Souphanouvong

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Souphanouvong (1978)

Prinz Souphanouvong (* 13. Juli 1909 in Luang Prabang; † 9. Januar 1995) war ein laotischer Politiker. Er war ab 1950 Oberhaupt der antikolonialen und prokommunistischen Bewegung Pathet Lao und von 1975 bis 1991 erster Staatspräsident der Demokratischen Volksrepublik Laos.

Leben[Bearbeiten]

Er wurde als Sohn des Vizekönigs von Luang Prabang in Laos, Boun Khong, und dessen Nebenfrau Kham On geboren. Er war der jüngere Halbbruder von Prinz Phetsarat und Prinz Souvanna Phouma und prägte wie diese das politische Geschehen seines Heimatlandes Laos entscheidend. Beeindruckt von einem Treffen mit Ho Chi Minh in Hanoi schloss er sich in Laos dem Kampf gegen die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Indochina zurückkehrenden Franzosen an. Er wurde einer der Anführer der Lao-Issara-Bewegung und Außenminister der Widerstandsregierung. Nach der Schlacht um Thakhek am 21. März 1946, als er auf einem Boot über den Mekong fliehen wollte, wurde er durch Tiefflieger schwer verwundet. Er konnte aber trotzdem nach Bangkok entkommen.

Berühmt wurde er unter dem Namen „der Rote Prinz“ als Führer der prokommunistischen Pathet-Lao-Bewegung. In dieser Funktion war er Mitglied der drei Koalitionsregierungen in Laos in den 1950er bis 1970er Jahren.

Nachdem der Pathet Lao 1975 im ganzen Königreich Laos die Macht übernommen hatte, wurde Souphanouvong erster Präsident der Demokratischen Volksrepublik Laos. Im Politbüro der kommunistischen Partei (Laotische Revolutionäre Volkspartei, LRVP) hatte er aber nur einen niedrigen Rang inne. Die Entscheidungsgewalt lag vielmehr in den Händen des Premierministers und Generalsekretärs der Partei Kaysone Phomvihane.

Seit 1986 führte Phoumi Vongvichit als amtierender Staatspräsident für den dauerhaft erkrankten Souphanouvong die Amtsgeschäfte. Nach der Verabschiedung der neuen Verfassung am 14. August 1991 wurde Kaysone Phomvihane offiziell sein Nachfolger als Staatspräsident.

Souphanouvong war mit der Vietnamesin Nguyen Thi Ky Nam verheiratet, mit der er 10 Kinder hatte. Einer seiner Söhne, Khamsay (* 1943), war von 1991 bis 1995 Finanzminister und Mitglied des Zentralkomitees der LRVP. Er fiel jedoch bei der Parteiführung in Ungnade und floh 2000 nach Neuseeland.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]