Wilde Tulpe
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Tulipa sylvestris | ||||||||||||
| L. |
Die Wilde Tulpe (Tulipa sylvestris), welche auch Wald-Tulpe oder Weinberg-Tulpe genannt wird, gehört zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Sie wurde zur Blume des Jahres 1983 gewählt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Beschreibung
Die mehrjährige Tulipa sylvestris erreicht eine Wuchshöhe von 30-60 cm. Ihre schmal-lanzettlichen oder linealen Blätter sind blaugrün gefärbt und weisen eine Länge von 15-30 cm sowie eine Breite von 1-2 cm auf. Gewöhnlich werden drei Blätter ausgebildet, in seltenen Fällen können sie auch zu viert stehen.
Jede Pflanze entwickelt eine endständige, schwach duftende, glockenähnliche dreizählige Blüte. Die nach vorne spitz zulaufenden Blütenblätter sind an ihrer Innenseite leuchtend gelb gefärbt, die Außenseite weist bisweilen eine grünliche oder rötliche Tönung auf. Die zwittrige Blüte erreicht mit ihren ungleich langen, am Grund behaarten Perigonblättern eine Länge von ca. 4-6 cm. Die sechs Staubblätter mit auffallend orangefarbenen Staubbeuteln gruppieren sich in zwei gleichen Kreisen um den ca. 2 cm langen, oberständigen Fruchtknoten. Scheidewände unterteilen diesen in drei Fächer mit je zwei Samenleisten. Da kein Griffel ausgebildet wird, schließen drei kurze, gelbe Narben den Fruchtknoten ab. Die Blüte schließt sich abends und bei trübem, feuchten Wetter. In der Sonne breitet sich das Perigon zu einem 7 bis 8 cm großen gelben Stern aus. Die Blütezeit liegt zwischen April und Mai.
In Gebüschen oder Wäldern bleiben die Pflanzen in der Regel blütenlos (steril), bedecken aber oft größere Flächen mit ihrem Laub. Insekten übernehmen die Bestäubung, der Wind verbreitet die Samen. Vegetative Vermehrung erfolgt durch Ausläufer und Zwiebeln.
[Bearbeiten] Verbreitung
Der Ursprung liegt in Südeuropa (Sizilien, Griechenland und der Türkei). Sie wurde erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Bologna nach Mitteleuropa als Zierpflanze eingeführt. Im Laufe der Zeit verwilderte sie, daher findet man die insgesamt seltene Art am ehesten am Rand alter Gartenkulturen oder in Weinbergen.
In Deutschland meist nur an besonnten Standorten blühend. Es ist die einzige in Deutschland wild vorkommende Tulpenart. In Europa sind etwa 11 Tulpen-Arten heimisch. In den Weinbergen von Gau-Odernheim findet man die größte Ansammlung der Wilden Tulpe nördlich der Alpen.
Die Pflanze bevorzugt als Standorte Wälder, Gebüsche, Hecken und Weinberge mit fetten, feuchten, steinarmen Lößlehmböden, mit warmen Klima. Sie ist nahezu in ganz Europa anzutreffen.
[Bearbeiten] Unterarten
Es sind zwei Unterarten der Wilden Tulpe bekannt: [1]
- Tulipa sylvestris subsp. sylvestris
- Tulipa sylvestris subsp. australis
[Bearbeiten] Gefährdung/Schutz
Die Wilde Tulpe ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und gilt gemäß der Roten Liste als stark gefährdet. Sie darf nicht ausgegraben oder gepflückt werden. Als ursächlich für die Bestandsminderung wird in erster Linie die Intensivierung der Landwirtschaft im Bereich Acker- und Weinbau angesehen.
[Bearbeiten] Quellen
[Bearbeiten] Literatur
- O. Sebald, S. Seybold, G. Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 7. E. Ulmer, Stuttgart, 1998. ISBN 3-8001-3316-4

