Laotische Revolutionäre Volkspartei

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Laotische Revolutionäre Volkspartei
Choummaly Sayasone.jpg
Partei­vorsitzender Choummaly Sayasone
Gründung 3. März 1955
Haupt­sitz Vientiane
Aus­richtung Kommunismus, Marxismus-Leninismus
Mitglieder­zahl 191.700

Die Laotische Revolutionäre Volkspartei (Abkürzung LRVP, französisch Parti révolutionnaire populaire lao, Laotisch: ພັກປະຊາຊົນປະຕິວັດລາວ, transkribiert: Phak Pasason Pativat Lao) ist eine marxistisch-leninistische politische Partei in Laos und entstand aus der Kommunistischen Partei Indochinas (französisch Parti communiste indochinois), die von Ho Chi Minh 1930 gegründet worden war.

Geschichte[Bearbeiten]

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Im Februar 1930 gründete Ho Chi Minh gemeinsam mit weiteren Kommunisten die KP Indochinas. Ho zog junge revolutionäre Intellektuelle aus den drei indochinesischen Ländern unter französischer Herrschaft, Kambodscha, Laos und Vietnam, in die Partei, so aus Laos Kaysone Phomvihane und Nouhak Phoumsavanh.

Gründung[Bearbeiten]

In den 50er Jahren entstanden aus der KP Indochinas drei regionale Parteien, die die Sache der KP Indochinas in ihrem eigenen Land fortsetzten. In der DR Vietnam war dies die PdW Vietnams, in Laos die Laotische Volkspartei, die sich am 22. März 1955 gründete. Sie begriff sich als Partei der Revolution. Im März 1951 löste er die IKP auf und schuf drei regionale Organisationen. Für Laos entstand so die Pathet Lao, unter Führung des linken Prinzen Souphanouvong.

In aller Heimlichkeit ließ Ho am 22. März 1955 den ersten Parteitag der nunmehr "Laotische Volkspartei" genannten Gruppierung abhalten. An ihm nahmen 25 Delegierte für angeblich 300 Mitglieder teil. Da alle Informationen aber von Vietnam, dem maßgeblichen Partner, geheim gehalten wurden (bis 1991 wurden nicht einmal die Namen der Parteikader offiziell genannt), ist eine Verifikation äußerst schwierig. Man weiß allerdings, dass in der LVP Kader der Lao Issara-Bewegung genauso vorhanden waren wie Partisanenverbände und linke Intellektuelle, die ihre Ausbildung in Hanoi, Moskau und Peking erhalten haben.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die LVP gründete 1956 einen legalen Arm, die Laotische Patriotische Front, deren Mitglieder an diversen Koalitionskabinetten in Laos unter Souvanna Phouma teilnahmen.

Obwohl die Parteistatuten, die denen der Vietnamesischen KP glichen, Parteikongresse alle fünf Jahre vorsahen, fand der 2. Parteitag erst im Februar 1972 statt. Der wahrscheinlich 1967 eingesetzte Generalsekretär (Parteichef), Kaysone Phomvihane, wurde bestätigt. Auf dem II. Parteitag im Jahre 1972 nahm die Partei ihren jetzigen Namen an. Der Parteiführer wurde Kaysone Phomvihane. 1975 übernahmen die kommunistischen Kader dank der vietnamesischen Hilfe die Macht, stürzten das alte royalistische System und errichteten nach sowjetischem Vorbild eine marxistisch-leninistische Volksdemokratie. In diesem Jahr wurde der Feudalismus in Laos gestürzt. Am 2. Dezember 1975 wurde die DVR Laos, ein sozialistischer Staat, proklamiert. Die LRVP wurde zur führenden Staatspartei. 1976 nahm eine Delegation der LRVP am VII. Parteitag der PdA Albaniens teil.[1] Auf dem IV. Parteitag der LRVP 1986 wurde die Linie der Renovierung angenommen.

Die Partei wurde, auch offiziell in der Verfassung verankert, maßgebliches Instrument der Politik. Sie bestimmte die Richtlinien, stellte die Wahllisten auf und gab die Befehle an Ministerien, Regionalgouverneure und Administratoren in Politik und Wirtschaft.

Rolle in der Politik[Bearbeiten]

In der Verfassung von 1991 ist die Führungsrolle der Partei festgeschrieben. Ihr höchstes Gremium ist nominell der Parteikongress, der aus gewählten Vertretern der Parteimitglieder besteht, deren Zahl für 1991 mit rund 60.000 angegeben wurde, also ca. 1 % der Bevölkerung des Landes. Jedoch folgt der Parteitag der Agenda und den Vorgaben des Zentralkomitees und des Politbüros. Das Politbüro wird vom Zentralkomitee gewählt, wobei die lange Verweildauer auffällt. In das Zentralkomitee rücken Kader, die der Parteitag (-kongress) bestimmt, auf Vorschlag des Politbüros.

Seit 1986 wird die statutenmäßige Einberufung des Parteikongresses, alle fünf Jahre, eingehalten; die Parteitage fanden bisher jeweils im März statt (1986, 1991, 1996, 2001, 2006). Die LRVP ist bislang nur äußerst halbherzig den 1986-91 propagierten Thesen von Glasnost und Perestrojka gefolgt. Ein Grund dafür mag auch der grassierende Nepotismus sein; so waren und sind Verwandte der Parteiführer in entscheidende Parteischaltstellen eingerückt, wie z. B. Kaysones Sohn Saisomphong oder Souphanouvongs Sohn Khamsai.

Organisation[Bearbeiten]

Die 1979 gegründete Front lao pour la Construction nationale (FLCN) ist die von der LRVP geführte Volksfront.

Parteitag[Bearbeiten]

Höchstes Gremium der Partei ist der Parteitag, auf dem die politische Linie der Partei festgelegt und das Zentralkomitee gewählt wird.

Seit 1986 wird die statutenmäßige Einberufung des Parteikongresses, alle fünf Jahre, eingehalten.

Generalsekretäre[Bearbeiten]

vom 1. Juni 1967 (?) bis zu seinem Tode: Kaysone Phomvihane

von 1992 bis 2006: Khamtai Siphandone

seit 2006: Choummaly Sayasone

Zentralkomitee[Bearbeiten]

Das Zentralkomitee der LRVP besteht aus 55 Personen. [2]

Politbüro[Bearbeiten]

Die aktuellen Mitglieder des Politbüros sind Choummaly, Samane Vignakhet (seit 1986), Thongsing Thammavong (1991), Boungnang Vorachit (1996), Sisavath Keobounphanh (1986-91, ab 1996), Asang Laoly (1966), Bouasone Bouphavanh (2001), Thongloun Sisoulith (2001), Douangchai Phichit (2001), Somsavat Lengsavad (n, bisher Kandidat) und Pany Yathothu (n, einzige Frau).

Alle Mitglieder des Politbüros haben auch wichtige Staatsfunktionen inne wie Choummaly als Präsident und Bouasone als Ministerpräsident.

Kritik[Bearbeiten]

In der LRVP grassiert der Nepotismus. So bekleiden Verwandte von Parteiführern hohe Ämter.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Laos − Der Sieg des Pathet Lao, vom 1. November 1976
  2. Laos. Kambodscha. erste Auflage: Du Mont-Reiseverlag, Ostfildern 2007. ISBN 978-3-7701-7642-7. S. 96