Steigerkopf

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Steigerkopf
Schänzel
Steigerkopf mit Schänzelturm im Februar 2012

Steigerkopf mit Schänzelturm im Februar 2012

Höhe 613,6 m ü. NHN [1]
Lage nahe Edenkoben; Landkreis Südliche Weinstraße, Rheinland-Pfalz (Deutschland)
Gebirge Pfälzerwald
Koordinaten 49° 17′ 49″ N, 8° 1′ 34″ O49.2970555555568.0262222222222613.6Koordinaten: 49° 17′ 49″ N, 8° 1′ 34″ O
Steigerkopf (Rheinland-Pfalz)
Steigerkopf
Gestein Buntsandstein
Besonderheiten Aussichtsturm auf dem Gipfel, historische Schanzanlagen am Hang
Steigerkopf (Mitte) vom Weißenberg aus gesehen

Der Steigerkopf, im Volksmund auch Schänzel genannt, nahe Edenkoben im rheinland-pfälzischen Landkreis Südliche Weinstraße ist ein 613,6 m ü. NHN[1] hoher Berg im Pfälzerwald. Auf dem zu Gommersheim gehörenden Gipfel steht der Schänzelturm.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Steigerkopf liegt im östlichen Bereich des Pfälzerwaldes im Naturpark Pfälzerwald. Sein Gipfel erhebt sich etwa 7 Kilometer (km) westnordwestlich der Kleinstadt Edenkoben am Westrand einer Gruppe von Bergen, die sämtlich über 600 m hoch sind; 4 km nordöstlich erhebt sich der höchste Berg des Pfälzerwaldes, die Kalmit (672,6 m). Der Berggipfel und besonders nordöstlich davon befindliche Bergteile gehören zur Waldgemarkung von Gommersheim[2], die als Exklave dieser Ortsgemeinde rund 17 km westlich von Gommersheim liegt. Geologisch stellt der Steigerkopf den Nordwestläufer des 661,8 m hohen Kesselberges dar, dessen Gipfel 2 km (jeweils Luftlinie) entfernt ist. An der Südwestflanke des Berges, auf dem der Gommersheimer Wald liegt, entspringt der Modenbach, ein rechter Nebenfluss des Speyerbachs.

Geschichte[Bearbeiten]

Schänzel[Bearbeiten]

Im Volksmund wird der Steigerkopf auch „Schänzel“ genannt, seit dort etwa 4500 preußische Soldaten im Sommer 1794 mehrere Schanzen errichteten. Sie sollten die 7000 Mann zählenden französischen Revolutionstruppen aufhalten, die sich anschickten, die deutschen Gebiete links des Rheins zu erobern. In der verlustreichen Entscheidungsschlacht am 12. und 13. Juli 1794 siegten die Franzosen, nachdem sie am zweiten Tag von einem ortskundigen Jäger aus der nahen Ortsgemeinde Dernbach in den Rücken der Preußen geführt worden waren.[3] Der preußische Befehlshaber General Theodor Philipp von Pfau (1727–1794) geriet schwer verwundet in Gefangenschaft und starb noch am gleichen Tag.[4]

Schänzelturm[Bearbeiten]

Zum Andenken an die besiegten Preußen wurde hundert Jahre nach dem Ereignis und im Bewusstsein des 1871 gewonnenen Deutsch-Französischen Krieges auf dem Berggipfel der Schänzelturm erbaut.[3] Dies ist ein achteckiger Aussichtsturm, der 13 m hoch ist und aus behauenem Buntsandstein aufgemauert wurde. Die Aussichtsplattform auf dem Turmdach ist durch ein Geländer gesichert.

Der Aussichtsturm wurde im Jahre 1894 vom Schänzelturmverein zu Edenkoben gewidmet:[5]

Dem Andenken der tapferen preußischen Krieger, welche im Kampfe gegen das französische Invasionsheer am 13. Juli 1794 hier den Heldentod für das deutsche Vaterland starben

Widmungen[Bearbeiten]

Bereits 1796 ließ der österreichische Generalfeldmarschall Dagobert Graf von Wurmser am Steigerkopf für General von Pfau ein Ehrenmal errichten. Der sogenannte Heldenstein[3] trägt folgende teilweise gereimte Inschrift:

Dem Anno 1794 vor dem Feind gebliebenen königlich preusischen Herrn Generalen von Pfau. / Als Held und Biedermann bekannt / starb Pfau fürs deutsche Vaterland. / Als Freund von edler Tapferkeit / sei dieses Denkmal ihm geweiht. / Von dem k. k. General-Feldmarschall Dagobert Grafen von Wurmser 1796

Als zusätzliche Erinnerung an die Kämpfe von 1794 wurden im 20. Jahrhundert auf dem Steigerkopf die Rittersteine mit den Nummern 62 bis 68 errichtet.[6]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Zufahrt zum Steigerkopf erfolgt über eine etwa 10 Kilometer lange Fahrstraße, die von Edenkoben empor nach Westnordwest führt, um den Gipfel herum einen Linksbogen beschreibt und dann durchs Modenbachtal hinunter in südöstlicher Richtung Burrweiler erreicht. Sie überwindet zweimal mehr als 400 Höhenmeter und ist als „landschaftlich besonders schöne Strecke“[7] eingestuft.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Walter Eitelmann: Rittersteine im Pfälzerwald. 4., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage. Pfälzerwald-Verein, Neustadt/Weinstr. 1998, ISBN 3-00-003544-3.
  •  Heimatverein Venningen: 7. Unter der Herrschaft der Franzosen. In: Mitgliederbrief Nr. 31. Venningen Oktober 1989.
  • Bernhard von Poten: Pfau, Theodor Philipp v.. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 25, Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 610 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Topographische Karte des LANIS: Steigerkopf. Abgerufen am 20. Februar 2014., auf map1.naturschutz.rlp.de
  2. Landschaftsinformationssystem der Naturschutzverwaltung
  3. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHeimatverein Venningen: 7. Unter der Herrschaft der Franzosen. In: Mitgliederbrief Nr. 31. Venningen Oktober 1989, S. 3–5, abgerufen am 26. Oktober 2010.
  4. Bernhard von Poten: Pfau, Theodor Philipp v.. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 25, Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 610 f.
  5. Erinnerungstafel am Schänzelturm
  6. Walter Eitelmann: Rittersteine im Pfälzerwald
  7. Die Generalkarte Nr. 15, Mairs Geographischer Verlag/Falk Verlag, Ostfildern, 2004