Sommer (1996)

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Filmdaten
Deutscher Titel Sommer
Originaltitel Conte d'été
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1996
Länge 113 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Éric Rohmer
Drehbuch Éric Rohmer
Produktion Margaret Ménégoz, Francoise Etchegaray
Musik Philippe Eidel, Sébastien Erms
Kamera Diane Baratier
Schnitt Mary Stephen
Besetzung

Sommer ist der 1996 entstandene dritte und vorletzte Teil der Tetralogie der Erzählungen der vier Jahreszeiten (fr. Contes des quatre saisons) von Éric Rohmer. Ein junger Mann gerät mangels eigener Entschlusskraft zwischen drei Frauen, ohne sich für eine entscheiden zu können.

Handlung[Bearbeiten]

Gaspard reist nach Abschluss des Studiums während des Sommers in den Ferienort Dinard in der Bretagne. Am Ende des Sommers soll er einen Job als Mathematiker antreten. Gaspard hat mit seiner Freundin Léna verabredet, sie hier zu treffen, um die bretonische Insel Ouessant zu besuchen.

Er ist in Léna verliebt und hierher gereist, ohne zu wissen, ob sie überhaupt kommt. Die junge Frau ist mit ihrer Schwester in Spanien unterwegs und will womöglich ihre Cousins besuchen. Während er auf sie wartet, verbringt er die Tage allein, komponiert einen Song für sie und erwartet ansonsten ihren Anruf. Er trifft Margot. Sie studiert Ethnologie und verdient sich als Bedienung im Cafe ihrer Tante etwas Geld für den Sommer. Beide freunden sich an und verbringen einige Zeit zusammen.

Margot, die sagt, dass sie selbst einen Freund auf Forschungsreise habe, bekommt von ihrem Gesprächspartner ein widersprüchliches Bild, da er sich selbst seiner Gefühle nicht klar wird. Zuerst wirkt er Frauen gegenüber schüchtern und scheint von den Neigungen Lenas abhängig. Eigentlich liebe er sie nicht und suche nur eine Liebe für den Sommer. Margot bestärkt Gaspard darin, sich mit Solène zu treffen, die sich für ihn interessiert. Als die beiden sich zufällig treffen und das Wochenende zusammen verbringen, entschließt sich Gaspard, nicht mehr auf Léna zu warten. Er schlägt Solène vor, mit ihm die Insel zu besuchen. Er spielt ihr sein für Léna geschriebenes Lied vor und erklärt, es sei für sie.

Er befindet sich in einem Hochgefühl und glaubt, es sei ihm mit Solène ernst. Als er dies Margot erklärt, wirft sie ihm vor, Frauen zu manipulieren und ihnen gegenüber berechnend aufzutreten. Danach macht sich Gaspard auf dem Weg zu Solène, um ihr seine Gefühle zu eröffnen. Auf dem Weg trifft er zufällig Léna, die seit ein paar Tagen bei ihren Cousins wohnt. Beide verbringen einen schönen Tag zusammen. Léna erklärt Gaspard, dass das Schöne an ihm sei, dass sie mit ihm reden könne, ohne dass er nur an das Eine denke. Im Gespräch mit Margot erklärt er, die Begegnung mit Solène habe ihm die Augen dafür geöffnet, dass er Léna liebe.

Bevor er dies Solène erklären kann, sieht er Léna wieder, die ihm sagt, dass sie abreise, um Freunde zu besuchen. Beide bekommen einen großen Streit, in dem sie Gaspard sagt, sie halte ihn nicht für gut genug für sich. Als er auf ihrer Liebe beharrt, verbietet Léna ihm, sie wieder zu sehen. Er weint sich bei Margot aus. Nur bei ihr könne er er selbst sein, weshalb er mit ihr die Insel besuchen wolle. Léna und Solène könne er das sicher erklären. Margot und Gaspard küssen sich und Margot macht sich über Gaspard lustig, dass er sich nun zwischen drei Frauen entscheiden müsse. Solène gegenüber wagt er es nicht, die Fahrt abzusagen. Auch mit ihr verabredet er sich für die Tour. Sie lädt ihn am Abend zu einer Party ein. Als er wieder in seinem Zimmer ist, erhält er einen Anruf von Léna, die sich mit ihm versöhnen und die Reise machen möchte. Er solle sie am Abend zu einer Verabredung begleiten.

Gaspard verzweifelt völlig. Er versucht vergeblich Margot zu erreichen. Dann erhält er einen Anruf. Ein Bekannter vermittelt ihm ein günstiges Achtspur-Tonbandgerät für einen guten Preis, er müsse aber am nächsten Tag in La Rochelle sein, um sich diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Erleichtert sagt der junge Mann zu, da dies bedeutet, dass er sofort aufbrechen muss. Als Margot sich meldet, erklärt er ihr, dass er am selben Nachmittag abreisen werde. Sie begleitet ihn zur Fähre, die er nimmt, ohne sich von Léna und Solène verabschiedet zu haben.

Bemerkungen[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

James Berardinelli stellte in Reelviews fest, der 76-jährige Rohmer habe womöglich ein besseres Verständnis junger Liebe als junge Liebende. Der Film funktioniere, weil die Charaktere real und ihre Lebensumstände gegenwärtig seien, sodass der Zuschauer fast zwangsläufig in den Film hineingezogen werde. Eine Voraussetzung müsse der Zuschauer aber mitbringen: Man müsse bereit sein, die Dialoge zu genießen, und davon viele. Der Film verfüge über nur wenig konventielle Handlung und konzentriere sich auf die handelnden Charaktere.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. James Berardinelli: A Summer's Tale. A Film Review auf Reelviews

Weblinks[Bearbeiten]