Sibolga

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1.733333333333398.783333333333Koordinaten: 1° 44′ N, 98° 47′ O

Karte: Indonesien
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Sibolga

Sibolga (früherer Name Siboga) ist eine Hafenstadt an der Westküste der Insel Sumatra in Indonesien.[1] Sie liegt zwischen 1° 42' und 1° 46' Nord und 98° 44' bis 98° 48' Ost an der Westseite der Provinz Sumatera Utara (Nord-Sumatra) am Indischen Ozean, etwa 209 km südlich der Provinzhauptstadt Medan.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Sibolga hat eine Fläche von 3356,60 ha, die aus 1126,9 ha Festland auf Sumatra, 238,32 ha aus Inseln und 2171,6 ha Meeresfläche besteht. Inseln, die zur Stadt Sibolga gehören, sind Pulau Poncan Gadang, Pulau Poncan Ketek, Pulau Sarudik und Pulau Panjang.

Die Verwaltungsgliederung besteht aus drei Kecamatan (Unterdistrikte) und 16 Kelurahan (Ortsgemeinden):

  • Sibolga Utara mit vier Kelurahan
  • Sibolga Kota mit vier Kelurahan
  • Sibolga Selatan mit acht Kelurahan

Im Osten grenzt die Stadt an die Provinz Tapanuli Tengah, im Westen an die Bucht von Tapian Nauli. Der Fluss Sungao durchzieht die Stadtregion. Durch vorspringende Landzungen und der vorgelagerten Insel Musala ist die Bucht so geschützt, dass der Tsunami vom Jahre 2004 trotz des relativ nahe gelegenen Erdbeben-Epizentrums keine nennenswerten Schäden verursacht hat.

Demographie[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen der Stadt basieren auf der Zählung des Statistikamtes Sibolga. Im Jahre 2008 wurden 94.616 Einwohner gezählt. Bei einer Kernfläche von 644,53 ha beträgt die Bevölkerungsdichte der Stadt 14.680 Einwohner pro Quadratkilometer. Der Bevölkerungszuwachs pro Jahr liegt bei 1,99 Prozent.

Die produzierende Wirtschaft umfasst im Wesentlichen Fischerei- und Tourismusbetriebe, Werften- und Hafeneinrichtungen sowie Dienstleistungen. Hauptfangergebnisse der Fischerei sind Zackenbarsche, Thunfische, Sardinen und Sardellen.

Bürgermeister ist Sahat Pinorshinta Panggabean; Repräsentativbürgermeister ist Afifi Lubis.

Geschichte[Bearbeiten]

Pulau Poncan Ketek (Kleine Poncan-Insel) in der Bucht von Tapian Nauli war einst eine befestigte Handelsniederlassung. Britische, niederländische, französische und amerikanische Händler kamen hierher. Im Jahre 1820, zu dieser Zeit Luitenant-Gouverneur von Bengkulu in Süd-Sumatra, besuchte Stamford Raffles diese Insel, um sich von der Besatzung der Handelsniederlassung über die Sitten und Gebräuche der Batak informieren zu lassen. In den darauffolgenden Jahren wurde Pulau Poncan Ketek der wichtigste Ausgangspunkt von Missionaren und Naturforschern für ihre Reisen in die südlichen Batakländer auf Sumatra.

1834 wurden zwei Missionare der amerikanischen 'Boston Missionary' unweit von Sibolga von Einheimischen getötet. Franz Wilhelm Junghuhn, 'Der Humboldt von Java', erkundete Sumatra von Sibolga aus im Auftrag der Niederländischen Kolonialverwaltung zwischen 1840 bis 1842.

Ludwig Ingwer Nommensen, der so genannte 'Vater der Batak', schuf die Grundlage der Barmener Mission aus Wuppertal. Missionar Schrey leitete die anschließend Missionsstation von Sibolga.

1898 wurde Sibolga von einer großen Brandkatastrophe heimgesucht. Mit breiteren und schattenreichen Straßen wurde die Stadt wieder aufgebaut. Eine weitere Brandkatastrophe legte am 23. Januar 1913 das neu errichtete Marktviertel in Schutt und Asche; der Wiederaufbau dieses Viertels dauerte mehrere Jahre.[3]

Transport und Tourismus[Bearbeiten]

Sibolga ist eine Zwischenstation des Handels. Von hier aus versorgen Fähren die Inseln Simeulue und Nias. Auch andere Ziele werden angefahren wie beispielsweise den etwa 380 km weiter südlich liegenden Hafen von Padang. Ferner ist Sibolga eine wichtige Station des Trans-Sumatra-Highway, der nach Nordosten über Tarutung zum etwa 160 km entfernten Tobasee, nach Süden über Padang Sidempuan zur 360 km entfernten Stadt Bukittinggi führt.

Die malerische Bucht von Tapian Nauli mit zahlreichen Inseln, noch nicht überlaufenen Sandstränden und wenig besuchten Korallengärten könnte ein attraktives Ziel für Touristen werden, wenn nicht die abseitige Lage Sibolgas an Sumatras „Außenseite“ und das ungesunde feuchtheiße Klima mit jährlich über 200 Regentagen und bis zu 4500 Millimeter Jahresniederschlag dieser Entwicklung entgegenwirken würden. Noch um die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Sibolga so sehr von Malaria geplagt, dass die damalige niederländische Kolonialregierung ihren Residentensitz landeinwärts auf einen höher gelegenen Ort verlegen wollte.

Sibolga ist Sitz eines katholischen Bistums.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sibolga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zahlen Daten Fakten zu Sibolga
  2. Direkte Entfernung; auf Straßen beträgt die Entfernung 354 km
  3. Vgl. Enzyclopaedie van Nederlandsch-Indiẽ, 2. Auflage, 4. Band, s'-Gravenhage/Leiden 1919, S. 759; zu dieser Zeit befand sich das Marktviertel im Wiederaufbau.