Writers Guild of America

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Gebäude der Writers Guild of America, west in Los Angeles

Die Writers Guild of America (WGA) ist die gemeinsame Gewerkschaft der Autoren in der Film- und Fernsehindustrie der Vereinigten Staaten.

Sie teilt sich in einen westlichen und östlichen Bereich. Der östliche Bereich gehört zum Gewerkschafts-Dachverband AFL-CIO. Sie zählt zurzeit etwa 12.000 Mitglieder (Stand 2007). Die Gewerkschaft sorgt auch für die Gesundheits- und Pensionsleistungen der Mitglieder. Ebenso kontrolliert sie die Einhaltung des Urheberrechtes.

Mit dem Writers Guild of America Award lobt die WGA einen bekannten Literatur- und Filmpreis aus.

Streik 1988[Bearbeiten]

Am Streik im Jahr 1988 nahmen 9000 Autoren beider Gewerkschaften, der Writers Guild of America, East (WGAE) und der Writers Guild of America, West (WGAW) teil. Der Streik dauerte vom 7. März bis zum 7. August 1988. Es waren sowohl Fernseh- als auch Kinoproduktionen betroffen.

Streik 2007–2008 [Bearbeiten]

Schilder der WGA während des Streiks 2007
Mitglieder der WGA sammeln sich zum Streik am 7. November 2007 am Fox Plaza in Los Angeles

Im November 2007 rief die Writers Guild of America zu einem unbefristeten Streik auf, der bis zum 12. Februar 2008 andauerte. Grund dafür waren gescheiterte Verhandlungen über höhere Tantiemen auf DVD- und Internetverkäufe.[1] Sämtliche anstehenden Fernseh- und Kinoproduktionen ohne fertige Drehbücher konnten bis zum Ende des Streiks nicht weiter fortgesetzt werden.

Manche amerikanischen Fernsehsender hatten für ihre Serien noch genügend Drehbücher auf Vorrat, um auch durch einen länger dauernden Streik zu kommen. Die meisten Serien waren jedoch direkt vom Streik beeinträchtigt und wurden entweder in die frühzeitige Winterpause geschickt und/oder mussten mit verkürzten Staffeln rechnen. Speziell von dem Streik betroffen waren auch Telenovelas und Seifenopern, da deren Drehbücher laufend geschrieben werden müssen. Nach einer Weile setzten Fernsehsender verstärkt auf Wiederholungen, Nachrichten, Reality TV und Sendungen ohne Drehbücher (zum Beispiel Who Wants to Be a Millionaire?).

Da von der siebten Staffel der Fernsehserie 24 noch nicht alle Folgen fertig waren und so keine fortlaufende Ausstrahlung gewährleistet werden konnte, wurde die Ausstrahlung der kompletten Staffel infolge des Streiks um ein Jahr auf den Januar 2009 verschoben.[2]

Die Streikenden wurden auch von vielen Schauspielern unterstützt.[3]

Die Talkshows The Tonight Show und Late Night with Conan O’Brien gingen trotz des andauernden Autorenstreiks ab dem 2. Januar 2008 wieder auf Sendung. Die Showrunner begründeten ihre Entscheidung mit ihrer Verantwortung den Angestellten gegenüber.[4] Die von David Lettermans Produktionsfirma Worldwide Pants produzierten Talkshows gingen ebenfalls am 2. Januar 2008 wieder auf Sendung, nachdem Worldwide Pants und die WGA einen Abschluss basierend auf den Forderungen der Gewerkschaft abschlossen.[5] Einen vorläufigen Vertrag unter ähnlichen Bedingungen schloss das von Tom Cruise geführte unabhängige Filmstudio United Artists Anfang Januar 2008 mit der WGA.[6] Warner Bros. drohte aufgrund des anhaltenden Streiks mit der Streichung von 1000 Arbeitsplätzen. Da die Produktionen zurückgingen, könnten nicht alle Stellen weiter finanziert werden.[7]

Die Produzenten der Gala zur Verleihung der Golden Globe Awards 2008 konnten sich dagegen nicht mit der WGA über eine Aussetzung der Proteste während der am 13. Januar 2008 geplanten Fernsehshow einigen. Nachdem die Schauspielergewerkschaft SAG ihre Solidarität mit den streikenden Drehbuchautoren erklärt und das Fernbleiben aller nominierten Film- und Fernsehschauspieler angekündigt hatte, konnte die Golden-Globe-Verleihung nicht wie geplant stattfinden. Stattdessen wurden die Preisträger im Rahmen einer Pressekonferenz bekanntgegeben.[8] Auch für die Oscarverleihung am 24. Februar 2008 hatte die WGA das Aufstellen von Streikposten angedroht. Der finanzielle Schaden, der durch das Entfallen von Werbeeinnahmen entstand, betrug mehrere Millionen Dollar. Der entfallende Einnahmen-Anteil für die Hollywood Foreign Press Association (HFPA) betrug schätzungsweise 5 Millionen Dollar.[9]

Nach der Aushandlung eines vorläufigen Vertrages mit der AMPTP (Vereinigung der Film- und Fernsehproduzenten) wurde der Streik mit einer Urabstimmung der Autoren am 12. Februar 2008 beendet. Die Autoren kehrten zu ihrer Arbeit zurück, die Verleihung der Oscars fand ungestört statt. [10]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Autorenstreik 2007 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. sueddeutsche.de: Golden Globes abgesagt – Warum Hollywood streiken muss vom 8. Januar 2008
  2. Autorenstreik: Produktionsstatus der US-Serien, Serienjunkies
  3. MSNBC: Robin Williams, Ray Romano support strikers (englisch)
  4. Serienjunkies.de: Conan und Leno gehen wieder auf Sendung
  5. Variety: Letterman deal helps WGA's image
  6. Variety: WGA, United Artists strike deal
  7. sueddeutsche.de: Hollywood auf Eis: Autorenstreik bedroht Jobs vom 10. Januar 2008
  8. Variety: Globes ceremony, parties canceled
  9. sueddeutsche online: Golden Globes abgesagt: Die Solidarität der Stars vom 8. Januar 2008
  10. Comingsoon.net: The Writers Strike is officially over