Reichstag (Heiliges Römisches Reich)

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Sitzung des Reichstags in Regensburg im Jahr 1640 (nach einem Stich von Matthäus Merian)

Der Begriff Reichstag bezeichnet ursprünglich die Versammlung der Reichsstände des Heiligen Römischen Reiches. Die neben dem König bzw. Kaiser stehende Körperschaft entwickelte sich seit dem 12. Jahrhundert aus den formlosen Hoftagen und wurde 1495 mittels eines Vertrages zwischen dem Kaiser und den Ständen zu einer festen Institution der Reichsverfassung.

Der Reichstag wurde bis zum 16. Jahrhundert in unregelmäßigen Abständen jeweils in eine Bischofs- oder Reichsstadt einberufen und war das maßgebliche Gegengewicht der Stände gegenüber der kaiserlichen Zentralgewalt. Ab 1663 tagte der Immerwährende Reichstag als ständiger Gesandtenkongress in Regensburg.

Reichsversammlung im Frankenreich[Bearbeiten]

Die Reichstage waren ursprünglich eine Art Heerschau, bei der der König (bzw. der Hausmeier) seine Adligen und deren Gefolgsleute musterte. Diese Reichsversammlungen wurden bereits in den frühen Zeiten des Frankenreiches abgehalten und fanden jeweils im März, später im Mai (daher auch „Maifeld“ genannt), also vor den Kriegszügen des anschließenden Sommers, statt.

Unter Karl dem Großen fand 777 erstmals eine Reichsversammlung inmitten des Landes der Sachsen (in Paderborn) statt, der sein Rivale Herzog Widukind allerdings fernblieb.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Reichstag trat bis 1663 etwa 40- bis 45-mal zusammen und konnte einige Wochen, aber auch mehrere Monate dauern. Er begann – zumindest in seiner nicht-permanenten Zeit – neben zeremoniellen Akten mit der Verlesung der kaiserlichen Proposition, der vom Kaiser vorab festgelegten Tagesordnung, im Reichsrat und endete mit der Verlesung und Beurkundung der Beschlüsse des Reichstages, dem Reichsabschied. Der letzte dieser Reichsabschiede war der Jüngste Reichsabschied (recessus imperii novissimus) aus dem Jahre 1653/54. Dieser Reichstag in Regensburg hatte die Aufgabe, die bei den Friedensverhandlungen von 1648 zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges nicht behandelten Themen zu beraten.

Die Permanenz des Immerwährenden Reichstags nach 1663 wurde nie formell beschlossen, war aber in den Beschlüssen des Westfälischen Friedens angelegt und entwickelte sich allmählich aus diesen. Dieser Reichstag entwickelte sich aber niemals zu einem Parlament oder einer ständischen Volksvertretung. Stattdessen war und blieb er immer die Vertretungsinstitution der Kurfürsten, der fürstlichen und nicht-fürstlichen Reichsstände. Da er ununterbrochen tagte, entwickelte er sich allerdings recht schnell zu einem reinen Gesandtenkongress, auf dem die Reichsstände nur noch relativ selten erschienen.

Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zählt zu den tiefgreifendsten Beschlüssen des Reichstags und gilt als ein zentrales Element der Niedergangsphase des Heiligen Römischen Reichs während der Zeit der Napoleonischen Kriege (1800–1814/15). Eine Äußerung Napoleons aus dieser Zeit, die er gegenüber seinem Außenminister Talleyrand machte, ist wie folgt dokumentiert: Es wird keinen Reichstag mehr geben; denn Regensburg soll Bayern gehören; es wird auch kein Deutsches Reich mehr geben.[2] Der Reichstag existierte noch bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahr 1806.

Die Bezeichnung Reichstag trugen nach 1866 auch das Parlament des Norddeutschen Bundes und ab 1871 das Parlament des Deutschen Reiches.

Zusammensetzung und Organisation[Bearbeiten]

Seit 1489 umfasste der Reichstag drei Kollegien:

  1. Kurfürstenrat: Er stand unter Führung des Kurerzkanzlers, der immer der Erzbischof von Mainz war. Die Zahl der Kurfürsten betrug seit 1356 aufgrund der Bestimmungen der Goldenen Bulle sieben, wurde 1648 (Westfälischer Friede) auf acht und 1692 auf neun erweitert. 1777 sank sie durch Vereinigung zweier Kurfürstentümer wieder auf acht. Eine durch die linksrheinischen Territorialverluste des Reichs zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte grundlegende Umgestaltung (Wegfall der vier linksrheinischen Kurfürstentümer, Neuschaffung von fünf neuen Kurwürden) hatte wegen ihrer Kurzlebigkeit keine Auswirkung mehr.
  2. Reichsfürstenrat: Ihm gehörten die übrigen weltlichen und geistlichen Fürsten sowie die Reichsgrafen, Reichsfreiherren und Reichsprälaten an. Die Führung wechselte zwischen dem Erzbischof von Salzburg und dem Erzherzog von Österreich. Um 1800 hatte das Reichsfürstenkollegium 100 Sitze, die sich auf eine geistliche (37 Mitglieder) und eine weltliche Bank (63 Mitglieder) verteilten. Neben den sogenannten Virilstimmen, die von einzelnen Reichsfürsten geführt wurden, gab es zwei geistliche (rheinisches und schwäbisches Reichsprälatenkollegium) und vier weltliche (niederrheinisch-westfälisches, schwäbisches, fränkisches und wetterauerisches Reichsgrafenkollegium) "Kuriatstimmen", die sich jeweils mehrere Grafen oder Prälaten teilten.
  3. Städterat: Er stand unter dem Direktorium der gastgebenden Stadt des Reichstags, seit 1594 immer Regensburg, und umfasste 51 Sitze für die Reichsstädte, die sich in eine rheinische (hierin auch die Reichsstädte Nord- und Mitteldeutschlands) und eine schwäbische Bank (auch für andere süddeutsche Reichsstädte) gliederten.

Der Reichstag durfte nur vom Kaiser einberufen werden, der aber seit der Wahlkapitulation Karls V. aus dem Jahre 1519 verpflichtet war, vor Versendung der „Ausschreiben“ genannten Einladungsschreiben die Kurfürsten um Zustimmung zu bitten. Der Kaiser hatte ebenfalls das Recht, die Tagesordnung festzulegen. Dabei hatte er aber nur einen geringen Einfluss auf die tatsächlich diskutierten Themen.

Da der Immerwährende Reichstag seit 1663 nicht formell beendet wurde, konnten seine Beschlüsse auch nicht als Reichsabschied erarbeitet werden. Die Beschlüsse wurden deshalb in Form sogenannter Reichsschlüsse niedergelegt. Die Ratifizierung dieser Beschlüsse wurde meist durch den Prinzipalkommissar, den Vertreter des Kaisers beim Reichstag, in Form eines „Kaiserlichen Commissions-Decrets“ durchgeführt. Die Reichsabschiede und Reichsschlüsse behandelten eine große Bandbreite von Themen, bei denen es zu einem Konsens zwischen dem Kaiser und den verschieden Ständen kommen musste. So wurden Fragen des Auf- und Ausbaus der Regierung, Verwaltung, Justiz und des Militärs auf Reichsebene behandelt. Weiterhin wurden Themen behandelt wie die Erhaltung und Wiederherstellung des Landfriedens, die Regelung des friedlichen Nebeneinanders der verschiedenen christlichen Konfessionen, die Erklärung von Krieg und Frieden, die Finanzierung von Reichsinstitutionen und Reichsunternehmungen und die Gestaltung der Wirtschaft im Reich.

Die Entscheidungen wurden in einem langwierigen und komplizierten Entscheidungs- und Beratungsverfahren getroffen. Wenn durch Mehrheits- oder einstimmigen Beschluss Entscheidungen in den jeweiligen Ständeräte getroffen waren, wurden die Beratungsergebnisse ausgetauscht und versucht, dem Kaiser einen gemeinsamen Beschluss der Reichsstände vorzulegen. Wichtig waren dabei die Entscheidungen des Kurfürsten- und Reichsfürstenrates, das Votum des Reichsstädterates war meist von untergeordneter Bedeutung, wenn es überhaupt zur Kenntnis genommen wurde. Die Beratungen selbst fanden in nach den Kollegien getrennten Räumlichkeiten statt. Bei diesen Beratungen galt normalerweise im Gegensatz zum Gesamtgremium das Mehrheitsprinzip.

Auf Grund der immer schwerer werdenden Entscheidungsprozesse wurde auch versucht, die Entscheidung mittels verschiedener Ausschüsse zu erleichtern. In diese Ausschüsse wurden meist Fachleute und Gesandte der Reichsstände entsandt. Daraus entwickelte sich seit dem 16. Jahrhundert eine Elite von Fachleuten und Politikern, die besonders vertraut waren mit den auf den Reichstagen behandelten Themen und Reichsangelegenheiten und über alle Stände hinweg Ansehen genossen.

Nach der Reformation und dem Dreißigjährigen Krieg bildeten sich infolge der Glaubensspaltung im Jahre 1653 das Corpus Evangelicorum und später das Corpus Catholicorum. Diese versammelten die Reichsstände der beiden Konfessionen und berieten getrennt die Reichsangelegenheiten. Der Westfälische Frieden bestimmte nämlich, dass in Religionsangelegenheiten, aber auch auf anderen politischen Gebieten nicht mehr das Mehrheitsprinzip, sondern das Konsensprinzip gelten sollte.

Die Überlieferung der Reichstage vermitteln die Reichstagsakten, welche seit 1858 auf Anregung von Leopold von Ranke von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben werden.

Sitzordnung des Reichstages bei dessen feierlicher Eröffnung



An der Stirnseite sitzt der Kaiser bzw. dessen Prinzipalkommissar und verliest die kaiserliche Proposition, die Tagesordnung des Reichstages.

Hinter dem Kaiser war die Kurfürstenbank, auf der die Kurfürsten bzw. deren Gesandten Platz nahmen.

An der linken Längsseite saßen die weltlichen Reichsfürsten. Deren genaue Sitzordnung war vielfach umstritten.

Kurien des reichstages des Hieiligen Römischen Reiches.jpg



Die geistlichen Reichsfürsten saßen auf der rechten Längsseite des Saales.

Die Vertreter der Reichsstädte verteilten sich über die zwölf im Vordergrund zu sehenden Bänke.

Vor den Reichsstädten war der Platz der Reichstagsschreiber.

Kupferstich von Peter Troschel, 1675

Liste der Reichstage[Bearbeiten]

Zu einzelnen Reichstagsorten und Reichstagen siehe auch Kategorie:Reichstag (Heiliges Römisches Reich)

Jahr Ort Vorsitz Ereignisse
754 Quierzy Pippin der Jüngere
764 Worms Pippin der Jüngere
772 Worms Karl der Große
776 Karl der Große
777 Paderborn Karl der Große Reichsversammlung 777: Sachsen wird in Missionssprengel eingeteilt und wahrscheinlich ein Feldzug nach Spanien beschlossen.
781 Karl der Große Der Bayernherzog Tassilo III. schwört Karl den Treueeid.
782 Lippspringe Karl der Große Reichsversammlung an den Lippequellen: Für Sachsen wird die Grafschaftsverfassung eingeführt und möglicherweise die Capitulatio de partibus Saxoniae erlassen.
784 Karl der Große
786 Worms Karl der Große Der Anführer der Bretonen wird zu Karl gebracht.
787 Worms Karl der Große
788 Ingelheim am Rhein Karl der Große Absetzung Tassilos III.
790 Worms Karl der Große
799 Paderborn Karl der Große Karl der Große trifft mit Papst Leo III. die Vereinbarung über die Kaiserkrönung.
806 Diedenhofen Karl der Große Erlass des Divisio Regnorum (Reichsteilungsgesetz) zur Nachfolgeregelung Karls des Großen für das Frankenreich
817 Aachen Ludwig der Fromme Nachfolgeregelung mit Reichsteilungsplan
819 Ingelheim Ludwig der Fromme
826 Ingelheim am Rhein Ludwig der Fromme Vorladung des Sorbenhäuptlings und Empfang fremder Gesandter
828 Ingelheim am Rhein Ludwig der Fromme
829 Worms Ludwig der Fromme Neuaufteilung des Reiches unter Berücksichtigung der Ansprüche Karls des Kahlen
830 Compiègne Lothar I. Schuldbekenntnis und (vorübergehende) Entmachtung Ludwigs des Frommen
830 Nimwegen Ludwig der Fromme Regelung des Konfliktes zwischen Kaiser Ludwigs des Frommen und seinen Söhnen Lothar, Ludwig dem Deutschen
831 Aachen Ludwig der Fromme Strafgericht über die Empörer des vorigen Jahres
833 Compiègne Lothar I. Verfahren gegen Ludwig den Frommen nach dessen zweiter Absetzung
835 Diedenhofen Ludwig der Fromme Absetzung Ebos von Reims
838 Speyer Ludwig der Fromme
838 Nimwegen Ludwig der Fromme
839 Ingelheim Ludwig der Fromme Ludwig teilt sein Erbe unter den Söhnen Ludwig und Karl
845 Regensburg Ludwig der Deutsche
857 Worms Ludwig der Deutsche
862 Ludwig der Deutsche
868 Worms Ludwig der Deutsche Reichstag und Synode[3]
872 Forchheim Ludwig der Deutsche
874 Forchheim Ludwig der Deutsche Erbfrage und Nachfolgeregelung
881 Karl III.
882 Worms Karl III.
884 Worms Karl III.
885 Karl III.
887 Tribur Karl III. 10.11.: Karl III. flieht vom Reichstag nach Frankfurt, als er erfährt, dass Arnulf von Kärnten auf dem Weg nach Tribur ist.
889 Forchheim Arnulf von Kärnten
892 Forchheim Arnulf von Kärnten Vorbereitung eines Feldzuges gegen die Slawen
894 Regensburg Arnulf von Kärnten
895 Tribur Arnulf von Kärnten
896 Forchheim Arnulf von Kärnten
900 Forchheim Ludwig das Kind wird zum König gewählt.
903 Forchheim Ludwig das Kind Verteilung der Besitztümer des hingerichteten Babenbergers Adalhard
906 Tribur Ludwig das Kind
907 Forchheim Ludwig das Kind Beratung über die Ungarneinfälle in Sachsen und Bayern
907 Fürth (?) [4] Ludwig das Kind 18. März: Ausstellung einer Schenkungsurkunde für die Mutter des Königs, Oda

19. März: Bestätigung eines Gütertausches zwischen dem Kloster Fulda und dem Kloster Echternach[5]

911 Forchheim Wahl Konrads I. zum König
914 Forchheim Konrad I. Beschluss über Krieg gegen den Bayernherzog Arnulf
919 Fritzlar Wahl Heinrichs I. zum König
926 Worms Heinrich I. Burgenerlass
938 Steele Otto I. der Große
952 auf dem Lechfeld bei Augsburg Otto I. der Große Reichstag zu Augsburg: Nach dem ersten Italienzug König Ottos I. wird Berengar II. von Italien zu dessen Vasallen gemacht. Außerdem verurteilt der Reichstag Guntrams den Reichen wegen Hochverrates.
953 Aachen Otto I. der Große
954 Arnstadt Otto I. der Große Die aufständischen Herzöge Liudolf von Schwaben und Konrad der Rote von Lothringen unterwerfen sich Otto. Der sog. Liudolfinische Aufstand ist damit beendet.
961 Forchheim Otto I. der Große
967 Ravenna Otto II.
973 Quedlinburg Otto II.
975 Weimar Otto II.
976 Regensburg
978 Dortmund Otto II. Beschluss des Feldzugs gegen Frankreich im Herbst 978
980 Aachen Otto II.
983 Verona Wahl Ottos III. zum König
29. Juni 984 Rara Kaiserin Theophanu Herzog Heinrich II. von Bayern wird zur Herausgabe Ottos III. gezwungen.[6] Theophanu übernimmt die Regierungsgeschäfte für den minderjährigen König.
985 Frankfurt Kaiserin Theophanu/Otto III. Heinrich von Bayern erhält sein Herzogtum zurück.
991 Quedlinburg Kaiserin Theophanu/Otto III.
993 Dortmund Adelheid/Otto III.
995 Sohlingen Otto III. Ende der vierjährigen Regentschaft Adelheids; Otto III. übernimmt mit 15 Jahren selber die Reichsgeschäfte.
996 Nimwegen Otto III.
1007 Frankfurt Heinrich II.
1016 Frankfurt Heinrich II.
1017 Aachen Heinrich II.
1022 Aachen Heinrich II.
1024 Aachen Konrad II.
1028 Aachen Konrad II.
November 1053 Tribur Heinrich III. Festlegung der Nachfolge von Heinrichs gleichnamigen Sohn
1064 Aachen Heinrich IV.
Januar 1066 Tribur Heinrich IV. Heinrich IV. verweist Adalbert von Bremen auf Drängen des Hofes und nimmt ihm den politischen Einfluss.
1076 Worms Heinrich IV. Heinrich erklärt Papst Gregor VII. für abgesetzt.
1077 Augsburg geplanter Reichstag zu Augsburg zur Schlichtung des Investiturstreites, den Heinrich IV. jedoch durch den Gang nach Canossa vermutlich verhinderte.
1084 Aachen Heinrich IV.
1098 Mainz Heinrich IV.
1099 Aachen Heinrich IV.
1105 Ingelheim Heinrich IV. Erzwungene Abdankung Heinrichs IV.
1119 Tribur/Maaraue Heinrich V. Ein von den Fürsten für Tribur anberaumter Reichstag wird durch Heinrich auf die Maaraue nach Mainz verlegt
1122 Worms Heinrich V.
1126 Speyer Heinrich V. Berufung Norberts von Xanten zum Bischof von Magdeburg
1131 Aachen Lothar III.
1132 Aachen Lothar III.
1146 Speyer Konrad III. Animiert durch die Predigten des Bernhard von Clairvaux an Weihnachten 1146 im Dom zu Speyer beschließt Konrad III. die Teilnahme am Zweiten Kreuzzug.
1147 Frankfurt am Main Konrad III. Während des Reichstags erhebt Heinrich der Löwe Klage gegen die Verleihung Bayerns an Heinrich Jasomirgott durch Heinrich III. (HRR).
1152 Dortmund/Merseburg Friedrich I. Barbarossa
1154 Goslar
1156 Regensburg Friedrich I. Barbarossa Erhebung der Mark Österreich zum Herzogtum mit besonderen Vorrechten
1157 Bisanz Friedrich I. Barbarossa Kardinal Roland verliest ein Schreibens des Papstes Hadrian IV., das die Kaiserkrone als päpstliches Beneficium bezeichnet. Empörung unter den deutschen Fürsten
1158 Augsburg Friedrich I. Barbarossa
1158 auf den Ronkalischen Feldern Friedrich I. Barbarossa Erstellung des Regalienkatalogs zur Wiederherstellung der kaiserlichen Rechte in Italien durch Bologneser Juristen
1165 Würzburg Friedrich I. Barbarossa Würzburger Eide des Kaisers und fast aller Fürsten, nie „Roland“ (Papst Alexander III.) anzuerkennen. Verlobung Heinrichs des Löwen mit Mathilde, der Tochter des englischen Königs Heinrich II.
1165 Aachen Friedrich I. Barbarossa
1168 Bamberg Friedrich I. Barbarossa
und Heinrich VI.
1173 Goslar Friedrich I. Barbarossa
1174 Aachen Friedrich I. Barbarossa
1178 Speyer Friedrich I. Barbarossa Die deutschen Fürsten klagen gegen Heinrich den Löwen.
1179 Worms Friedrich I. Barbarossa Verhandlung über den Streitfall Heinrich des Löwen; dieser erscheint jedoch nicht.
1179 Magdeburg Friedrich I. Barbarossa Über Heinrich den Löwen wird wegen Nichterscheinens vor Gericht (Kontumaz) die Reichsacht verhängt.
1180 Würzburg Friedrich I. Barbarossa Heinrich dem Löwen werden beide Herzogtümer (Sachsen und Bayern) aberkannt.
1180 Gelnhausen Friedrich I. Barbarossa Aufteilung des Herzogtums Sachsen unter den Kölner Erzbischof, Graf Bernhard von Anhalt und den Landgrafen von Thüringen (siehe Gelnhäuser Urkunde)
1181 Erfurt Heinrich VI. Belehnung des Landgrafs Hermann I. von Thüringen mit der Pfalzgrafschaft Sachsen
1183 Worms Friedrich I. Barbarossa
1183 Erfurt Friedrich I. Barbarossa Erfurter Latrinensturz: Der morsche Boden der Dompropstei des Erfurter Marienstiftes bricht unter der Last zusammen und drei Fürsten, fünf Grafen und zahlreiche Ritter kommen in der darunterliegenden Fäkalgrube um. Friedrich I. kann sich durch einen Sprung in eine Fensternische retten.[7][8]
1184 Mainz Friedrich I. Barbarossa Mainzer Hoftag von 1184: Nach seinen Erfolgen gegen Heinrich den Löwen und in der Italienpolitik veranstaltet Friedrich I. einen Hoftag, auf dem nach einem prunkvollen Festessen zahlreiche Geschenke an unzählige Ritter ausgegeben werden und Reitveranstaltungen mit 10.000 Mitgliedern stattfanden. Von politischer Bedeutung waren neben einigen Rangstreitigkeiten unter Friedrichs Gefolgsleuten Verhandlungen mit Heinrich dem Löwen über ein antifranzösisches Bündnis mit England, die jedoch ergebnislos blieben.
1186 Gelnhausen Friedrich I. Barbarossa Information über den Konflikt mit Urban III. und Isolation von Philipp von Heinsberg
1187 Worms Friedrich I. Barbarossa
1188 Mainz Heinrich VI.
24. September 1190 Schwäbisch Hall Heinrich VI. Des Herzogtum Niederlothringen wird aufgelöst, indem Heinrich dem Erben Heinrich von Brabant mitteilt, das Herzogtum gehöre ihm nicht mehr.
1193 Speyer Heinrich VI. Der in der Nähe von Wien gefangen genommene englische König Richard I. Löwenherz wird an Heinrich übergeben und auf der Burg Trifels festgesetzt.
1195 Gelnhausen Heinrich VI. Kardinallegat Johannes von Salerno wirbt für den Kreuzzug des Kaisers.
1196 Frankfurt am Main Heinrich VI.
1204 Aachen Philipp von Schwaben
1205 Speyer Philipp von Schwaben
1209 Würzburg Otto IV.
1213 Speyer Friedrich II. Beisetzung des 1208 in Bamberg ermordeten Onkels, Philipp von Schwaben, im Dom zu Speyer
1213 Eger Friedrich II. Verzicht auf alle königlichen Rechte gegenüber der Kirche
1222 Aachen Friedrich II.
1227 Aachen Friedrich II.
1231 Worms Heinrich (VII.) Heinrich überlässt im Statutum in favorem principum den deutschen Fürsten die meisten der Regalien.
1232 Aquileja Heinrich (VII.)
1234 Frankfurt am Main Heinrich (VII.) Heinrich (VII.) ruft die Inquisitoren zur Mäßigung bei ihrem Vorgehen gegen Häretiker auf und verurteilt damit indirekt auch das Vorgehen Konrads von Marburg, der kurz zuvor ermordet worden war.[9]
1235 Mainz Friedrich II.
1251 Augsburg Konrad IV. (HRR) Konrad IV. ernennt Herzog Otto II. von Bayern zu seinem Stellvertreter.
1269 Worms Richard von Cornwall Richard schließt mit den versammelten Fürsten einen Landfrieden.
1273 Speyer Rudolf I. von Habsburg Rudolf erneuert "seinen Bürgern" von Speyer das Privileg Friedrich Barbarossas von 1182.
1287 Würzburg Adolf von Nassau
1309 Speyer Heinrich VII. Heinrich VII. lässt Adolf von Nassau und Albrecht von Habsburg, die sich 1298 in der Schlacht bei Göllheim als Feinde gegenübergestanden hatten, am 29. August feierlich nebeneinander im Dom beisetzen.
1323 Nürnberg Ludwig der Bayer Nach dem Aussterben der Askanier belehnt Ludwig der Bayer seinen Sohn Ludwig V. mit der Markgrafschaft Brandenburg.
1338 Frankfurt am Main Ludwig der Bayer Ludwig der Bayer verkündet das Mandat Licet iuris, das festhält, dass schon mit der rechtmäßigen Königswahl durch die Mehrheit der Kurfürsten ein Anspruch auf die Kaiserkrönung ohne päpstliche Approbation besteht.
1338 Koblenz Ludwig der Bayer Ludwig und Eduard von England bekräftigen ihr 1337 geschlossenes Bündnis; Ludwig ernennt Eduard zum linksrheinischen Reichsvikar und erkennt ihn als König von Frankreich an.
1349 Speyer Karl IV.
1356 Nürnberg Karl IV. Karl IV. erlässt die Goldene Bulle, die das Reich stabilisieren und zukünftig Machtkämpfe um die Krone eindämmen soll.
1356 Metz Karl IV. Erweiterung und Ergänzung der Goldenen Bulle
1379 Frankfurt am Main Wenzel Beratung mit den vier rheinischen Kurfürsten bezüglich des Abendländischen Schismas und Gründung des Urbansbundes
1380 Aachen Wenzel
1384 Speyer
1389 Eger Wenzel von Luxemburg Landfrieden von Eger: Wenzel schließt mit dem Schwäbischen Städtebund einen für ihn sehr vorteilhaften Frieden, der jedoch die Rebellionen der süddeutschen Städte nicht beenden kann.
1408 Konstanz?
1414 Speyer Sigismund von Luxemburg
1420 Breslau Sigismund von Luxemburg
1425 Wien Sigismund von Luxemburg
1426 Wien Sigismund von Luxemburg
1431 Nürnberg Sigismund von Luxemburg
1433 Basel Sigismund von Luxemburg
1437 Eger Sigismund von Luxemburg
1444 Speyer Friedrich III. Thema sind die seit einiger Zeit marodierenden Armagnaken, die sich jedoch schließlich nach Lothringen zurückziehen.
1453 Regensburg
1454 Frankfurt am Main Friedrich III. Enea Silvio ruft als kaiserlicher Kommissar auf dem Reichstag zum Kreuzzug gegen die Türken auf und führt den seit der Karolingerzeit in Vergessenheit geratenen Begriff „Europa“ wieder ein.[10]
1460 Wien
1466 Nürnberg
1467 Nürnberg
1469 Regensburg
1470 Nürnberg
1471 Regensburg
1474 Augsburg
1486 Frankfurt am Main
26. Januar – 7. Februar 1487 Speyer Friedrich III.
1487 Nürnberg Friedrich III.
1488 Esslingen am Neckar Friedrich III. Am 14. Februar 1488 Verkündung des Schwäbischen Bundes
1491 Nürnberg Maximilian I. Am 6. Juli 1491 Bestätigung des Löwlerbundes
1493 Colmar Maximilian I.
26. März - 7. August 1495 Worms Maximilian I. Reichstag zu Worms (1495): Umfangreiche Reichsreform, beinhaltend den Ewigen Landfrieden, die Gründung des Reichskammergerichts, den Gemeinen Pfennig. Deren Ablehnung durch die Schweiz war einer der Gründe für den Ausbruch des Schwabenkriegs.
1496/97 Lindau (Bodensee) Philipp von Habsburg Einberufen wurde der Reichstag von Maximilian I., wegen dessen Krieg in Italien führte den Vorsitz jedoch sein Sohn Philipp; Tagungsort war der Große Saal im Lindauer Rathaus (heute Altes Rathaus).
1497/98 Freiburg Maximilian I. Reichstag zu Freiburg: Statt der geplanten Klärung der noch strittigen Fragen zur Reichsreform kam man nur zu wenigen Ergebnissen: Einer Kleiderordnung, einer Bettelerlaubnis für arme Menschen und der ersten deutschen Weinordnung. Seine innenpolitischen Interessen konnte Maximilian nicht durchsetzen, dafür musste er in Freiburg hohe Schulden machen und schließlich seine Frau als Pfand zurücklassen.
1500 Augsburg Reichstag zu Augsburg: Schaffung des Reichsregiments als Kontrollorgan der Fürsten über den Kaiser, Erlass der Reichsexekutionsordnung zur Behandlung von Landfriedensbrechern.
1505 Köln Schiedsspruch im Landshuter Erbfolgekrieg: Die posthumen Enkel des verstorbenen Georg von Bayern-Landshut, denen dieser sein Herzogtum vererbt hatte, Philipp und Ottheinrich erhalten das neugeschaffene Pfalz-Neuburg, der Rest des fraglichen Gebietes fällt an die bayerische Linie der Wittelsbacher.
1507 Konstanz
1509 Worms Maximilian I.
1512 Trier/Köln Zu den bereits 1500 geschaffenen sechs Reichskreisen kommen mit dem Burgundischen, dem Österreichischen, dem Obersächsischen und dem Kurrheinischen Reichskreis vier weitere dazu. Kreisfrei bleiben außer Böhmen, der Schweiz und Reichsitalien nur wenige Gebiete.
1518 Augsburg Reichstag zu Augsburg: Vergeblich wird versucht, die Nachfolge des Kaiserenkels Karl zu sichern, auf die antipäpstliche Stimmung im Reich einzugehen und einen Kreuzzug gegen die Muslime zustande zu bringen. Auf dem Reichstag wird außerdem Martin Luther verhört, die Reichsacht gegen die Pfalz aufgehoben und Albrecht von Brandenburg vom Papst die Kardinalswürde verliehen.
1521 Worms Karl V. Reichstag zu Worms: Die habsburgischen Besitzungen werden zwischen Karl V. und Ferdinand aufgeteilt und angesichts der türkischen Bedrohung ein Reichsregiment eingerichtet und eine Reichsmatrikelordnung beschlossen (Reichstürkenhilfe). Außerdem findet die Befragung Martin Luthers statt; schließlich wird das Wormser Edikt erlassen.
1522 Nürnberg
1522/23 Nürnberg
1524 Nürnberg
1525 Augsburg
1526 Speyer Ferdinand I. Reichstag zu Speyer: Der Bruder des Königs bittet die Stände vergeblich um Hilfe gegen die Türkengefahr, diese drängten eher auf eine Behandlung religiöser Fragen. Die Durchführung des Wormser Ediktes wird ihnen schließlich überlassen, die im Gegenzug versprochene militärische Hilfe wird durch den Sieg der Türken bei Mohács obsolet.
1529 Speyer Reichstag zu Speyer: Evangelische Landesfürsten protestieren gegen die Wiedereinsetzung des Wormser Edikts, woher sich der Begriff Protestantismus ableitet, und verweigern weitere Hilfe im Türkenkrieg. Zur Bekämpfung der Täuferbewegung wird auf dem Reichstag das Wiedertäufermandat beschlossen.
1530 Augsburg Reichstag zu Augsburg: Wieder wurden politische Fragen von religiösen überlagert: Der protestantischen Bekenntnisschrift Confessio Augustana wird durch die päpstliche Confutatio Augustana widersprochen, zahlreiche weitere Bekenntnisschriften werden verlesen. Außerdem beschließt Karl V. das erste deutsche Strafgesetzbuch, führt einheitliche Regeln für jüdische und christliche Bankiers ein und verleiht Georg I. Pommern und seinem Bruder Württemberg.
1532 Regensburg Ferdinand I. De jure war dies eigentlich ein Hoftag. Von Bedeutung ist auf diesem besonders die Ratifikation der 1530 beschlossenen Constitutio Criminalis Carolina, der "Peinlichen Halsgerichtsordnung Karls V."
1541 Regensburg
1542 Speyer Ferdinand I. Reichstag zu Speyer: Die Reichsstände beschlossen eine allgemeine Vermögenssteuer zur Finanzierung der Reichsarmee. Die Verhandlungen mit den Protestanten traten in den Hintergrund.
1542 Nürnberg Ferdinand I. Der Vertrag von Nürnberg räumt Herzogtum Lothringen große Selbständigkeit ein. Es kam nicht zu weiteren Resolutionen der Reichsstände.[11]
1543 Nürnberg Ferdinand I.
1544 Speyer Reichstag zu Speyer: Der Kaiser erreicht weitere finanzielle Hilfe für die Franzosen- und die Türkenkriege und suspendiert im Gegenzug verschiedene frühere antiprotestantische Reichsabschiede. Außerdem stellt er ein nationales Konzil in Aussicht. Im Frieden von Speyer verzichtet er auf die dänisch-norwegische Krone und gewährt den Holländern Zugang zur Ostsee.
1545 Worms
1546 Regensburg Karl V. lernt während des Reichstages Barbara Blomberg kennen; ihr gemeinsames Kind Don Juan d'Austria siegt 1571 in der Seeschlacht von Lepanto über die Türken.
1547/48 Augsburg Erlass des Augsburger Interims als Reichsgesetz zur vorläufigen Regelung der religiösen Verhältnisse im Reich nach der Niederlage der Protestanten im Schmalkaldischen Krieg bis zu einem allgemeinen Konzil.
1550/51 Augsburg Reichstag zu Augsburg: Der Plan Karls V., seinen Sohn Philipp II. (Spanien) zum römisch-deutschen König wählen zu lassen, scheitert am Widerstand der protestantischen (Fürstenaufstand) und einiger katholischer Fürsten sowie des bisherigen Königs Ferdinand I., Karls Bruder. Weitere Ergebnisse des Reichstags sind eine allgemeine und unmittelbare Reichssteuer, die Ausweisung von Zigeunern aus dem Reich, ein Gesetz gegen Safranfälschung und eine Reichsmünzordnung.
1555 Augsburg Reichstag zu Augsburg: Der Augsburger Religionsfrieden gewährt den Landesherren Religionsfreiheit, die Bevölkerung muss aber die Religion ihres jeweiligen Fürsten annehmen oder aber auswandern (Cuius regio, eius religio). Als Ausnahme müssen geistliche Territorialherren katholischer Konfession sein (Geistlicher Vorbehalt). Außerdem Bestätigung oder leichte Modifizierung einiger Reichsreformen.
1557 Regensburg
1559 Augsburg Reichstag zu Augsburg: Bei Verhandlungen der protestantischen Fürsten, zu denen auch Reichsstädte hinzugezogen wurden, formierte sich eine protestantische Ständepartei, die unter anderem den Geistlichen Vorbehalt außer Kraft setzen wollte. Ein Streitpunkt war, ob man dafür eine Steuerverweigerung riskieren könne (Position der Kurpfalz) oder weiterhin Reichstürkenhilfe gewähren solle (Position Kursachsens). Außerdem wurde auf dem Reichstag durch den Trienter Fürstbischof Ludwig von Madruzzo eine weitere Reichsmünzordnung erlassen, die jedoch nicht allgemein anerkannt wurde.
1566 Augsburg Reichstag zu Augsburg: Wieder standen religiöse Fragen im Mittelpunkt. Die Kurie lehnte deren Diskussion ab und forderte eine Unterwerfung unter die Beschlüsse des Konzils von Trient. Während der sächsische Kurfürst August erneut Türkenhilfe für den Kampf gegen Johann Sigismund Zápolya gewährte, lehnte er ein Verbot des pfälzischen Calvinismus ab, wodurch dieser faktisch akzeptiert wurde. Außerdem wurde auf dem Reichstag eine erneute Reichsmünzordnung durchgesetzt, die Reichsacht gegen Wilhelm von Grumbach wegen Landfriedensbruchs mit Würzburg auf Johann Friedrich II. von Sachsen ausgeweitet und Ludwig Helmbold mit der Dichterkrone geehrt.
1567 Regensburg
1570 Speyer Maximilian II. Reichstag zu Speyer: Der besiegte Johann Sigismund Zápolya gibt den ungarischen Königstitel an Kaiser Maximilian II. ab und nennt sich fortan nur noch Fürst von Siebenbürgen (Vertrag von Speyer). Das von Johann Friedrich II. von Sachsen 1566 konfiszierte Land wird teilweise an dessen Söhne Johann Casimir und Johann Ernst zurückgegeben. Druckereien außerhalb von Reichs-, Residenz- und Universitätsstädten werden verboten.
1576 Regensburg
1582 Augsburg Reichstag zu Augsburg: Trotz zahlreicher Verwicklungen zwischen katholischen und protestantischen Reichsständen wird erneut eine Reichstürkenhilfe beschlossen. Des Weiteren werden die Befugnisse eines Reichserbmarschalls in der Stadt eines Reichstags und die im Reichsfürstenrat vertretenen Fürstentümer festgelegt sowie die Religionsfreiheit der Reichsstädte eingeschränkt (Aachener Religionsunruhen).
1594 Regensburg Beschluss zur Reichstürkenhilfe, Scheitern der Auslegung des Religionsfriedens im Sinne der evangelischen Stände
1597/98 Regensburg Beschluss zur Reichstürkenhilfe, ergebnislose Konfrontation der Religionsparteien
1603 Regensburg
1608 Regensburg
1613 Regensburg
1640/41 Regensburg Der Erwerb der Reichsstandschaft bedarf nicht mehr der Zustimmung des Reichstages, der Kaiser kann über das Recht auf Sitz und Stimme im Reichstag nicht mehr allein bestimmen.
1653/54 Regensburg Ferdinand III. Jüngster Reichsabschied: Ziel des Reichstags war die Klärung der beim Westfälischen Frieden offen gebliebenen Fragen. Auf dem Reichstag wurden jedoch Auseinandersetzungen um Formalitäten zu Prinzipienfragen erhoben; Ferdinand III. vertagte den Reichstag, nachdem die ersten Verhandlungen für ihn günstig ausgegangen waren. Im Reichsabschied wurden die Beschlüsse des Westfälischen Friedens und die Ergänzungen des Nürnberger Exekutionstages zu verbindlichen Teilen der Reichsverfassung erklärt und die Reichskammergerichtsordnung novelliert.
1663–1806 Regensburg Gesandtenkongress als Immerwährender Reichstag im Regensburger Rathaus
Pausen: während der Pest 1713 Reichstag in Augsburg, später noch einmal kurz in Frankfurt

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Claus Hartmann: Das Heilige Römische Reich deutscher Nation in der Neuzeit 1486–1806. Stuttgart 2005, ISBN 3-15-017045-1. (Sehr informativer Kurzüberblick über das Reich und seine Institutionen)
  • Axel Gotthard: Das Alte Reich 1495–1806. Darmstadt 2003, ISBN 3-534-15118-6
  • Edgar Liebmann: Reichstag. In: Friedrich Jaeger (Hrsg.): Enzyklopädie der Neuzeit, Bd. 10: Physiologie-Religiöses Epos. Stuttgart 2009, Sp. 948–953, ISBN 3-534-17605-7
  • Barbara Stollberg-Rilinger: Des Kaisers alte Kleider. Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches. München 2008, ISBN 978-3-406-57074-2
  • Helmut Neuhaus: Das Reich in der frühen Neuzeit (Enzyklopädie Deutscher Geschichte, Band 42). München 2003, ISBN 3-486-56729-2. (Enzyklopädischer Teil und zusätzlich ausführlicher Überblick über die aktuelle Forschung)
  • Heinz Angermeier: Das alte Reich in der deutschen Geschichte. Studien über Kontinuitäten und Zäsuren. München 1998, ISBN 3-486-55897-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reichstag (Heiliges Römisches Reich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Reichsversammlungen der Jahre 1376-1485, zusammengestellt von Gabriele Annas (PDF)
  • Verzeichnis der Reichsversammlungen und Reichstage der Regierungszeit Maximilians I. (1486–1519) von Dietmar Heil und Reinhard Seyboth, Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (PDF)
  • Reichstage und Reichsversammlungen unter Kaiser Karl V. (1519–1555) von Silvia Schweinzer, Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (PDF)
  • Die Reichsversammlungen 1556–1662. Verzeichnis der Tage mit Daten und Literatur von Josef Leeb und Maximilian Lanzinner, Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (PDF)
  • Heinz Angermeier, Erich Meuthen und Eike Wolgast: Die Reichstagsakten-Edition – Zum Stand des Forschungsunternehmens der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (online)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reinhard Schmoeckel: Bevor es Deutschland gab. Gustav Lübbe Verlag, 2004, ISBN 3-404-64188-4
  2. zitiert nach Kubin, S. 131
  3. vgl. dazu Wilfried Hartmann: Das Konzil von Worms 868. Überlieferung und Bedeutung. (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Philologisch-Historische Klasse, Nr. 105). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1977, ISBN 3-525-82384-3.
  4. Der Ausstellort ist am ehesten, wenn auch keineswegs mit unbedingter Sicherheit, auf Fürth an der Rednitz (bei Nürnberg) zu deuten; vgl. Erich Freiherr von Guttenberg: Das mittelalterliche Fürth im Spiegel der Reichs- und Territorialgeschichte. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Band 6, 1933, Seite 370, Anmerkung 2
  5. Hessisches Staatsarchiv Marburg: Urkunde vom 19. März 907
  6. Manfred Höfer: Die Kaiser und Könige der Deutschen. 6. Auflage, Bechtle Verlag, München und Esslingen 2003 (Sonderausgabe), ISBN 3-7628-0524-5
  7. Ulrich Baron: Auf meinem Thron, da bin ich Kaiser Die Welt, 7. August 2004
  8. St. Winkle: Die Verseuchung der mittelalterlichen Städte (PDF; 439 kB), Hamburger Ärzteblatt 5/1982
  9. Bestimmungen des Frankfurter Hoftages zur Inquisition
  10. R. H. Foerster: Europa – Geschichte einer politischen Idee. Nymphenburger Verlagshandlung Nr. 785 von 1967, Seite 86–87
  11.  Silvia Schweinzer-Burian: Der Reichstag zu Nürnberg 1542. Oldenbourg Verlag, München 2010, ISBN 978-3-486-58733-3, S. 63, 95, 174ff, DNB 990035808 (Google Books).