Streetwear

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Geschäft für sogenannte classic urban wear (engl.: ‚klassische urbane Kleidung‘) in Omagh, Nordirland.

(Urban) Streetwear (engl.: ‚(städtische) Straßenkleidung‘) ist die Bezeichnung für bestimmte Arten städtischer, oft eher „jugendlicher“ Freizeitkleidung. Der Begriff wird von der Bekleidungs- oder Lifestyle-Industrie oft als Marketing-Schlagwort verwendet und taucht im deutschen Sprachgebrauch in unterschiedlichen Zusammenhängen manchmal synonym, manchmal auch in Abgrenzung zu verschiedenen ebenfalls der englischen Sprache entlehnten Begriffen wie Skatewear, Sportswear, Clubwear, Street fashion, Urban Wear, Urban Clothing oder Street Style auf. Durch die vielfältige Verwendung fällt eine genaue Definition schwer.

Streetwear als Skatewear[Bearbeiten]

Eine frühe Erwähnung des Begriffs Streetwear findet sich im Markennamen der 1976 gegründeten Skateboarding-Bekleidungsfirma Vision Street Wear.[1] In den 1980er Jahren wurde der Begriff zunächst in den USA verwendet, um die Kleidung innerhalb der Skateboarding-Kultur zu benennen. Man spricht hier manchmal auch von Skatewear (engl.: „Skateboarding-Bekleidung“, sinngemäß: „das, was man beim Skateboarden trägt") oder allgemeiner von Sportswear (engl: „Sportbekleidung“). Eine zentrale Rolle spielen hierbei unter anderem bedruckte T-Shirts oder Kapuzenpullover (beispielsweise der Bekleidungsfirma Stüssy), Baseballcaps und bestimmte Sneakers oder Skateschuhe, wie beispielsweise Vans oder Airwalks.[2] Mit dem Aufkommen des Skateboardings und der zugehörigen Mode in Deutschland fand auch der Begriff seinen Weg in die deutsche Sprache.

Streetwear als Clubwear[Bearbeiten]

Mit der Verbreitung der Techno- und Clubkultur in Deutschland zu Beginn der 1990er Jahre wurde der Begriff Streetwear teilweise synonym, teilweise aber auch in Abgrenzung zum Begriff Clubwear (engl: „Club-Bekleidung“, sinngemäß: „das, was man im Club trägt“) verwendet. Die Dresscodes einzelner Szenen innerhalb der Clubkultur können stark voneinander abweichen und es existiert eine Bandbreite von konventionellen Freizeitmoden über elegantere Outfits bis hin zu verschiedenen Retrolooks und experimentellen, eher an Verkleidung erinnernden Stilen (wobei letztere in der Regel nicht als Streetwear bezeichnet werden).[3] Die Bekleidungsindustrie verwendet die Begriffe Clubwear und Streetwear in diesem Zusammenhang meist um jugendliche, legere Markenkleidung zu betiteln. Kommerzielle Clubwear bedient sich hierbei also in der Regel jeweils aktueller Modetrends.[4]

Streetwear als street fashion[Bearbeiten]

Hauptartikel: Street fashion

Gelegentlich wird der Begriff Streetwear auch synonym zu street fashion (engl.: „Straßenmode“, sinngemäß: „Hip-Hop-Mode“) verwendet. Hierbei handelt es sich um verschiedene Modestile, die sich seit den 1980er Jahren in der Hip-Hop-Kultur etabliert haben. Eine zentrale Rolle spielen unter anderem Baggy Pants, T-Shirts in Übergrößen, Sportbekleidung, oder bestimmte Sneakers. Populäre Marken für street fashion sind beispielsweise Tommy Hilfiger oder Cross Colours. Im Zuge der wachsenden Popularität von Hip-Hop brachten auch einzelne Rapper und Musiker aus dem Hip-Hop-Umfeld eigene Bekleidungslinien auf den Markt, so gründete beispielsweise der Musikproduzent und Rapper P. Diddy 1998 die Modemarke Sean John.

Streetwear in Fashion-Blogs[Bearbeiten]

Mit der Verbreitung von Weblogs haben sich als eigenständiges Subgenre sogenannte Fashion-Blogs, meist privat betriebene Blogs über Mode, etabliert. Manche berichten nicht über Modekollektionen, sondern über die individuelle Straßenmode. So wird versucht, Trends aufzuspüren, indem aktuelle Fotos von besonders ungewöhnlich, stilsicher oder modisch gekleideten Passanten veröffentlicht oder auch aktuelle Modetrends bestimmter Produktgruppen der Modebranche besprochen werden.[5] Die auch als Streetwear oder street style (engl.: „Straßenstil“) bezeichneten Outfits können sich hierbei stark unterscheiden. Gemeinsam haben sie lediglich, dass sie dem Alltag entnommen, also quasi „auf der Straße“ gefunden wurden.[6] Im Unterschied zu den zuvor erwähnten, eher in der Jugendkultur verorteten Kleidungsstilen, ist hier Bekleidung für jede Altersgruppe verbreitet. Fotos von älteren Passanten sind nicht unüblich.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Visionstreetwear.com: History
  2. Streetwear-Websites.com: Streetwear History with Fats “Fatsarazzi” Shariff
  3. Wilfried Ferchhoff: Jugend und Jugendkulturen im 21. Jahrhundert: Lebensformen und Lebensstile. ISBN 3-531-15342-0, S. 207 ff. (online)
  4. Petra Scheiper: Textile Metamorphosen als Ausdruck gesellschaftlichen Wandels, ISBN 3-8350-7012-6, S. 143 ff. (online)
  5. Mode-deal.de: Die perfekte Handtasche im Sommer
  6. Tagesspiegel: Du bist Style
  7. Slate.com: Better Than a Park Bench – street-fashion blogs keep tabs on the world's most stylish pedestrians

Weblinks[Bearbeiten]