Sumerer
Als Sumerer bezeichnet man ein Volk, das im Gebiet von Sumer im südlichen Mesopotamien im 3. Jahrtausend v. Chr. nach heutigem Kenntnisstand erstmals den Schritt zur Hochkultur geleistet hat. Die Bezeichnung Sumerer entstammt dabei aber der akkadischen Sprache, die Sumerer bezeichneten sich selbst als „Schwarzköpfige“.
Sprache [Bearbeiten]
Das Sumerische ist eine isolierte Sprache, deren Gebrauch in Mesopotamien für das 3. Jahrtausend v. Chr. nachgewiesen ist. In vorausgehenden Epochen fehlt die schriftliche Aufzeichnung von Sprache, danach wurde es im Alltagsleben mehr und mehr durch das semitische Akkadisch verdrängt. Als Sprache der Gelehrten wurde es jedoch weiter bis in das 1. Jahrtausend v. Chr. tradiert. Das Sumerische wurde mithilfe der Keilschrift dargestellt, die sich im ausgehenden 4. Jahrtausend zunächst als Bilderschrift entwickelt hatte. Andere altorientalische Völker übernahmen dann später die Keilschrift und passten sie ihren Bedürfnissen an.
Herkunft [Bearbeiten]
Die Herkunft der Sumerer ist mangels sprachlicher Verwandtschaftsbeziehungen und aufschlussreicher Quellen nicht nachvollziehbar. Die Annahme einer Einwanderung der Sumerer aus benachbarten Regionen hat zunehmend an Unterstützung verloren, die Annahme, dass es sich bei ihnen um eine autochthone Bevölkerung handeln sollte, konnte bisher jedoch auch nicht belegt werden.
Literatur [Bearbeiten]
- Gebhard J. Selz: Sumerer und Akkader. Geschichte, Gesellschaft, Kultur. C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-50874-X.
- Dietz-Otto Edzard: Geschichte Mesopotamiens. C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51664-5.
- Helmut Uhlig: Die Sumerer. Lübbe, Bergisch-Gladbach 1992, ISBN 3-404-64117-5.
- Harald Haarmann: Lexikon der untergegangenen Völker. C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52817-1, S. 249–252.
- Harriet Crawford: Sumer and the Sumerians. Cambridge University Press, Cambridge 2004, ISBN 0-521-82596-2.