Claires Knie

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Filmdaten
Deutscher Titel Claires Knie
Originaltitel Le genou de Claire
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1970
Länge 105 Minuten
Stab
Regie Éric Rohmer
Drehbuch Éric Rohmer
Produktion Pierre Cottrell, Barbet Schroeder
Kamera Néstor Almendros
Schnitt Cécile Decugis
Besetzung

Claires Knie ist der 1970 entstandene fünfte Film aus dem Zyklus Sechs moralische Erzählungen von Éric Rohmer, der von Die Bäckerin von Monceau (1962), Die Karriere von Suzanne (1963), Die Sammlerin (1967), Meine Nacht bei Maud (1969) und Liebe am Nachmittag (1972) komplettiert wird.

Handlung[Bearbeiten]

Der Diplomat Jérôme verbringt die Sommerferien vor seiner Hochzeit am See von Annecy. Über eine alte Freundin, die Schriftstellerin Aurora, lernt er Madame Walter und deren Tochter Laura kennen. Jérôme macht mit Laura eine Bergwanderung und sie verliebt sich ein wenig in ihn.

Einige Tage später trifft Lauras Stiefschwester Claire ein. Jérôme interessiert sich für das attraktive Mädchen und entwickelt ein zwanghaftes Verlangen, ihr Knie zu berühren.

Die Gelegenheit bietet sich, als Claire und Jérôme während einer Bootsfahrt Zuflucht in einer Hütte suchen müssen, da ein Gewitter aufzieht. Jérôme erzählt Claire, dass er ihren Freund Gilles mit einem anderen Mädchen gesehen habe. Sie beginnt zu weinen und lässt ihn gewähren, als er seine Hand auf ihr Knie legt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Jean-Claude Brialy berichtet in seiner Autobiographie[1] von den Dreharbeiten am Lac d'Annecy. Rohmer hatte die gesamte Filmcrew in einem alten Haus untergebracht, in dem es nur ein gemeinsames Badezimmer gab, und übernachtete selbst in einem Schuppen. Besonders schwierig sei die Zusammenarbeit mit Béatrice Romand gewesen, die sich ständig in die Dreharbeiten eingemischt und ihn in einer Szene sogar gebissen habe.

Kritik[Bearbeiten]

Der film-dienst pries Rohmers Analyse von Gefühlen und Verhaltensweisen verschiedener Generationen in seiner zeitgenössischen Filmkritik als psychologisch außerordentlich „subtil und diskret“. Der Film sei eine „Fallstudie narzißtischer Eigenliebe“.[2]

„Jérôme hat auch nicht die Absicht, Laura oder Claire zu verführen. Er gehört nicht zu jenen Männern, die auf der Jagd sind, jedenfalls nicht auf der Jagd nach weiblichen Trophäen. Er ist ein Narziss, einer, der sich für unwiderstehlich hält und dem es nur darauf ankommt, vor allem sich selbst zu beweisen, dass er könnte, wenn er wollte, dass er jede Frau an sich binden könnte, wenn er wollte. Jerome ist in sich verliebt - und zwar ausschließlich.“

Ulrich Behrens: filmzentrale.com [3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film gewann 1970 den renommierten Prix Louis-Delluc, ein Jahr später den Hauptpreis auf dem San Sebastián International Film Festival. 1972 wurde Claires Knie mit dem Prix Méliès der Association Française de la Critique de Cinéma als beste französische Kinoproduktion gekürt, während in den USA Rohmers Regiearbeit ebenfalls Widerhall bei den Kritikern fand und die Preise des National Board of Review als Bester fremdsprachiger Film und der National Society of Film Critics als Bester Film des Jahres erhielt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Éric Rohmer: Meine Nacht bei Maud. Sechs moralische Erzählungen, ein Filmzyklus. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1987. ISBN 3-596-24466-8

Quellen[Bearbeiten]

  1. Jean-Claude Brialy: Le Ruisseau des singes. Editions Robert Laffont 2000.
  2. vgl. Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
  3. http://www.filmzentrale.com/rezis/clairesknieub.htm

Weblinks[Bearbeiten]