Cartago

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Cartago (Begriffsklärung) aufgeführt.
Cartago
9.8575-83.9211432Koordinaten: 9° 51′ N, 83° 55′ W
Karte: Costa Rica
marker
Cartago

Cartago auf der Karte von Costa Rica

Basisdaten
Staat Costa Rica
Provinz Cartago
Stadtgründung 1563
Einwohner 141.524 (Ber. 2003)
   – im Ballungsraum 432.923
Detaildaten
Fläche 44,62 km²
Bevölkerungsdichte 7.546 Ew./km²
Höhe 1432 m
Zeitzone UTC-6
Stadtvorsitz Lic. Rolando Rodríguez Brenes
Website www.muni-carta.go.cr
Basilika in Cartago
Basilika in Cartago

Cartago ist eine Stadt im mittelamerikanischen Staat Costa Rica und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, etwa 22 km östlich der Hauptstadt San José.

Sie befindet sich auf einer Höhe von etwa 1432 m über Meereshöhe am Cartago-Fluss, am Fuße des Vulkans Irazú. Die Bevölkerung belief sich im Jahr 2003 auf 141.524 Einwohner.

Cartago
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
33
 
23
12
 
 
20
 
24
13
 
 
15
 
25
13
 
 
46
 
26
14
 
 
187
 
26
14
 
 
202
 
25
14
 
 
126
 
25
14
 
 
154
 
25
14
 
 
250
 
25
14
 
 
251
 
25
14
 
 
112
 
24
14
 
 
58
 
23
14
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Cartago
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 22,9 23,7 24,9 25,6 25,8 25,3 24,7 25,1 25,4 25,1 24,0 23,0 Ø 24,6
Min. Temperatur (°C) 12,0 12,8 12,9 13,7 14,2 14,3 14,3 14,1 13,9 14,0 14,1 13,7 Ø 13,7
Niederschlag (mm) 33,0 19,7 14,8 46,1 186,8 202,1 126,3 153,9 250,2 250,9 112,3 58,1 Σ 1.454,2
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
22,9
12,0
23,7
12,8
24,9
12,9
25,6
13,7
25,8
14,2
25,3
14,3
24,7
14,3
25,1
14,1
25,4
13,9
25,1
14,0
24,0
14,1
23,0
13,7
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
33,0
19,7
14,8
46,1
186,8
202,1
126,3
153,9
250,2
250,9
112,3
58,1
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: WMO

Geschichte[Bearbeiten]

Der spanische Konquistador Juan Vázquez de Coronado gründete die Stadt Cartago im Jahre 1563 als erste spanische Siedlung im heutigen Costa Rica. Von der Gründung bis zur Unabhängigkeit Costa Ricas im Jahre 1821 war sie Sitz des spanischen Gouverneurs. Die Hauptstadt wechselte zunächst mehrmals zwischen Cartago, San José und Alajuela, wurde aber 1823 durch den ersten gewählten Staatschef Juan Mora Fernández endgültig in das damals kleine Dorf San José verlegt.

1723 wurde die Stadt durch eine Eruption des Irazú zerstört. Größere Erdbeben in den Jahren 1822, 1841 und 1910 führten zu schweren Schäden. Ein weiterer Ausbruch des Vulkans im Jahre 1963 fügte der Stadt ebenfalls schwere Schäden zu. Im Jahr 1907 wurde die Stadt Sitz des neu gegründeten Zentralamerikanischen Gerichtshofs, dieser wurde allerdings aufgrund des Erdbebens von 1910 mit Beginn des Jahres 1911 nach San José verlegt.

Jährlich am 2. August strömen hunderttausende Pilger zur wichtigsten Kirche des Landes, der Basílica de Nuestra Señora de Los Ángeles. In der Kirche wird eine Statue der schwarzen Madonna (La Negrita) aufbewahrt, der Heilkräfte zugesprochen werden.

1971 wurde in Cartago die technische Universität "Instituto Tecnológico de Costa Rica" eröffnet, welche heute zu den prestigeträchtigsten Institutionen in Zentralamerika gehört.

Liste der Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum[Bearbeiten]

Im Park der Stadt befinden sich die Ruinen der Kirche des Apóstol Santiago die zu den nationalen Kulturdenkmälern Costa Ricas zählt. Von der einheimischen Bevölkerung, den "Ticos", wird diese als "Las Ruinas" bezeichnet. Ihr Baubeginn geht auf das Jahr 1575 zurück. Die Erdbeben der Jahre 1630 und 1656 zerstörten den Vorgängerbau, weshalb 1656 mit dem Neubau der Kirche begonnen wurde, der 1662 abgeschlossen und geweiht werden konnte. Zum Neubau dieser Kirche gehörten eine Betkapelle sowie eine Aussegnungskapelle. Weitere Erdbeben 1718 und 1756 führten zu schweren Beschädigungen an der Konstruktion, die jedoch wieder repariert werden konnten. Am 2. September 1841 bebte die Erde in Cartago erneut. Bei diesem als San Antolín bezeichneten Beben wurde die Kirche soweit zerstört, dass sie einem Neubau weichen musste. 1870 wurde unter der Leitung von Luis Llach und dem deutschstämmigen Architekt Francisco Kurtz der Neubau im romanischen Baustil begonnen. Bereits kurze Zeit nach dem Baubeginn wurden die Arbeiten unterbrochen und erst 30 Jahre später zwischen 1903 und 1904 wieder aufgenommen. Das endgültige Aus für die Kirche brachte das Santa-Monica-Erdbeben 1910. Danach entschloss man sich, die Kirche nicht wieder aufzubauen und eine neue Kirche, die Basilika Nuestra Señora de los Ángeles, etwas weiter östlich zu bauen. Die Ruinen der Santiago de Compostela Kirche wurden am 25. August 1982 per Dekret Nr. 13799-C zum Kulturdenkmal Costa Ricas erklärt.

  • Basilika Nuestra Señora de los Ángeles
  • "La Negrita", die schwarze Madonna Costa Ricas. Sie befindet sich von September bis 2. August in der Basilika Nuestra Señora de los Ángeles und danach für einen Monat in der Kathedrale von Costa Rica.
  • Kathedrale Nuestra Señora de El Carmen, Kirche des Bistum Cartago erbaut im Art Déco Stil.
  • Traditionelles Wohnhaus des costaricanischen Staatspräsidenten Jesús Jiménez Zamora (1823–1897), ist im landestypischen Stil erbaut und vollständig erhalten.
  • Colegio San Luis Gonzaga, älteste Hochschule Costa Ricas im neoklassizistischem Baustil.
  • Stadtmuseum - Museo Municipal de Cartago, im ehemaligen Gefängnis der Stadt

Liste der Sehenswürdigkeiten in der Provinz Cartago[Bearbeiten]

  • Nationalpark Vulkan Irazú, höchster Vulkan Costa Ricas (3432 m.ü.M.)
  • Nationalpark Vulkan Turrialba
  • Nationalpark Tapantí, Primärregenwald
  • Valle Orosi, das für den Kaffeeanbau bekannte Tal des Rio Orosi
  • Nationalmonument Guayabo, bedeutendste Präkolumbianische Ausgrabungsstätte Costa Ricas
  • Lancaster Garden, Orchideensammlung
  • Klosterruinen Ujarrás, ein ehemaliger Konvent im Orosital
  • Kirche Orosi, die 1735 im Kolonialstil erbaut wurde und noch vollständig erhalten ist. Ein kleines Museum ist im Nebengebäude untergebracht.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Fotogalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]