Sven-Åke Johansson

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Nach der Aufführung von „Stadt der 1000 Feuer“ in Mannheim (2014)

Sven-Åke Johansson (* 1943 in Mariestad) ist ein schwedischer Komponist, Musiker, Autor und bildender Künstler.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Johansson begann als Schlagzeuger in Tanzbands, spielte dann in Gruppen um Bobo Stenson und in Spanien und Frankreich mit Ran Blake. Er war dann an der ersten Schallplattenaufnahme des Globe Unity Orchestra beteiligt und wurde 1967 Mitglied des Trios von Peter Brötzmann mit Peter Kowald, mit denen er auch auf dem Album Machine Gun spielte. Er lebt seit 1968 in Berlin und war mit Brötzmann, Kowald, Manfred Schoof und Alexander von Schlippenbach sowie seiner Modernen Nordeuropäischen Dorfmusik an der Entwicklung der europäischen Version von Free Jazz und freier Improvisationsmusik beteiligt. Anschließend nahm er eine erste Soloplatte Schlingerland auf und bildete mit Alfred Harth und Nicole Van den Plas das Trio EMT. Bereits damals verwendete er unübliche Materialien (z. B. Schaumstoff, Telefonbücher usw. für perkussive Effekte). Anschließend konzentrierte er sich auf das noch heute bestehende Duo mit Alex Schlippenbach, in dem er verstärkt Akkordeon spielte und Spontangedichte rezitierte. Bei der Uraufführung seiner Paul Lincke Musik für kleines Ensemble (1977) traten erstmals Conrad Bauer und Ernst-Ludwig Petrowsky in Westberlin auf. Mit letzterem, Hans Reichel und Rüdiger Carl bildete er das Bergisch-Brandenburgische Quartett. In seinem Nordeuropäischen Melodie- und Improvisationsorchester wirkten u. a. Carl Reichel, Wolfgang Fuchs, Radu Malfatti, Maarten Altena und Norbert Eisbrenner mit. In seinem Ol’ Man Rebop Ensemble spielen u. a. Ulrich Gumpert und Axel Dörner. 2001 entstand auf HatHut mit dem Pianisten Per Henrik Wallin das Duoalbum Proclamation I.

Johansson kann nicht auf seine nahezu 40 Platten- und CD-Einspielungen reduziert werden, sondern hat auch mehrere Bücher mit Gedichten und anderen Texten publiziert und ist als Maler (mit zahlreichen Ausstellungen) wirksam in Erscheinung getreten. Außerdem hat er Musikproduktionen wie „Die Harke und der Spaten“ oder „Ueber Ursache und Wirkung der Meinungsverschiedenheiten beim Turmbau zu Babel“ (zusammen mit Alexander von Schlippenbach) initiiert. 1996 führte er ein Konzert für zwölf Traktoren in Leipzig auf, welches 2013 bei den Klangspuren im Tiroler Schwaz erneut aufgeführt wurde.[1] Ferner brachte er in Berlin mit einer prominent besetzten Gruppe sein Bühnenspiel „Die Harke und der Spaten“ zur Uraufführung.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Schlingerland (Atavistic, 1972) solo
  • Six Little Pieces for Quintet (HatHut Records, 1999) mit Axel Dörner
  • Barcelona Series (HatOLOGY, 1999) mit Axel Dörner, Andrea Neumann
  • Die Harke und der Spaten (Umlaut, 2012) mit Axel Dörner, Mats Gustafsson, Per-Ake Holmlander, Sten Sandell, Matthias Bauer, Raymond Strid
  • 1974-2004 (Umlaut, 4 CDs, 2011), mit Per Henrik Wallin

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Kunzler: Jazzlexikon. Band 1. Reinbek 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Röhrt nicht so romantisch! in FAZ vom 2. Oktober 2013, Seite 35