Landkreis Südliche Weinstraße
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz |
| Verwaltungssitz: | Landau in der Pfalz |
| Fläche: | 639,89 km² |
| Einwohner: |
108.875 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 170 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | SÜW |
| Kreisschlüssel: | 07 3 37 |
| NUTS: | DEB3H |
| Kreisgliederung: | 75 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
An der Kreuzmühle 2 76829 Landau in der Pfalz |
| Webpräsenz: | |
| Landrätin: | Theresia Riedmaier (SPD) |
| Lage des Landkreises Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz | |
Der Landkreis Südliche Weinstraße ist ein Landkreis im Süden von Rheinland-Pfalz in der Metropolregion Rhein-Neckar. Der Verwaltungssitz befindet sich in der komplett vom Landkreis umschlossenen kreisfreien Stadt Landau in der Pfalz.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Der Landkreis leitet seinen Namen von der ersten Touristenroute in Deutschland ab, der Deutschen Weinstraße, deren Südhälfte von Süd nach Nord durch den Landkreis führt. Dieser hat Anteil an der pfälzischen Rheinebene im Osten und am Pfälzerwald im Westen. Größte Fließgewässer sind die Queich und – nahe der Grenze zu Frankreich – die Lauter, die am Oberlauf Wieslauter genannt wird.
Benachbart sind die Landkreise Südwestpfalz, Bad Dürkheim, Rhein-Pfalz-Kreis und Germersheim. Im Norden grenzt die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße an, im Süden das französische Département Unterelsass.
Geschichte [Bearbeiten]
Das Gebiet des heutigen Kreises gehörte ab 1816 zu Bayern, aufgeteilt in die Bezirke Bergzabern und Landau, aus denen später Landkreise hervorgingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die beiden Landkreise 1946 Bestandteil des Landes Rheinland-Pfalz und gehörten, mit den Kfz-Kennzeichen LD bzw. BZA, zunächst zum Regierungsbezirk Pfalz.
Die heutigen Grenzen erhielt der Landkreis bei der Kreisreform 1969 durch Zusammenlegung der beiden alten Landkreise zum „Landkreis Landau-Bad Bergzabern“ mit dem Kfz-Kennzeichen LD. Zum 1. Januar 1978 wurde er in „Landkreis Südliche Weinstraße“ umbenannt und das Kfz-Kennzeichen in SÜW geändert.
Politik [Bearbeiten]
Kreistag [Bearbeiten]
Die Kreistagswahl 2009 hatte folgendes Ergebnis:
| Partei | % | Sitze |
|---|---|---|
| CDU | 37,8 | 16 |
| SPD | 28,7 | 12 |
| FWG | 13,8 | 6 |
| FDP | 9,0 | 4 |
| Grüne | 7,7 | 3 |
| Linke | 3,0 | 1 |
| gesamt | 100,0 | 42 |
| Wahlbeteiligung in % | 64,3 | |
Landrat [Bearbeiten]
- 1969–1982 Gerhard Schwetje (CDU)
- 1982−1997 Gerhard Weber (CDU)
- seit 1997 Theresia Riedmaier (SPD)
Wappen [Bearbeiten]
- Blasonierung
Das Wappen wurde am 24. Juni 1970 verliehen und hat folgende Blasonierung: Durch einen silbernen Schräglinksbalken geteilt: oben in Schwarz ein linksgewendeter, rot bewehrter goldener Löwe, unten in Blau ein silbernes Kreuz, beseitet von je einer goldenen gestielten Weintraube mit Blatt; im ganzen belegt mit einem roten Herzschild, darin eine goldene Kaiserkrone.
- Bedeutung
Die Weintrauben symbolisieren die Deutsche Weinstraße, die dem Landkreis seinen Namen gab. Der Pfälzer Löwe steht für die Kurfürsten von der Pfalz und das Kreuz für das Hochstift Speyer. Die Kaiserkrone verweist auf die Reichsburg Trifels, die sich im Kreisgebiet befindet und auf der im Mittelalter zeitweise die Reichsinsignien verwahrt wurden.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Burgen, Schlösser, Bauten [Bearbeiten]
(Auswahl)
- Reichsburg Trifels bei Annweiler
- Storchendorf Bornheim
- Wehrkirche mit befestigtem Friedhof sowie Renaissance-Rathaus von 1592 in Dörrenbach
- Villa Ludwigshöhe, ehemaliges Sommerschloss von König Ludwig I. von Bayern bei Edenkoben
- Rietburgbahn, Sessellift zur Rietburg bei Edenkoben
- Madenburg bei Eschbach
- Burg Landeck bei Klingenmünster
- Slevogthof Neukastel bei Leinsweiler
- Deutsches Weintor in Schweigen-Rechtenbach
- Wild- und Wanderpark Südliche Weinstraße bei Silz
- Burg Lindelbrunn bei Vorderweidenthal
- Burg Berwartstein bei Erlenbach
- Schloss Kropsburg bei Sankt Martin
- Burgruine Neuscharfeneck bei Dernbach
- Deutsches Weintor bei Schweigen-Rechntenbach
- Wehrkirche mit befestigtem Friedhof und Renaissance-Rathaus von 1592 bei Dörrenbach
Ausflugstipps [Bearbeiten]
(Auswahl)
- Deutsche Weinstraße
- Freizeitbad LaOla in Landau
- Reptilium in Landau
- Landauer Zoo in Landau
- Südpfalz Therme in Bad Bergzabern
- Abenteuer Park in Kandel
- Kakteenland in Steinfeld
- Wild- und Wanderpark in Silz
- Storchenzentrum in Bornheim
- Rietburgbahn in Edenkoben
- Waldgeisterweg bei Oberotterbach
- Biosphärenhaus Pfälzerwald - Nordvogesen Fischbach mit Baumwipfelpfad bei Fischbach
- Holiday Park in Haßloch
Museen [Bearbeiten]
(Auswahl)
- Museum in Herxheim
- Bürstenbindermuseum Ramberg
- Museum unterm Trifels bei Annweiler
- Westwallmuseum bei Bad Bergzabern
- Museum für Weinbau und Stadtgeschichte in Edenkoben
- Mühlenmuseum in Edenkoben
- Zinnfigurenmuseum in Bad Bergzabern
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft [Bearbeiten]
Größere Industrieanlagen sind selten. Im Osten sind weite Teile des Landkreises vom Weinbau geprägt, daneben gewinnt dort der Tourismus immer mehr an Bedeutung. Auch für die Waldgebiete im Westen, die etwa 43 Prozent der Landkreisfläche ausmachen und früher in erster Linie der Forstwirtschaft dienten, ist mittlerweile der Fremdenverkehr die wichtigste Erwerbsquelle.
Verkehr [Bearbeiten]
- Straßenverkehr
Durch das Kreisgebiet führen 14 km der Bundesautobahn 65 (Karlsruhe–Ludwigshafen). Ferner wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen und Kreisstraßen erschlossen, darunter B 10, B 38, B 48 und B 427.
- Schienenverkehr
Am Rand der Oberrheinischen Tiefebene eröffnete die Pfälzische Maximiliansbahn-Gesellschaft 1855 die Strecke Neustadt–Landau–Winden–Weißenburg (Elsass). Von ihr zweigte 1870 die Stichbahn Winden–(Bad) Bergzabern ab, die heute als Kurbadlinie bezeichnet wird. 1872 folgte als Querverbindung die Bahnstrecke Germersheim–Landau. Die Pfälzische Ludwigsbahn-Gesellschaft führte 1874/75 die Queichtalbahn von Landau durch den Pfälzer Wald in Richtung Pirmasens. Weitere kurze Stichbahnen der Pfälzischen Maximiliansbahn folgten 1892 von Rohrbach-Steinweiler nach Klingenmünster (Klingbachtalbahn) und 1898 von Landau nach Herxheim. Nach der Gründung der Pfalzbahn kam noch 1905 die Schmalspurbahn Speyer–Neustadt hinzu, die im Kreis nur die Station Gommersheim bediente.
Die Ortschaften an der Weinstraße zwischen Neustadt und Landau wurden ab 1911/12 von der Deutschen Eisenbahn-Gesellschaft durch eine meterspurige elektrische Straßenbahn, die Pfälzer Oberlandbahn, bedient, die ab 1936 noch eine Zweiglinie vom Betriebsbahnhof Edenkoben zur Villa Ludwigshöhe erhielt. Die Pfälzer Oberlandbahn wurde 1953/55 als erste Bahn (im Kreis 20 km) stillgelegt:
- 1953: Edenkoben–Landau Bhf =M= 12 km und Edenkoben–Villa Ludwigshöhe =M= 2 km
- 1955: (Neustadt Bhf–) Maikammer–Edenkoben =M= 6 km
In der Folgezeit wurden weitere 46 km aus dem früher 92 km umfassenden Eisenbahnnetz stillgelegt:
- 1956: (Speyer Lbf–) Gommersheim (–Neustadt Lbf) =M= 2 km
- 1957: Rohrbach-Steinweiler–Klingenmünster 10 km
- 1976: (Winden–) Steinfeld–Schweighofen (–Weißenburg) 6 km (1. März 1997 reaktiviert)
- 1981: (Winden–) Barbelroth–Bad Bergzabern 8 km (4. September 1995 reaktiviert)
- 1983: Landau Hbf–Mörlheim–Offenbach–Herxheim 11 km
- 1984: Landau Hbf–Dammheim–Hochstadt (–Germersheim) 9 km
- Öffentlicher Personennahverkehr
Im gesamten Landkreis gelten die Tarife des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar.
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
(Einwohner am 31. Dezember 2011[2])
Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:
(Sitz der Verbandsgemeinde *)
Ehrenbürger [Bearbeiten]
2011 wurde der ehemalige Landrat Gerhard Schwetje zum ersten Ehrenbürger des Kreises ernannt.[3]
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Webpräsenz des Landkreises Südliche Weinstraße
- Tourismus und Wein an der Südlichen Weinstraße
- Literatur von Landkreis Südliche Weinstraße im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2011 (PDF; 755 kB) (Hilfe dazu)
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2011 (PDF; 755 kB)
- ↑ ADD-Präsident gratuliert Regierungspräsidenten a.D. Gerhard Schwetje zur Ehrenbürgerwürde des Landkreises Südl. Weinstraße, Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion 18. April 2011
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