Suzuki LS 650 Savage

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LS 650 Savage

Die Suzuki LS 650 Savage ist ein Motorradmodell des japanischen Herstellers Suzuki, das von 1986 bis 2000 für den deutschen Markt hergestellt wurde. In anderen Ländern wird ein nur wenig verändertes Modell unter dem Namen Boulevard S40 bis heute angeboten. Die Savage besitzt einen Quadrathuber-Einzylindermotor mit vier Ventilen und einer Ausgleichswelle. Seine Wurzeln reichen bis zur Suzuki DR 600 zurück. Die Kraftübertragung auf das 15-Zoll-Hinterrad wird mithilfe eines Zahnriemens realisiert. Der Motor war bis 1994 in Deutschland nur mit 27 PS erhältlich. Dann gab es auch in Deutschland die international übliche 31-PS-Version. Das Getriebe hatte anfangs vier Gänge, ab 1991 wurde es mit fünf Gängen geliefert. Bis 1988 war auch ein Flachlenker erhältlich.

Die Suzuki LS 650 Savage ist als Chopper konzipiert, dadurch eignet sie sich nicht für hohe Kurvengeschwindigkeiten. Die Savage ist ein robustes, sehr umbaufreundliches Motorrad.

Schwachpunkte des Motorrades[Bearbeiten]

Steuerkettenspannsystem Als Schwachpunkt des Motors gilt das Steuerkettenspannsystem, das spätestens nach einer Laufleistung von ca. 20.000 km überprüft werden sollte. Die Ursache liegt in der Konstruktion des Kettenspanners. Er besteht hauptsächlich aus einer Buchse und einer Zahnstange. Bei fortschreitender (normaler) Längung der Steuerkette fährt die Zahnstange immer weiter aus, um die Kettenlängung auszugleichen und die richtige Spannung zu gewährleisten. Der Spanner fährt immer weiter aus, bis er auseinanderfällt und die Kette nicht mehr unter Spannung hält. Beim Auseinanderfallen des Spanners ist mit einem Motorschaden zu rechnen, der Kolben schlägt dann gegen die Ventile. Oft wird auch von Werkstätten vorsichtshalber der ganze Ventiltrieb ausgetauscht. Häufiges untertouriges Fahren fördert die Längung der Kette.


Nockenwelle Auch die Nockenwelle neigt zum Pitting, bzw. es werden durch den normalen Verschleiß an den Nocken der Welle Gußlunker freigelegt. Gußlunker sind Lufteinschlüsse, die beim Gießen des Teiles entstehen. Durch die dann unebene Oberfläche steigt der Verschleiß an der Stelle stark an und führt zu Folgeschäden am Ventiltrieb.


Anlasserritzel Unter Umständen ist dieser Schaden durch ein heiser-reibendes und schlagendes Geräusch beim Starten erkennbar. Ab dem Baujahr 1996 wurde eine Rutschkupplung beim Anlasser verbaut. Diese soll verhindern, dass der Anlasser beschädigt wird. Die Rutschkupplung ist in der Regel jedoch nachrüstbar und kostet ca. 40 €.


Riemenantrieb Ein weiterer Punkt, der Beachtung verdient, ist das Pulley / vordere Rad des Riemenantriebes. Oft löst sich dessen Befestigungsmutter, und das Antriebsrad des Riemens bewegt sich auf der Welle. Diese Bewegung bewirkt einen Verschleiß / Abrieb sowohl des Rades als auch der Welle. Zum Überprüfen kann der Deckel über dem Riemenrad demontiert werden. Beginnendes Spiel an dieser Stelle kann durch Rost an der Montagefläche des Riemenrades erkannt werden. Wenn sich Rostspuren auf dieser Fläche befinden, sollten zwei Dinge getan werden: 1. den Zustand der Montagefläche des Rades prüfen, ggf. austauschen und/oder die Mutter wieder entsprechend festziehen; 2. den Zustand der Montagefläche der Welle prüfen, von der das Rad angetrieben wird. Bei Bedarf ist die Welle auszutauschen. Weil es die Getriebeausgangswelle ist, wird diese Reparatur teuer. Bereits vorhandenes Spiel bzw. ein bereits gelöstes Riemenrad kann unter Umständen an einem schlagenden Geräusch beim Beschleunigen erkannt werden. Die Ursache wird folgende sein: Das Pulley ist ab Werk lackiert, die Farbe löst sich ab und das erste Spiel ist da. Durch die ständigen Lastwechsel beim Fahren vergrößert sich das Spiel dann ständig. Übertriebene Anzugsdrehmomente helfen daher nicht unbedingt, eher das Entfernen der Farbe vor der Pulleymontage. Ein vorderes Pulley kostet ca. 90 €, eine neue Welle ca. 180 €, deren Einbau jedoch ca. 700–800 €. Es wird empfohlen, die Befestigungsmutter des vorderen Riemenrades alle 6000 km auf Festsitz zu kontrollieren.


Schwingenlager Wichtig ist es auch, die Schwingenlager zu prüfen (wie bei jedem Gebraucht-Motorrad-Kauf). Bei der LS 650 ist speziell das linke Lager interessant. In den Rahmenrohren entsteht über die Zeit ganz normal Kondenswasser. Da das Motorrad jedoch mangels Hauptständer immer auf dem Seitenständer abgestellt wird, sammelt sich ein Teil im linken Schwingenlager und sorgt dort für Korrosion und Verschleiß. Die Schwingenlagerung ist für die Fahrstabilität wichtig.


Reifenalter Viele LS 650 wurden als "Schönwettermotorräder" mit sanfter Fahrweise eingesetzt, daher ist bei relativ geringer Laufleistung trotz des Alters einiger Motorräder die Reifenprofiltiefe noch gut. Die Gummimischung des Reifens wird mit zunehmendem Alter jedoch härter und die Griffigkeit nimmt ab. Daher auch das Reifenalter prüfen.


Darüber hinaus sind natürlich sämtliche Punkte bezüglich der Betriebs- und Verkehrssicherheit zu beachten.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Modell: LS 650
  • Baujahr: 1986–2000
  • Motor: luftgekühlt, 4-Takt, Einzylinder
  • Hubraum: 652 cm³
  • Bohrung x Hub: 94 × 94 mm
  • Leistung: 20 kW bei 5.200/min
  • Drehmoment: 45,8 Nm bei 3.000/min
  • Ventilsteuerung: 4 Ventile, OHC
  • Vergaser: 1 Mikuni 40 mm
  • Getriebe: 4-Gang; ab 1991 5-Gang
  • Sekundärantrieb: Zahnriemen
  • Fahrwerk: Einrohrrahmen
  • Federweg v./h.: 140/80 mm
  • Radstand: 1.480 mm
  • Bremsen v./h.: Scheibe / Trommel
  • Reifen v./h.: 100/90-19/140/80-15 oder 140/90-15
  • Sitzhöhe: ca. 700 mm
  • Tankinhalt: 11 l
  • Ölfüllmenge: 2,1 l (mit Ölfilterwechsel ) Die Angaben in der Betriebsanleitung und im Bucheli sind falsch!
  • Ölverbrauch pro 1.000 km: bis 1 l
  • Gewicht: 171 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Suzuki Savage – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien