Theodor von Kobbe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Theodor von Kobbe

Theodor Christian Cai von Kobbe (* 8. Juni 1798 in Glückstadt; † 22. Februar 1845 in Oldenburg (Oldenburg)) war ein deutscher Jurist, Menschenrechtler und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Theodor von Kobbe wurde ausweislich der lfd. Nr. 26 des Geburts- und Taufregisters vom Jahre 1798 am 8. Juni geboren und am 14. Juni getauft. Seine Eltern waren Anton Dietrich von Kobbe und Louise Adelaide Christiane geb. Gräfin zu Rantzau-Ahrenberg. Sein Vater bekleidete das Amt des Landvogtes auf der Insel Föhr, seine Mutter war die Tochter des damaligen Uetersener Klosterprobstes Peter zu Rantzau. 1802 wurde die Ehe geschieden. Von 1804 bis 1814 besuchte er in Uetersen die Lateinschule. Nach dem Tod der Mutter 1805 wurde er vom Großvater, der 1809 starb, erzogen. Im gleichen Jahr wurde er Pensionär eines Uetersener Rektors. 1814 wurde Kobbe konfirmiert und verließ Uetersen, um die Hamburger Gelehrtenschule des Johanneums zu besuchen. 1817 ging er zum Jurastudium an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Als Delegierter der dortigen Urburschenschaft nahm er 1818 an der Allgemeinen Burschenschaftversammlung in Jena teil.[1] Dort besuchte er Goethe, was auch in dessen Tagebuch unter dem Vermerk "Koppe von Kiel, In Heidelberg Studierender" festgehalten ist.[2] Im Jahre 1819 besuchte von Kobbe die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und legte dort die Staatsprüfung ab. In Oldenburg trat von Kobbe 1820 eine Stelle als Assessor an und gründete einen Verein zur Verbesserung des Schicksals entlassener Strafgefangener. Er wurde "Anwalt der Armen und Notleidender" genannt und setzte sich rückhaltslos für die Abschaffung der Todesstrafe ein. In jedem Sommer unternahm er weite Reisen und traf sich unter anderem auch mit Heinrich Heine und Ludwig Tieck, mit denen er auch Briefkontakt unterhält. Immer wieder besuchte er auch Uetersen, wo „die Träume der Jugend mein Haupt umkränzten“. Er starb lt. Verzeichnis der im Jahre 1845 im Kirchspiel Oldenburg Verstorbenen am 22. Februar 1845 in Oldenburg und wurde am 28. Februar begraben.

In verschiedenen Publikationen (vgl. z. B. Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, F.A. Brockhaus, Leipzig, 1885) ist er fälschlicherweise als Theodor „Christoph August“ von Kobbe aufgeführt.

Werke[Bearbeiten]

  • Des Burschen Erdenwallen, eine Burleske (1822)
  • Es war ein Dangastischer Urlaub (1825)
  • Die Schweden im Kloster zu Uetersen (1830)
  • Homoristische Blätter (1839)
  • Humoristische Erinnerungen aus meinem academischen Leben in Heidelberg und Kiel 1817-1819, Bremen 1840 (2 Teilbände)[3]
  • Humoresken aus dem Philisterleben (1841)
  • Wanderungen an der Nord- und Ostsee (1841)[4]
  • Das malerische und romantische Deutschland Nordsee und Ostsee (ohne Jahresangabe)
  • Heil dir, o Oldenburg!, Landeshymne des ehemaligen Großherzogtums Oldenburg (1844)
  • Diverse Erzählungen und Novellen, Reiseskizzen, Landschaftsbeschreibungen, juristische und politische Schriften und Lebenserinnerungen.

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Humoristische Erinnerungen aus meinem academischen Leben in Heidelberg und Kiel 1817-1819, S. 150 ff. (Google Books Seitenangabe 50)
  2. Humoristische Erinnerungen aus meinem academischen Leben in Heidelberg und Kiel 1817-1819 Seite 214 ff. (Google Books Seitenangabe 114)
  3. Humoristische Erinnerungen aus meinem academischen Leben in Heidelberg und Kiel (Google Books abgerufen am 25. April 2012)
  4. Wanderungen an der Nord- und Ostsee Theodor von Kobbe und Wilhelm Cornelius

Weblinks[Bearbeiten]