Todd Solondz

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Todd Solondz

Todd Solondz (* 15. Oktober 1959 in Newark/New Jersey) ist ein US-amerikanischer Regisseur, Schauspieler, Produzent und Drehbuchautor. Er ist bekannt für seine kontroversen und teils verstörenden Filme.

Lebenslauf[Bearbeiten]

Todd Solondz wuchs auf in Irvington (New Jersey). Nachdem er ursprünglich Rabbi werden wollte, arbeitete er als Bote für die Writers Guild of America, nebenbei begann er aber bereits eigene Drehbücher zu schreiben. Nach seinem Abschluss an der Yale University und einem Abschluss in Film und Fernsehen an der Tisch School drehte er 1985 seinen ersten Kurzfilm Schatt's Last Shot. 1989 folgte der zweite Film mit dem Namen Fear, Anxiety & Depression.

Solondz' Filme handeln sehr oft von den Problemen der suburbanen Welt in den USA, wo er auch selbst aufgewachsen ist. Mit Welcome to the Dollhouse hatte Todd Solondz seinen ersten Erfolg. Der Film handelt von Dawn Wiener, einer ungeschickten und hässlichen Jugendlichen, die in der Schule gequält wird. Zuhause wird sie von ihren Eltern vernachlässigt, da diese ihre niedliche jüngere Schwester liebhaben und verwöhnen.

Happiness, der Nachfolgerfilm von Welcome to the Dollhouse, beschreibt das vorstädtische Milieu in einem ähnlich abscheulichen Licht wie sein Vorgänger. Im Gegensatz zu Welcome to the Dollhouse stellt Solondz' zweiter Film Tabuthemen wie Päderastie und sexuelle Belästigung in den Mittelpunkt. Zwei merkwürdige Figuren des Filmes befremden den Zuschauer. Der erste, Allan, ist ein einsamer 30-Jähriger, der beim Telefongespräch mit Frauen masturbiert. Der zweite, Bill, ist ein Familienvater, der den gleichaltrigen Freund seines Sohnes mit einem ins Essen gemischten Betäubungsmittel anästhesiert, um ihn zu vergewaltigen.

Auch die zwei folgenden Filme Storytelling und Palindrome waren Achtungserfolge in Cineastenkreisen, kamen aber nie zu nennenswerten Zuschauerzahlen – wenn sie überhaupt den Weg bis ins Kino fanden.

2009 erhielt Solondz für seinen Spielfilm Life During Wartime, der eine Fortsetzung der Familiengeschichte von Happiness (mit anderen Darstellern) ist, eine Einladung in den Wettbewerb der 66. Filmfestspiele von Venedig, wo er den Drehbuchpreis gewann.[1] 2011 folgte für Dark Horse eine erneute Einladung in den Wettbewerb der 68. Internationalen Filmfestspiele von Venedig.

Filmografie[Bearbeiten]

Regie und Drehbuch[Bearbeiten]

  • 1985: Schatt's Last Shot
  • 1989: Fear, Anxiety & Depression
  • 1995: Willkommen im Tollhaus (Welcome to the Dollhouse)
  • 1998: Happiness
  • 2001: Storytelling
  • 2004: Palindrome
  • 2009: Life During Wartime
  • 2011: Dark Horse

Produzent[Bearbeiten]

  • 1995: Willkommen im Tollhaus (Welcome to the Dollhouse)

Darsteller[Bearbeiten]

  • 1985: Schatt's Last Shot (als Ezra Schatt)
  • 1986: In Transit (als Musiker)
  • 1988: Married to the Mob (als dummer Reporter)
  • 1989: Fear, Anxiety & Depression (als Ira Ellis)

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Amanda Dorothy Brennan: Eine suburbane Dystopie. Die Repräsentation der amerikanischen Vorstadt in den Filmen von Todd Solondz. Diplomarbeit. Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien, 2013 (PDF-Datei; 1155 KB).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Official Awards bei labiennale.org, 12. September 2009