Tillandsioideae

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tillandsioideae
Vriesea splendens Hybride, eine bekannte Zimmerpflanze

Vriesea splendens Hybride
, eine bekannte Zimmerpflanze

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Tillandsioideae
Wissenschaftlicher Name
Tillandsioideae
Burnett

Die Tillandsioideae sind eine Unterfamilie innerhalb der Pflanzenfamilie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die etwa neun Gattungen mit etwa 1100 Arten sind in der Neotropis weitverbreitet.

Hauptmerkmale[Bearbeiten]

Die sehr große Trichterbromelie Alcantarea imperialis
Dreizählige Blüte von Tillandsia viridiflora

Es sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie wachsen meist epiphytisch oder lithophytisch. Zur vegetativen Vermehrung werden Kindel gebildet. Die einfachen Laubblätter sind parallelnervig. Es sind Saugschuppen zur Wasseraufnahme in das Laubblatt vorhanden. Es werden oft auffällige Blütenstände gebildet. Die zwittrigen Blüten sind pentacyclisch und dreizählig. Drei Fruchtblätter sind zu einem Fruchtknoten verwachsen.

Hauptmerkmale der Unterfamilie Tillandsioideae zu den anderen Unterfamilien der Bromeliaceae sind ihre:

  • ihre Blattränder sind immer glatt, während in den anderen Unterfamilien die Blätter oft bewehrt sind
  • oberständigen oder halbunterständiger Fruchtknoten
  • Früchte: es sind Kapselfrüchte
  • Samen: sie haben Flughaare (ähnlich wie bei Löwenzahn).
Aufgeschnittene Blüte im Detail von Vriesea roethii; deutlich zu erkennen die Ligulae, die schuppenartigen Fortsätze an der Basis der Kronblätter, die für die Unterscheidung der Gattungen dieser Unterfamilie wichtig sind

Systematik[Bearbeiten]

Die Systematik der Unterfamilie Tillandsioideae ist wegen der Abgrenzungsproblematik der Gattungen und neuerer phylogenetischer Untersuchungen steten Veränderungen unterworfen.

Zur Unterfamilie Tillandsioideae gehören etwa neun Gattungen mit etwa 1100 Arten. Die Gattung Tillandsia wurde geteilt in: Tillandsien (Tillandsia) und Racinaea. Der Versuch eine weitere Gattung Viridantha Espejo abzutrennen wurde in keiner darauffolgenden Bearbeitung anerkannt. Die Gattung Vriesea wurde geteilt in: Vriesea, Alcantarea und Werauhia.

Die Unterfamilie wird in vier Tribus gegliedert:

  • Tribus Glomeropitcairnieae: Der Fruchtknoten ist halbunterständig. Sie enthält nur eine Gattung:
  • Tribus Tillandsieae: Der Fruchtknoten ist halbunterständig. Sie enthält fünf Gattungen:
    • Guzmania Ruiz & Pav.: Die etwa 200 Arten sind in der Neotropis verbreitet.
    • Mezobromelia L.B.Sm.: Die etwa neun Arten sind hauptsächlich im westlichen Südamerika in den Anden von Kolumbien bis Peru verbreitet. Zwei Arten kommen auch auf karibischen Inseln vor und eine davon ist auch von Costa Rica bis Brasilien verbreitet.
    • Racinaea M.A.Spencer & L.B.Sm.: Die etwa 62 bis 77 Arten sind in der Neotropis weitverbreitet.
    • Tillandsia L. (Syn.: Acanthospora Spreng., Allardtia A.Dietr., Amalia Endl., Anoplophytum Beer, Bonapartea Ruiz & Pav., Caraguata Adanson, Dendropogon Raf., Diaphoranthema Beer, Misandra F.Dietr., Phytarrhiza Vis., Pityrophyllum Beer, Platyshachys Beer, Platystachys K.Koch, Renealmia L., Strepsia Nuttall ex. Steud., Wallisia E.Morren, Viridantha Espejo): Die über 550 Arten sind in der Neotropis weitverbreitet.
  • Tribus Vrieseeae: Der Fruchtknoten ist halbunterständig. Sie enthält drei Gattungen:
    • Alcantarea (E.Morren ex Mez) Harms: Die etwa 30 Arten gedeihen auf Felsaufschlüssen nur im östlichen Brasilien.
    • Vriesea Lindl.: Die fast 200 Arten sind in der Neotropis weitverbreitet.
    • Werauhia J.R.Grant: Die etwa 87 Arten sind in der Neotropis weitverbreitet.
Guzmania-Hybride 'Rana',
Züchter Corn. Bak,
Eltern: G. wittmackii 'Red' × G. lingulata var. cardinalis
eine langblühende Sorte die als Zimmerpflanze verwendet wird

Nutzung[Bearbeiten]

Besonders Arten sowie ihre Sorten und Hybriden der Gattungen Guzmania, Vriesea und Tillandsia werden als Zierpflanzen in frostfreien Gebieten in Parks und Gärten sowie als Zimmerpflanzen verwendet.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Rauh: Bromelien - Tillandsien und andere kulturwürdige Bromelien. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1990, ISBN 3-8001-6371-3.
  • Michael H. J. Barfuss, Rosabelle Samuel, Walter Till, Tod F. Stuessy: Phylogenetic relationships in subfamily Tillandsioideae (Bromeliaceae) based on DNA sequence data from seven plastid regions. In: American Journal of Botany, Volume 92, 2005, S. 337-351: Volltext online.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tillandsioideae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien