Chopper (Motorrad)

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Chopper war ursprünglich ab etwa 1948 in Kalifornien die Bezeichnung für Motorräder (meist der Marken Harley-Davidson und Indian), die stark modifiziert wurden. Das englische Verb to chop bedeutet „(ab)hacken“. Eine der Quellen dieser Subkultur, die Autor Paul D’Orléans "American Folk Art" nennt, war die "Cutdown-Praxis", mit der alte Motorräder handlicher gemacht und optisch aufgepeppt wurden.[1] "Cutdowns" waren ursprünglich eine Sache individueller Schrauber-Kompetenzen. Die Besitzer machten alte, preiswerte Fahrzeuge zu ansehnlichen, besser manövrierbaren Unikaten.[2]

Bobber[Bearbeiten]

Harley-Bobber mit "Ape Hangers"

Der Begriff Bobber bezieht sich auf den „bob“, also den kleinen Außenschwung am unteren Ende des Vorderradschutzblechs an alten Harley-Davidson-Modellen. Neben dem Motortuning war eine der ersten Modifizierungen, die ein Motorrad-Enthusiast in den 1940er und 50er Jahren vornahm, wenn er sein Fahrzeug leichter und damit schneller machen wollte, das originale Vorderradschutzblech nach hinten gedreht über dem Hinterrad zu montieren. Das ursprüngliche Hinterradschutzblech wurde weggelassen, das Vorderrad lief ohne Schutzblech. Solche Fahrzeuge hatten am Heck den „bob“ und hießen deshalb Bobber.

Die Modifizierungen erfolgten ursprünglich, um einerseits das Gewicht zu reduzieren und so die Fahrleistungen zu verbessern. Andererseits sollte das oft als schwerfällig oder schwülstig empfundene Aussehen verbessert werden. Es war die erste Anlehnung von Straßenmotorrädern an typisch amerikanische Rennmaschinen - in diesem Fall Boardtrack-Racer und Hillclimber. Diese Motorräder wurden zunächst als Bobber oder Bobchops bezeichnet. Der Vorgang, aus einem Motorrad einen solchen Bobber zu machen, hieß umgangssprachlich bald „Bob Job“.

„Sie hatten kein Vorderschutzblech, ein gekürztes („gebobbtes“) hinteres Schutzblech und einen kleinen Sitz…“

Paul D’Orléans

Der Bob Job meinte in Summe: Alles Überflüssige wegreißen, demontieren, die Maschine leichter und wendiger machen und ihr über eine eigenwillige Handschrift in der Gestaltung möglichst auch noch einen Gewinn an Style zu verpassen.

Klassischer Chopper[Bearbeiten]

Harley-Davidson „Captain America“ (Nachbau von 1987)
James Dean Tribute Chopper von Walz Hardcore Cycles

Spätestens seit dem Film „Easy Rider“ aus dem Jahre 1969 werden Motorräder im Allgemeinen dann als Chopper bezeichnet, wenn sie mit einer langen, vergleichsweise flach angestellten Vorderradgabel ausgestattet sind. Auch dieses Designmerkmal war ursprünglich an Rennmaschinen angelehnt - in diesem Fall an Drag Bikes, bei denen mittels langen Radstandes und großen Nachlaufs ein stabileres Geradeauslaufverhalten bei hohen Geschwindigkeiten erreicht werden soll. Da bei solchen Drag Races keine Kurven gefahren werden, fiel die damit einhergehende Unhandlichkeit der Sportmotorräder nicht weiter ins Gewicht. Beim Chopper dagegen wird dieses mangelhafte Fahrverhalten zu Gunsten des erwünschten Aussehens in Kauf genommen.

Zu den weiteren klassischen Chopper-Stilmerkmalen zählen hohe Lenker („Buckhorn“, „Apehanger“) sowie vorverlegte Fußrastenanlagen. Auch diese Merkmale verschlechtern das Fahrverhalten und die Beherrschbarkeit, trotzdem sind solche Umbauten sehr häufig anzutreffen.

Eine andere Stilrichtung nennt sich Drag Styler, Digger oder Low Rider. Das Ziel hierbei ist ein möglichst flacher, lang gestreckter Look („long 'n low“) in noch stärkerer Anlehnung an das Aussehen von Drag Bikes. Entsprechend kommen hier statt hohen Lenkern flache Drag Bars zum Einsatz, oft auf nach hinten gezogenen Lenkerklemmböcken (Riser).

X-Rod: Low Rider im Drag Bike-Stil

Von einem Schwedenchopper spricht man bei bestimmten radikal-puristischen Umbauten. In diesem Genre wird gern auf Anbauteile wie Scheinwerfer, Tachometer oder Vorderradbremsen verzichtet oder alternativ wenigstens die zugehörigen Kabel, Wellen und Leitungen innerhalb des Lenkers oder Rahmens verlegt, um den schnörkellosen Anblick derjenigen Teile, die tatsächlich eine zum Fahren unentbehrliche Funktion besitzen, möglichst wenig zu beeinträchtigen. Die Zulassung solcher Fahrzeuge zum öffentlichen Straßenverkehr wirft in Deutschland erhebliche Probleme auf.

Chopper mit Triumph-Motor, die robuste Arbeit eines Enthusiasten, der die Kosten niedrig hielt.

Auch wenn manche Fans heute die Annahme bevorzugen, daß "richtige Chopper" nur auf Harley oder Indian basieren können, waren schon beim Entstehen dieser Subkultur in Amerika genauso europäische und japanische Motorräder mit im Spiel.

In BSA, Triumph oder Norton fanden versierte Schrauber solide Ausgangspunkte zur Modifikation. Yamaha und Honda bewährten sich ebenso wie letztlich alles, was sich günstig kaufen und interessant umgestalten ließ. Gegenüber den teuren Hochglanzprodukten gehen manche Enthusiasten auch back to the roots und bauen Chopper, die sich ein Durchschnittsverdiener leisten kann. Da ist dann das Triebwerk vielleicht noch ein britischer Klassiker oder etwas Preiswertes aus Japan, aus Deutschland.

Factory Custom: Chopper ab Werk[Bearbeiten]

Harley Davidson XL1200 Custom Anniversary Edition 2003

Die Firma Harley-Davidson lehnte zunächst derlei radikale Umbauten ab - nicht zuletzt weil diese Motorradgattung mit kriminellen und gewaltbereiten Rockergangs wie den Hells Angels in Verbindung gebracht wurde. Als das Chopper-Design bald darauf im Geschmack der Massen aufging und die Nachfrage stieg, begann jedoch auch Harley-Davidson, Chopper-Stilmerkmale in einige Serienmodelle einfließen zu lassen. Ab 1984 imitierte man mit der Softail -Hinterradfederung das Aussehen eines ungefederten Starrrahmens, und ab 1988 bot man gar die seit 1948 durch die Teleskopgabel abgelöste sogenannte Springergabel, eine Vorderradführung mit geschobener Kurzschwinge, wieder an.

Der in diesem Zusammenhang von Harley-Davidson geprägte Begriff des „Factory Custom“ stellte im Grunde einen Widerspruch in sich dar. Neben dem angestrebten Design war das ursprüngliche Chopper-Konzept ja auch wesentlich von dem Gedanken geprägt, das einheitliche Aussehen eines Großserienmodells zu verändern und so das eigene Motorrad individuell zu gestalten.

Neudeutung: V-Rod[Bearbeiten]

Die stilprägende Bedeutung von Harley Davidson steht außer Diskussion. Zur Stilgeschichte ist im „Designlexikon USA“ bei Harley Davidson die Einführung des „Teardrop“-Tanks anno 1926 notiert, 1909 gab es das erste V-Twin-Modell.

Die Autoren vermerken für die Motorräder generell: “Bereits in den 30er Jahren erhielten Modelle wie die 74 Big Twin die traditionsbegründete Tropfenform, Resultat eines dominanten Vorbaus mit massiver Gabel.“[3] Sie betonen den Tropfentank extra als eines der Stilmerkmale, weiters zählt für sie dazu der „tiefliegende, zwischen Tank und Hinterreifen eingeklemmte Sitz“.

In diesem Designlexikon wird „die neue, technoide V-Rod“, ein „integrierter Entwurf mit exponierter Rahmenkonstruktion“, als Bruch einer 70-jährigen Formentradition gedeutet, „ohne jedoch die klassische Chopper-Linie aufzugeben.“ Die V-Rod der Modelljahre 2002–2006 wird als „the original V-Rod“ gewertet, dem folgte eine Reihe von Variationen.[4]

Softchopper[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren begannen auch japanische Hersteller auf die Nachfrage nach Choppern zu reagieren. Man versuchte anfangs "normale“ Straßenmotorräder mit choppertypischen Anbauteilen, wie höheren Lenkern, vorverlegten Fußrasten, Chromteilen und teilweise serienmäßigen Soziuslehnen („Sissybar“) für die beabsichtigte Zielgruppe interessant zu machen. Diese werksseitig eher halbherzig umgestalteten Motorräder werden noch heute, oft verächtlich, als „Softchopper“ bezeichnet. Ein typisches Beispiel dafür ist die Yamaha Virago als eine der japanischen Reaktionen auf die amerikanische Subkultur in der eigenen Großserie-Produktion.

Spätere Großserien-Modelle wiesen bald ebenfalls die klassische V2-Motorbauweise Harley-Davidsons auf und auch das gesamte Design näherte sich an die amerikanischen Vorbilder an. Diese japanischen Motorräder im Chopper-Stil waren mit den US-amerikanischen Konkurrenzmodellen auch im Hinblick auf ihr unzeitgemäßes Fahrverhalten vergleichbar - die Fahrwerke waren oft unterdämpft, hatten hinten auf Grund des erwünschten flachen Aussehens meist eine unkomfortabel harte Federung mit wenig Federweg, waren wegen ihrer Fahrwerksgeometrie unhandlich und mit leistungsschwachen Bremsen an der Grenze des rechtlich Zulässigen ausgestattet.

In den 1990ern waren japanische Softchopper und Cruiser Standard auf den europäischen Straßen, die stilprägende Bedeutung Amerikas in diesem Genre allgemein anerkannt. So heißt es etwa in der „Enzyklopädie des Motorrads“[5] auf Seite 253 über die Honda VT 1100 C2 von 1996: „der größte Honda-Chopper im US-Stil“, auf Seite 410 wird die VS 1400 (Intruder) aus dem gleichen Jahr als „Chopper-Suzuki“ vorgeführt.

Cruiser[Bearbeiten]

Kawasaki Indian Drifter
Machte mit James Bond Furore: Der BMW Cruiser (R1200C)
Hauptartikel: Cruiser (Motorrad)

Cruiser ist etwa seit den 1990er Jahren die Bezeichnung für Motorräder, deren Designmerkmale auf US-amerikanische Serienmaschinen von Harley-Davidson, Indian oder Henderson zurückzuführen sind, wie sie etwa seit den 1930er Jahren gebaut wurden. Stilbildende Merkmale sind langer Radstand, breite Bereifung, großvolumiger Motor, großflächige Kotflügel, breiter Lenker sowie vergleichsweise weit vorn angebrachte Trittbretter und die daraus resultierende aufrechte Sitzposition. Durch Umbau solcher Serienmaschinen entstanden ab etwa 1948 die ersten Bobber bzw. Chopper.

Der Cruiser aus dem Laden ist so sehr ein Chopper, wie der Chrysler PT Cruiser ein Hot Rod ist: Für Puristen sicher nicht, aber im allgemeinen Verständnis wird er diesem Genre zugerechnet. Die Industrie vermarktet Fahrzeuge mit den Stilmerkmalen sehr früher Serienmodelle oder subkultureller Originale, beziehungsweise zitiert Fahrzeuge und Flair einer anderen Ära aus Marketinggründen.

Chopper in Österreich[Bearbeiten]

Österreichs Factory Custom: Der KTM Comet Chopper aus der Puch Club Magazin-Session

Im Österreich der 1970er-Jahre gab es praktisch keine Chance, außerhalb von Zentren einen Chopper zu sehen, wie sie die Kinofilme zeigten. Mopeds wurden zwar in diesem Stil modifiziert, das beschränkte sich aber meist auf gestutzte Kotbleche, hohe Lenker, versetzte Scheinwerfer und Sissy Bars, zuzüglich Sonderlackierungen.

In Bahnhofsbuchhandlungen, Zeitungsfachgeschäften und Army Shops wurden amerikanische Magazine angeboten, durch die sich diese Subkultur mit der Vielfalt der Fahrzeuge und Lebensstile kennenlernen ließ. Die Inseratenteile dieser Magazine zeigten, was der Zubhörhandel Amerikas zum Umbau alles anbot.

Im jährlich erscheinenden Katalog der Zeitschrift Motorrad konnten die radikalen AME Chopper bestaunt werden, deren Preise für junge Menschen gewöhnlich viel zu hoch waren. Wer einen Chopper von der Stange kaufen wollte und auf sein Geld achten mußte, war auf Fahrzeuge wie den Fantic Chopper angewiesen.

Der Look des Fantic Chopper stimmte zwar generell, aber das Fahrzeug war sehr schwachbrüstig ausgeführt. Hugo Wilson schreibt in seinem Buch „Motorräder“ treffend, man müsse in Kauf nehmen „selbst bei Vollgas von Rollern überholt zu werden“.[6] Wilson setzt diesen einzigen Chopper unter 300 von ihm beschriebenen Motorrädern ausdrücklich zur „satten, hubraumstarken Harley Davidson“ in Kontrast.

Satt und hubraumstark bei einer ähnlichen Geschichte dieser Subkultur wie in Amerika, das hieß auch in Österreich: Was an alten Motorrädern billig erworben werden konnte, bot sich als Basis für Umbauten und Tuning an.

Allerdings dominierten auf dem Second Hand-Markt in Österreich Puch-Motorräder aus Grazer Produktion. Die Puch 500 oder 800 aus den Kriegsjahren waren nie billig zu haben. Dafür eine Flut von 175ern und als hubraumstärkstes Modell die Puch 250 aus den Nachkriegsjahren. Die waren mit ihren Halbschalenrahmen aus Preßstahl stilistisch für einen Umbau zum Chopper wenig geeignet. Auch die Puch 125 M mit ihrem Rohrrahmen hatte dazu keine gefällige Linienführung.

Einzig Puch Mopeds wurden häufig auf Chopper getrimmt. Darunter am attraktivsten die Puch MC 50, deren Zentralrohrrahmen mit dem per Lederriemen aufgeschnallten, rundlichen Tank und dem leicht frisierbaren Motor eine vorzügliche Basis ergab.

Die Motorrad-Lösung für Leute mit wenig Geld und Schrauber-Fähigkeiten waren zum Beispiel gebrauchte BMW, NSU Consul oder Horex Regina. Auch Triumph oder Matchless eigneten sich gut für eine Umrüstung mit Stufensitzbank, Sissy Bar, Apehanger und schräg hochgezogenen Auspufftöpfen.

Ab den 1980er-Jahren wurden in Österreich japanische Maschinen wie die Yamaha Virago oder Honda Shadow zu den Leitfossilien einer wachsenden Chopper-Welle. In diesem wachsenden Interesse an solchen Fahrzeugen kamen zu den individuellen Bastlern und Schraubern auch immer mehr Profis, die attraktive Chopper und Custom Bikes bauten. Die „weiche“ Version von Großserienfahrzeugen kann mit Angeboten aus dem Zubehörhandel individualisiert werden. Doch harte Gegenpositionen zur Massenware gehen ins Geld.

Im Jahr 1991, als sich japanisch Softchopper längst auf dem Markt etabliert hatten, war im Motorrad-Katalog[7] der billigste AME Chopper (AME SB 700 Street-Bike) mit 21.682,- Mark angeschrieben, der teuerste (AME HAT 1000 Super-Hard-Tail) mit 35.377,- Mark.

Eine Yamaha XV1100 kostete damals im Vergleich 12.143,- Mark, eine Suzuki VS 1400 15.030,- Mark, die Kawasaki VN 15-SE 15.250,- Mark, die kleinere Honda VT 600 C gab es schon für 10.330,- Mark.

Der Sonderfall: Kein österreichisches Produkt kam ab Werk so nahe an die amerikanischen Vorbilder heran, wie der KTM Comet Chopper. Stufensitzbank, hoher Lenker, schrille Lackierung und viel Chrom. In Deutschland wurde dieses Zweirad mit 80 ccm als "Leichtkraftrad" angeboten (StVZO in der Novelle vom 1.4.1980). In Österreich waren nur 50 ccm mit Tempolimit für die rote Nummerntafel ("Rotblech") zulässig und daher führerscheinfrei. Ein 80 ccm-Motor bedeutete: Motorrad, "...weshalb KTM die Comet Chopper hierzulande ab 1981 mit dem robusten, fahrtwindgekühlten 4 Gang-Motor von PUCH bestückte.[8]

Auch hier das für junge Leute brisante Kostenproblem. Aus dem Puch Club Magazin ist zu erfahren: "Die KTM Comet Chopper war für den Großteil der Jugendlichen eine unerreichbare Sensation. Schob man knapp ÖS 22.000,- über den Händlertresen...", hätte man um dieses Geld wahlweise zwei Puch Maxi "oder eine der rotzfrechen und gefährlich schnellen 6 Gang-Monza erwerben" können.[9]

Populärkultur[Bearbeiten]

Hollister und die Folgen[Bearbeiten]

Die „Hollister Riot“ wurden zu einem Event, das die Medien und Hollywood gewinnbringend verwertet haben. Ein dreitägige Gypsy Tour hatte 1947 im amerikanischen Ort Hollister zu Ereignissen geführt, die medial aufgebauscht wurden. Solche Gipsy Tours gab es seit 1917. („In 1917, the Federation of American Motorcyclists (FAM) sanctioned its first official Gypsy Tours.“) [10] Für die Teilnahme wurden Plaketten und Anhänger als Erinnerungsstücke vergeben. [11]

Der Salinas Ramblers Motorcycle Club (American Motorcyclist Association and AMA District 36 chartered club based in Salinas, California) bietet eine Zusammenfassung der Ereignisse und Filmausschnitte auf einer eigenen Page. Da heißt es, der Film „Der Wilde“ sei der „Ground Zero“, also der Punkt an dem die Bombe eingeschlagen habe, für eine Bewegung der „Outlaw Biker“ („This movie is considered ground zero for the outlaw biker movement.“)[12]

Film[Bearbeiten]

Marlon Brando als „Der Wilde“ Johnny Strabler
Freiheitsliebender Patriot: Der Flaggenaufnäher, den Wyatt (Peter Fonda) auf dem Rücken seiner Lederjacke trug

Ein „Lexikon zur populären Kultur“[13] aus dem Jahr 1977 nennt das Genre „Motorradfilme- und Comic“, kommt dabei aber über Der Wilde, Die wilden Engel und Easy Rider noch nicht hinaus, nennt überdies den Comic Ghost Rider. Marlon Brando ist unbestritten der erste bedeutende Protagonist dieses Genres. Eine Liste von Rockerfilmen macht die Dominanz amerikanischer Produktionen in diesem Genre offensichtlich.

Marlon Brando ist als Johnny Strabler in „Der Wilde[14] das erste prominente Role Model für Motorrad-Outlaws mit breiterer Anerkennung des Publikums. In diesem Klassiker spielt Lee Marvin den auffallend wilderen Chino. Der Film bietet außerdem viel Anschauungsmaterial zum Thema Bobber. Im Gegensatz zu diesen rauflustigen Outlaws sind die Helden Wyatt (Peter Fonda) und Billy (Dennis Hopper) in „Easy Rider[15] friedliebende Hippies, die Ärger und Gewalt nicht suchen, sondern meiden.

Strablers Black Rebel Motorcycle Club sucht die Konfrontation mit allen, die anders sind als sie. Billy und Wyatt zelebrieren die Freiheit und zeigen sich eher amüsiert, wenn bürgerlich lebenden Menschen auf sie heftig reagieren.

Die Filmmusik zu „Der Wilde“ ist hauptsächlich Big Band-Sound, hat mit dem Lebensstil der „Rocker“ nichts zu tun. Der Easy Rider-Soundtrack ist dagegen ein großes Manifest der Hippie-Kultur und der Freiheitsliebe, eine Sammlung von Songs verschiedener Interpreten.

Musik[Bearbeiten]

Greaser Boy Michel H. Beaudoin, zirka 1960

Mit Leader of the Pack erzählten The Shangri-Las 1964 exemplarisch die Geschichte vom „Misfit“ Jimmy der „auf der falschen Seite der Stadt“ („wrong side of town“) zuhause ist, also einem anderen sozialen Milieu angehört. Alle sagen, er sei böse, Protagonistin Betty weiß es besser, sie sagt, er sei traurig. In einer regnerischen Nacht bittet sie ihn, langsam zu fahren, weiß nicht, ob er das gehört hat. Der Rudelführer stirbt auf seinem Motorrad.[19]

Die Gegenposition zu dieser Geschichte lieferte Jethro Tull 1976 mit dem Titelsong auf dem Album Too Old to Rock ’n’ Roll: Too Young to Die!, etwa: „Zu alt für Rock & Roll, zu jung zum Sterben“. Der alternde Rocker Ray Lomas schätzte Harley Davidson und Triumph Bonneville. Er verlor über die Jahre seine Kumpel an ein bürgerliches Leben mit Familien. Lomas beendet sein Leben auf dem Motorrad selbst.[20] Wie schon das Album Thick as a Brick, so war auch „Too old...“ mit einem Comic hinterlegt, den der Singer-Songwriter Ian Anderson auf seiner Website zeigt.[21] Im Text heißt es, er sei „der letzte der blaublütigen Greaser Boys“. Der „Greaser Boy“ ist eine prototypische Erscheinung dieser Subkultur.[22]

Nippes und andere Ziergegenstände[Bearbeiten]

Im öffentlichern Raum werden Motorräder häufig als Blickfang für ein Wirtshaus, eine Werkstatt, für einschlägige Betriebe benutzt. Die Assoziationskette "Abenteuerlust, Freiheit und Motorrad" wird dabei auffallend oft in Chopper-Form ausgedrückt, weit seltener mit einem soliden Tourer.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chopper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul D’Orléans: Der Chopper. Die wahre Geschichte. Die Gestalten Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-89955-531-8.
  2. So what is a cutdown? (Abgefragt am 22. November 2014)
  3. Polster, Bernd; Elsner, Tim: Designlexikon USA, Köln, 2002, ISBN 3-8321-5622-4
  4. https://en.wikipedia.org/wiki/Harley-Davidson_VRSC Abgefragt am 3.12.2014
  5. Enzyklopädie des Motorrads.Marken, Modelle, Technik, Bechtermünz Verlag 1996, ISBN 3-86047-142-2
  6. Hugo Wilson: Motorräder. Über 300 Klassiker, Coventgarden 2001, ISBN 978-38310-9051-8. Seite 120
  7. Motorrad Katalog 1991, 22. Ausgabe Jahrgang 1991, Motor Presse Verlag, Stuttgart
  8. Puch Club Magazin Nr. 9/2013, Seite 37
  9. Puch Club Magazin Nr. 9/2013, Seite 38
  10. http://www.weirsbeach.com/Largejpgs/bikeweekguidecovers.html Abgefragt am 30. November 2014
  11. http://www.weirsbeach.com/Largejpgs/gypsytourmerchandise.html Abgefragt am 30. November 2014
  12. http://www.salinasramblersmc.org/history/gypsytour1947.htm Abgefragt am 30. November 2014
  13. Bernt Kling, Georg Seeßlen: „Unterhaltung. Lexikon zur populären Kultur.“ Band 1, Reinbek bei Hamburg, 1977
  14. [http://www.imdb.com/title/tt0047677/
  15. [http://www.imdb.com/title/tt0064276/
  16. https://en.wikipedia.org/wiki/Hells_Angels_on_Wheels Abgefragt am 2. Dezember 2014
  17. https://en.wikipedia.org/wiki/Angels_from_Hell Abgefragt am 2. Dezember 2014
  18. https://en.wikipedia.org/wiki/The_Savage_Seven Abgefragt am 2. Dezember 2014
  19. http://www.oldielyrics.com/lyrics/the_shangri-las/the_leader_of_the_pack.html Abgefragt am 30. November 2014
  20. http://www.azlyrics.com/lyrics/jethrotull/toooldtorocknrolltooyoungtodie.html Abgefragt am 30. November 2014
  21. http://www.jethrotull.com/?portfolio=too-old-to-rock-n-roll-too-young-to-die Abgefragt am 30. November 2014
  22. https://en.wikipedia.org/wiki/Greaser_(subculture) Abgefragt am 30. November 2014