Tommaso Badia

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Bildnis Tommaso Badias aus dem Jahre 1542

Tommaso Badia auch Thomas de Abbatis de Mutina (* 10. Dezember 1483 in Modena; † 6. September 1547 in Rom) war ein Kardinal der katholischen Kirche. Er war einer der gelehrtesten Dominikaner seiner Zeit und beteiligt an der Entscheidung von Papst Paul III., die Jesuiten anzuerkennen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Badia entstammte der Adelsfamilie Dall'Abbazia[1]. Er trat in jungen Jahren in den Dominikanerkonvent von Modena ein [2] und wechselte um 1520 nach Bologna. Seine Studien absolvierte er zunächst in Ferrara und dann in Venedig.

Wappen von Tommaso Badia

Als Nachfolger von Silvester Mazzolini († 1523) wurde er Meister des Heiligen Palastes (Magister sancti Palatii)[3][4] und als solcher Hofprediger des Papstes und der oberste Verantwortliche für die Zensur. In dieser Funktion zensierte er u.a. im Jahre 1535 die erste Auflage von Sadoletos Kommentar zum Römerbrief, im Jahr darauf die "Problemata" von Francesco Zorzi[5].

1537 war er als Berater von Kardinal Gasparo Contarini beteiligt an der Arbeit einer päpstlichen Reformkommission, die unter der Federführung Contarinis das Consilium de emendanda ecclesia, ein Gutachten mit Reformvorschlägen zur Behebung von Missständen in der römischen Kirche, erstellte. Badia billigte 1539 die Summa Instituti der Jesuiten[6]. Als Ignatius von Loyola in Rom die päpstliche Anerkennung des von ihm ins Leben gerufenen Ordens der Jesuiten betrieb und hierzu mit Unterstützung Contarinis den Entwurf eines Ordensstatuts vorlegte, war Badia 1539 im päpstlichen Auftrag an der Prüfung des Dokuments beteiligt, das im Ergebnis positiv beurteilt und anschließend in die päpstliche Bulle Regimini militantis ecclesiae (27. September 1540) zur Anerkennung des Ordens eingearbeitet wurde. Bei den Religionsgesprächen in Worms 1540 und auf dem Regensburger Reichstag 1541 war Badia jeweils als Disputant beteiligt.

Paul III. teilte Badia am 31. Mai 1542 mit, dass er zum Kardinal erhoben werden solle und ab sofort seinen Wohnsitz in Rom zu nehmen habe[7]. Am 2. Juni 1542 wurde er von Papst Paul III. zum Kardinal ernannt[8], die gleichzeitige Ernennung zum Bischof von Urbino (mit Titularkirche San Silvestro in Capite[9]) lehnte er ab. Er wirkte im Umkreis des Konzils von Trient und veröffentlichte Streitschriften gegen Luther[10]. Auf eigenen Wunsch wurde er nach seinem Tod neben Kardinal Cajetan beigesetzt.

Werke[Bearbeiten]

  • Questiones physicae et metaphysicae
  • Liber de anima
  • Tractatus III: De intensione formarum; De analogia entis; De pluralitate intelligentiarum iuxta Aristotelem
  • Tractatus II: De immortalitate animae; De opinantes
  • De providentia divina
  • De pugna duorum Angelorum homini astantium, ad Gabrielem Ferrarium
  • Tractatus adversum Lutheranorum errores
  • Consilium delectorum cardinalium et aliorum praelatorum de emendanda ecclesia S.D.N. Paulo III petente conscriptum et exhibitum anno 1537 (Denkschrift an Papst Paul III.)

Literatur[Bearbeiten]

  • Giuseppe AlberigoBADIA (Delle Abbazie, Dalla Badia), Tommaso. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 5 (Bacca–Baratta), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1963 (italienisch).
  • Bernabei, Nicola: Vita del Cardinale Giovanni Morone, vescovo di Modena e biografie dei Cardinali Modenesi e di Casa d'Este, dei cardinali vescovi di Modena e di quelli educati in questo Collegio di San Carlo. Modena 1885, S. 175–180
  • Cardella, Lorenzo: Memorie storiche de' cardinali della Santa Romana Chiesa. Rom 1793. Bd. IV, S. 247–249
  • Chacón, Alfonso: Vitæ, et res gestæ Pontificvm Romanorum et S. R. E. Cardinalivm ab initio nascentis Ecclesiæ vsque ad Vrbanvm VIII. Pont. Max. Rom 1630. Bd. II, Spalte 1546
  • Pastor, Ludwig von: Paul III. In: Ders.: Geschichte der Päpste seit dem Ausgang des Mittelalters. Freiburg im Breisgau 1909. Bd. 5, S. 144f.
  • Eubel, Conradus/ Gulik, Guglielmus van: Hierarchia Catholica Medii et Recentioris Aevi, Münster 1935. Bd. III, S. 28, S. 70
  • Pfnür, Vinzenz: Badia, Tommasio. In: Kasper, Walter et. al. (Hg.): Lexikon für Theologie und Kirche. Freiburg im Breisgau et. al. 1993. Bd. 1, Spalte 1349f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tommaso Badia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl.: http://www.fiu.edu/~mirandas/bios1542.htm#Badia
  2. Spotorno, Giovanni Batista: Storia letteraria della Liguria. Genua 1825, S. 122
  3. Novaes, Giuseppe de: Elementi della storia de'sommi pontefici da San Pietro. Rom 1822. Bd. 7, S. 36
  4. Pastor, Ludwig von: Paul III. In: Ders.: Geschichte der Päpste seit dem Ausgang des Mittelalters. Freiburg im Breisgau 1909. Bd. 5, S. 144, Fußnote 1 nennt 10 fl als jährliche Entlohnung.
  5. Vgl.: Pfnür, 1350
  6. Vgl.: Pfnür, Vinzenz: Badia, Tommasio. In: Kasper Walter et. al. (Hg.): Lexikon für Theologie und Kirche. Freiburg im Breisgau et. al. 1993. Bd. 1, 1350
  7. Vgl.: Pastor, S. 144
  8. Sein Kardinalswappen vgl.: http://www.cedoc.mo.it/estense/img/insegne/html/00569.html
  9. Mariani, Antonio Francesco: Vita del patriarca s. Ignazio. Neapel 1857, S. 275
  10. Fontana, B.: Documenti vaticani contro l'eresia luterana in Italia. Archivio della R. Società romana di storia patria. Rom 1892. Bd. 15, S. 132–34