Steyr (Fluss)
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Die Steyr ist ein Fluss in der oberösterreichischen Region Pyhrn-Eisenwurzen, der im Toten Gebirge in der Nähe der Baumschlagerreith im Ort Hinterstoder (Bezirk Kirchdorf an der Krems) entspringt (47,6377° N, 14,0825° O)47.6377314.082499850 und nach rund 68 km in der Stadt Steyr in die Enns mündet (48.0424° N, 14.42176° O)48.04241114.421759290.
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[Bearbeiten] Geografie
Im Oberlauf durchfließt die Steyr das Stodertal. Der Fluss ist für geübte Kajakfahrer sehr interessant und bietet schöne Abschnitte von WW2 bis 3+ . Ab Steyrbrücke führt der Weg der Steyr durch eine tief eingeschnittene Schlucht, die seit 1975 durch eine Staumauer bei Klaus geflutet ist. Der so entstandene Klauser See wird neben der Energiegewinnung auch als Erholungsraum genutzt. Das rechte Seeufer gehört teilweise zum Nationalpark Kalkalpen.
Unterhalb der Wallfahrtskirche Frauenstein im Mollner Ortsteil Ramsau befindet sich eine weitere Felsschlucht, der sogenannte Steyrdurchbruch. Am Anfang der Schlucht liegt das Kraftwerk Steyrdurchbruch, das durch seine Jugendstil-Architektur bekannt ist. Nach dem Steyrdurchbruch weitet sich das Tal zum Mollner Becken, in dessen Schotterterasse sich die Steyr tief eingeschnitten hat. Bei Leonstein (Gemeinde Grünburg) wird das Tal wieder enger.
Etwa zwei Kilometer unterhalb der Mündung der Krummen Steyrling bei Molln findet sich die „Rinnende Mauer“, eine seltene Flächenquelle. Dabei handelt es sich um angestautes Grund- und Hangwasser, das fünf bis sieben Meter über Flussniveau austritt.[1] Über Grünburg erreicht die Steyr danach das Alpenvorland. In der Stadt Steyr gibt der Fluss einen Teil seines Wassers an den Wehrgraben ab, den früher viele Betriebe zur Energiegewinnung nutzten. Bei der Mündung in die Enns bilden beide Flüsse ein „Y“, das die Stadt Steyr für Marketingzwecke nutzt.
[Bearbeiten] Entstehung
Das Entwässerungsnetz der Donau, zu dem die Steyr mit Nebenflüssen und Zubringern gehört, entstand im Zuge der alpidischen Gebirgsbildung vor etwa 100 Millionen Jahren. Wahrscheinlich bereits vor der Mindeleiszeit (vor 600.000 bis 300.000 Jahren)[2] war die Wasserscheide bei Steyrdurchbruch soweit erniedrigt, dass der Steyrfluss „durchbrechen“ konnte. Davor floss er durch das heutige Kremstal ab.[3] Der jetzige Flussverlauf entstand seit Ende der Würmeiszeit vor etwa 11.000 Jahren. Die alte Talrinne, westlich davon, ist durch Gletscherschotter gefüllt und der Fluss tiefte sich stattdessen in einem sogenannten epigenetischen Durchbruch in das Dolomitgestein ein.[4]
Die Schluchtsysteme der Steyr und ihrer Nebenflüsse Teichl und Krumme Steyrling sind 30 bis 40 Meter hohe, teils überhängende, Konglomeratwände.[5] Die Flüsse tiefen sich bis heute in den Gletscherschutt ein.
[Bearbeiten] Wirtschaftliche Bedeutung
Die Steyr wurde und wird hauptsächlich zur Energiegewinnung genutzt. Früher zum direkten Antrieb von zum Beispiel Mühlen oder Schmiedehämmern, später zur Stromerzeugung. Bis ins beginnende 20. Jahrhundert spielte auch die Holztrift eine Rolle.
[Bearbeiten] Nebenflüsse (Auswahl)
[Bearbeiten] Kraftwerke
(Engpassleistung und Regelarbeitsvermögen nach Angaben des jeweiligen Kraftwerkbetreibers. Stand: 2005)
| Kraftwerk | Engpass- leistung (kW) |
Regelarbeits- vermögen (MWh) |
Betreiber |
|---|---|---|---|
| Hinterstoder | 106 | 484 | Energie AG Oberösterreich |
| Klaus | 19.600 | 74.000 | Ennskraft |
| Steyrdurchbruch | 4.000 | 20.000 | Energie AG Oberösterreich |
| Agonitz | 3.100 | 15.800 | Energie AG Oberösterreich |
| Humpelmühle | 980 | 5.300 | Energie AG Oberösterreich |
| Steinbach | 880 | 6.000 | Energie AG Oberösterreich |
| Pichlern | 750 | 5.600 | Ennskraft |
[Bearbeiten] Literatur
- Willibald Girkinger/Wolfgang Heitzmann –- Die Steyr. Landschaft und Menschen am Fluß. Linz, Landesverlag 1990, 2. Auflage. ISBN 3-85214-527-9
[Bearbeiten] Belege
- ↑ Willibald Girkinger/Wolfgang Heitzmann –- Die Steyr. Landschaft und Menschen am Fluß. Linz, Landesverlag 1990, 2. Auflage. S. 54
- ↑ Brockhaus Multimedial premium 2007, Tabelle: Vorgeschichte: Vorgeschichtliche Zeiträume Mitteleuropas. (Dauer der Mindeleiszeit)
- ↑ Die Steyr. Landschaft und Menschen am Fluß. S. 20
- ↑ Die Steyr. Landschaft und Menschen am Fluß. S. 48
- ↑ Die Steyr. Landschaft und Menschen am Fluß. S. 22

