The Plastic People of the Universe

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The Plastic People of the Universe
Plastic People of the Universe (2010) - večer.JPG
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rockmusik
Gründung 1968
Website http://www.plasticpeople.eu/
Gründungsmitglieder
Vratislav Brabenec, Milan Hlavsa, Josef Janíček, Jiří Kabeš, Ivan Martin Jirous
Aktuelle Besetzung
* Josef „Pepa“ Janíček (Klavier, Gesang)
  • Vratislav Brabenec (Klarinette, Bassklarinette, Altsaxofon, Gesang)
  • Jiří Kabeš (Viola, Gesang)
  • Joe Karafiát (seit 1997; Gitarre, Gesang)
  • Ivan Bierhanzl (1978–1979 und 2001–2010; Kontrabass)
  • Ludvík Kandl (seit 1999; Schlagzeug, Gesang)
  • Eva Turnová (seit 2001; E-Bass, Gesang)

The Plastic People of the Universe ist eine tschechische Undergroundband. Die Band macht psychedelische Musik und war einer der Protagonisten des tschechoslowakischen Undergrounds der 1960er und 1970er. Ihre Verhaftung im Jahr 1976 war der Auslöser für die Charta 77.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

The Plastic People of the Universe wurde von dem Schriftsteller Ivan Martin Jirous im September 1968, einen Monat nach der Niederschlagung des Prager Frühlings gegründet. Weitere Gründungsmitglieder waren Vratislav Brabenec, Milan Hlavsa, Josef Janíček, Jiří Kabeš. Der Name der Band stammt von einem Stück auf Frank Zappas Platte Absolutely Free, Plastic People. Die Musik der Plastic People of the Universe war von Zappa, aber auch von The Fugs, Velvet Underground, den Doors und Captain Beefheart beeinflusst. Die Band verweigerte sich konsequent staatlichen Auflagen und spiegelte in Texten und Einstellung eine gegenkulturelle Auffassung wider. Sie verstand sich allerdings nicht als politisch in einem simplen Verständnis und machte in ihren Liedern auch keine explizit politischen Aussagen.

In der Folge der von der Sowjetunion durchgesetzten Normalisierung wurden den Mitgliedern der Plastic People 1970 die Lizenz als Profimusiker entzogen: sie durften mit Konzerten kein Geld verdienen, verloren ihre Instrumente aus Staatsbesitz und den Zugang zu Proberäumen. Auf geliehenen Instrumenten und an selbst gebastelten Verstärkern machten sie jedoch weiter und gaben private Konzerte an abgelegenen Orten, die ausschließlich über Mundpropaganda angekündigt wurden. Es entstand eine Untergrundbewegung, ein Zirkel, in dem sich andere Bands, Sänger, Dichter und Künstler um die Plastic People scharten. Immer wieder gab es zwischen den Anhängern dieser Bewegung und den staatlichen Institutionen Zusammenstöße und Schlägereien, es kam vielfach zu Verhaftungen.

Das Verbot der Gruppe 1976, die Scheinprozesse mit Anklagen nach dem Paragraphen 202 (Erregung „öffentlichen Ärgernisses“), bei denen sie durch Otakar Motejl verteidigt wurden, und die Inhaftierung einiger Mitglieder – Jirous für achtzehn Monate, Pavel Zajíček von der Schwesterband DG307 für zwölf Monate, Brabenec für acht Monate – waren wichtige Gründe für die Entstehung der Charta 77. Auf die Verhaftung folgte eine Kampagne in den staatlichen Medien, in der sowohl die Plastic People speziell, als auch der Underground allgemein als asozial, arbeitsscheu und drogenabhängig dargestellt wurden. Nach der Verhaftung fanden nur noch fünf Konzerte statt, alle im privaten Rahmen – zwei davon im Landhaus von Václav Havel – die aufgrund ihrer notwendigerweise heimlichen Vorbereitung mit Partisanenaktionen verglichen wurden.

1997 spielte die Band anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Charta 77 wieder einige Konzerte. Milan Hlavsa, unterstützt von Lou Reed, spielte 1998 im Weißen Haus anlässlich des Staatsbesuchs von Václav Havel bei Bill Clinton. Hlavsa, der Gründer, Bassist und Songwriter der Plastic People, starb 2001 in Prag an Krebs.

Die Band war eine der ersten Bands im ehemaligen Ostblock, die Stücke progressiver westlicher Rockmusiker und Komponisten wie Jimi Hendrix oder Frank Zappa nachspielten. Lou Reed machte ihnen das Kompliment, dass sie Velvet Underground-Lieder besser spielen als Velvet Underground selbst.

Anlässlich der Feier zum 70. Geburtstag von Václav Havel im Haus der Berliner Festspiele trat die Band am 7. Oktober 2006 in Berlin auf. Im gleichen Jahr wurde Tom Stoppards Stück Rock'n'Roll in London uraufgeführt, in dem die tschechische Gruppe eine wichtige Rolle spielt.

Ivan Bierhanzl schied am 12. Februar 2010 aus der Band aus.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The Plastic People of the Universe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemeldung auf der englischsprachigen Version der Website [1].“