Sigmund Freud Museum

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Sigmund Freud Museum: Berggasse 19 in Wien

Das Sigmund Freud Museum in Wien zeigt in Freuds ehemaliger Praxis und Wohnung eine Ausstellung zur Geschichte der Psychoanalyse und zum Leben von Sigmund Freud (1856–1939).

Das Museum befindet sich in der Berggasse 19 im neunten Wiener Gemeindebezirk (Alsergrund). Hier hat Freud von 1891 bis 1938 gelebt und gearbeitet. Mit seiner Familie zog er 1891 in einen Neubau ein. Das alte Gebäude an dieser Stelle, in dem unter anderem der Politiker Victor Adler gelebt hatte, war abgerissen worden. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich musste Freud 1938 wegen seiner jüdischen Herkunft nach London emigrieren, wo er ein Jahr später verstarb.

In den Räumen, in denen er 47 Jahre gelebt und den Großteil seiner Schriften verfasst hat, ist nun eine Dokumentation zu seinem Leben und Werk zu sehen. Wechselnde Sonderausstellungen und eine Sammlung moderner Kunst zeigen den Einfluss der Psychoanalyse auf Kunst und Gesellschaft. Das Museum besteht aus Freuds ehemaliger Praxis und einem Teil seiner damaligen Privatwohnung. Angeschlossen sind eine Bibliothek, die mit 35.000 Bänden Europas größte Studienbibliothek zur Psychoanalyse ist, und das Forschungsinstitut der 2003 gegründeten Sigmund Freud Privatstiftung.[1]

Originalstücke aus Freuds Besitz sind ebenso zu sehen wie das Wartezimmer der Praxis und einige Stücke aus Freuds umfangreicher Sammlung antiker Kunstwerke, hauptsächlich kleine Statuen. Der Großteil der früheren Einrichtung einschließlich der berühmten Couch befindet sich allerdings heute im Freud Museum in London − Freud konnte bei seiner Emigration das gesamte Mobiliar mitnehmen.

Neben Wien und London gibt es seit 2006 ein drittes Freud-Museum in Příbor im heutigen Tschechien. Hier wurde das Geburtshaus Sigmund Freuds der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Museum wurde 1971 von der Sigmund-Freud-Gesellschaft im Beisein von Freuds jüngster Tochter Anna Freud eröffnet. Wesentlich an der Gründung beteiligt war u. a. der Wiener Psychoanalytiker Harald Leupold-Löwenthal. 1996 erfolgte ein Ausbau, der Sonderausstellungs- und Veranstaltungsräume ermöglichte. 2003 wurde das Museum in die Sigmund Freud Privatstiftung eingebracht, deren Vorstandsvorsitzender Rudolf Dirisamer ist. 2006 brachte die Stadt Wien auch die Immobilie Berggasse 19 in die Sigmund Freud Privatstiftung ein, um die Grundlage für einen Ausbau und die Öffnung aller von Freud bewohnten Flächen für ein Museum zu schaffen. Die Finanzierung dieses Projektes ist noch offen.

Direktorin des Museums ist Monika Pessler. Von 1992 bis zu ihrem Tod im Jahr 2008 wirkte die Historikerin Lydia Marinelli am Sigmund Freud Museum.

Das Museum veranstaltet jährlich in Wien die Sigmund-Freud-Vorlesung, die seit 1970 jedes Jahr am 6. Mai, dem Geburtstag Freuds, stattfindet. Prominente Psychoanalytiker sprechen hier zu Themen mit aktuellem Bezug. Diese Institution wurde von der Sigmund-Freud-Gesellschaft begründet und wird nunmehr von der Sigmund Freud Privatstiftung fortgeführt. Sie findet inzwischen an wechselnden Veranstaltungsorten statt.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sigmund Freud Haus Berggasse 19. Sigmund Freud Privatstiftung, 2008, abgerufen am 22. September 2014.
  2. Sigmund Freud Vorlesung. Sigmund Freud Museum, 2014, abgerufen am 22. September 2014.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

48.21861111111116.363055555556Koordinaten: 48° 13′ 7″ N, 16° 21′ 47″ O