Sigismund von Schlichting

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Wilhelm Lorenz Sigismund von Schlichting (* 3. Oktober 1829 in Berlin; † 22. Oktober 1909 in Herischdorf) war ein preußischer Offizier, zuletzt General der Infanterie sowie Militärhistoriker und Militärschriftsteller. Er gilt als einer der Militärtheoretiker der vor dem Ersten Weltkrieg entstehenden "Operativen Kunst", also der Lehre von den Handlungen der Divisionen, Armeekorps, Armeen, Heeresgruppen bzw. Fronten.

Leben[Bearbeiten]

Sigismunds Vater war der spätere General der Infanterie Eduard Karl Lorenz von Schlichting (1794–1874) und Direktor der Kriegsakademie in Berlin.

Schlichting besuchte die Kadettenhäuser in Wahlstatt und Berlin und trat dann am 22. April 1847 als Portepeefähnrich in das Infanterieregiment Nr. 7 ein. Er besuchte nicht die Kriegsakademie, sondern die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität und die Georg-August-Universität Göttingen. Am 15. November 1860 heiratete er in Breslau die Gräfin Maria von Zieten. 1861 wurde die Tochter Hedwig von Schlichting (1861–1924) geboren, die als Krankenschwester und Gründerin des Deutschen Schwestern-Vereins bekannt wurde.

1861 wurde Schlichting er zum Hauptmann befördert. 1866 nahm er am Deutschen Krieg gegen Österreich teil. Danach wurde er zum Major befördert und in den Generalstab abgeordnet. 1870 führte er ein Bataillon des Infanterie-Regiments „Kaiser Karl von Österreich und König von Ungarn“ (4. Oberschlesisches) Nr. 63 im Deutsch-Französischen Krieg. Mit diesem nahm er an der Belagerung von Paris teil, kämpfte bei Chevilly und Villejuif und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Von 1872 bis 1874 war Schlichting Chef des Stabes des VII. Armee-Korps, welches in Münster stationiert war. Am 2. September 1873 wurde er zum Oberst befördert und am 27. Oktober 1874 zum Kommandeur des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 ernannt. Danach war Schlichting ab 12. März 1878 Chef des Generalstabes des Gardekorps. Am 1. Juni 1885 wurde Schlichting zum Kommandeur der 1. Garde-Division ernannt. Dieses Kommando gab er am 9. August 1888 ab und war dann bis 1896 Kommandierender General des XIV. Armee-Korps in Karlsruhe.

Schlichting wurde am 2. Januar 1896 unter Belassung à la suite des 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiments Nr. 109 mit Pension zur Disposition gestellt. Er verstarb am 22. Oktober 1909 und wurde drei Tage später, am 25. Oktober, in der Zietengruft in Bad Warmbrunn beigesetzt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Taktische und strategische Grundsätze der Gegenwart. (1887-1899) 3 Bände.
  • Moltke und Benedek. (1900)
  • Moltkes Vermächtnis. (1901)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1907. S. 49.