeruleum), auch als Blaurote Rindszunge oder Purpurblauer Steinsame bezeichnet, ist eine Pflanzenart der Gattung Rindszungen (Buglossoides) aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Früher war sie der Gattung Steinsamen (Lithospermum) zugeordnet.[1]

Der Blaurote Steinsame war Blume des Jahres 2000.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Blaurote Steinsame ist eine krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 20 bis 60 cm erreicht. Die Stängel sind bogig liegend und können an ihren auf der Erde aufliegenden Enden Wurzeln bilden. Die Laubblätter sind lanzettlich mit einer gut sichtbaren Mittelrippe an ihrer Unterseite.

Die Blüten stehen in einem traubigen Blütenstand zusammen. Die zwittrige, radiärsymmetrische Blüte weist einen Durchmesser von 10 bis 15 mm auf. Die Kronblätter sind röhrig verwachsen mit weit trichterförmig ausgebreitetem Saum, innen mit behaarten Streifen. Sie ist beim Aufblühen rot-violett, die Farbe geht später in ein tiefes Blau über (daher der Namensteil „blaurot“). Die Blütezeit reicht von April bis Juni.

Die Teilfrüchte haben eine weiß glänzende glatte Oberfläche und sind etwa 4 bis 5 mm lang. Während der Fruchtreife ist der Kelch 8 bis 12 mm lang. Die Härte des Samens, der ein Aufbrechen verhindert, führte zum Gattungsnamen Steinsame.

Ökologie[Bearbeiten]

Der Blaurote Steinsame ist sommergrüner Hemikryptophyt.

Die Blüten sind langröhrige „kleine Trichterblumen“ mit 5 Haarleisten in offenen Schlund, durch die die Rüssel der Bestäuber zum Nektar geführt werden. Bei ihrer Entfaltung sind die Blüten purpurrot, im geöffneten Zustand sind sie tiefblau. Bestäuber sind Bienen-Verwandte und Hummeln. Auch spontane Selbstbestäubung kommt vor.

Die Blütezeit ist von April bis Juni.

Die Klausen sind steinhart, kugelig, glatt und glänzend weiß. Sie breiten sich als Rollfrüchte aus, sind winterhart und Kältekeimer.

Die vegetative Vermehrung erfolgt durch die sich später herabbiegenden bogigen Sprosse, die an den Berührungspunkten Wurzelbüschel bilden, und durch das Rhizom.

Giftigkeit[Bearbeiten]

Die Samen sind durch Pyrrolizidin-Alkaloide schwach giftig.

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Purpurblaue Steinsame kommt zerstreut, besonders im pannonischen Gebiet vor (submediterranes Florenelement). Diese kalkliebende Art gedeiht in trockenwarmen (Flaumeichen-)Wälder auf der collinen bis submontanen Höhenstufe. Im südöstlichen Alpenvorland ist er gefährdet.

In Deutschland kommt der Blaurote Steinsame vor allem in den wärmebegünstigten Tallagen Süddeutschlands vor wie z. B. Oberrheinische Tiefebene, Mainfränkische Platten, Nahetal. Im Osten Deutschlands beschränkt sich das Vorkommen auf Thüringen und den Südwesten Sachsen-Anhalts.

Verwendung[Bearbeiten]

Der Blaurote Steinsame wird als Zierpflanze für Wildpflanzengärten und Felsgruppen empfohlen; allerdings ist er sehr ausbreitungsfreudig.

Früher wurde er auch als Heilpflanze gegen Blasen- und Nierenleiden eingesetzt.

Bilder[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Steckbrief.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korr. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blauroter Steinsame – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Cecchi, L, Coppi, A, Hilger, HH, Selvi, F: Non-monophyly of Buglossoides (Boraginaceae: Lithospermeae): Phylogenetic and morphological evidence for the expansion of Glandora and reappraisal of Aegonychon.. 63 (5), 2001, S. 1065 Online = Online, doi:10.12705/635.4.