Trajansbrücke

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Dieser Artikel behandelt die ehemalige römische Brücke über die Donau. Eine moderne Brücke ist die Trajansbrücke (Timișoara) in Rumänien.

44.61861111111122.6675Koordinaten: 44° 37′ 7″ N, 22° 40′ 3″ O

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Trajansbrücke
Trajansbrücke
Die Überreste des Brückenpfeilers auf dem rumänischen Ufer, bei Drobeta Turnu Severin im August 2009. Rund um die Ruine wurde eine Betonwand gebaut, um sie vor dem steigenden Pegel der Donau zu schützen, als das Kraftwerk Eisernes Tor 2 gebaut wurde.
Offizieller Name Ponte di Apollodoro (rumänisch: Podul lui Traian; serbisch: Трајанов мост/Trajanov most)
Nutzung Straßenbrücke
Überführt

Donau

Ort Drobeta Turnu Severin, Rumänien / Kladovo, Serbien
Gesamtlänge 1135
Breite 12
Höhe 19
Fertigstellung zwischen 103 und 105 n. Chr.
Lage
Trajansbrücke (Rumänien)
Trajansbrücke

Die Trajansbrücke (auch Traiansbrücke, Römische Brücke bei Drobeta Turnu Severin oder Apollodorus-Brücke über die Donau) war die erste dauerhafte Brücke über die untere Donau. Sie blieb sowohl hinsichtlich ihrer Gesamtlänge als auch ihrer Bogenspannweiten über ein Jahrtausend lang die längste erbaute Brücke der Welt.[1]

Lage[Bearbeiten]

Sie verband den römischen Ort Zanes mit seinen römischen Befestigungsanlagen Diana und Pontes auf der Südseite der Donau in der Nähe des heutigen serbischen Ortes Kladovo mit dem römischen Militärlager Drobeta auf der Nordseite der Donau in der heutigen rumänischen Stadt Drobeta Turnu Severin. An beiden Ufern existieren noch Reste der gemauerten Pfeiler, die durch Betonmauern und Dämme vor dem Wasser der Donau geschützt wurden, das durch die Stauanlagen des Kraftwerks Eisernes Tor 2 etwas gestiegen ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Darstellung der Brücke auf der Trajanssäule; im Vordergrund Kaiser Trajan bei einer Opferzeremonie

Die Trajansbrücke wurde zwischen 103 und 105 n. Chr. von römischen Truppen zur logistischen Unterstützung des zweiten von Kaiser Trajan organisierten Feldzuges gegen die Daker erbaut. Einer der berühmtesten Architekten seiner Zeit, Apollodor von Damaskus, wurde mit ihrer Planung beauftragt. Die hölzerne Bogenkonstruktion wurde unter Aurelian nach Abzug der Römer aus Dakien, ca. 270 n. Chr., zerstört.

Die Existenz der Brücke konnte durch den Fund der Pfeiler an beiden Ufern und der Pfeilerrest im Wasser bestätigt und lokalisiert werden. Eine Abbildung der Brücke befindet sich zudem auf der Trajanssäule in Rom. Es handelte sich demnach um eine auf steinernen Pfeilern ruhende hölzerne Fachwerkkonstruktion mit ungewöhnlich flachen Segmentbögen, am ehesten vergleichbar mit der Moselbrücke in Trier.

Die Überreste der ursprünglich 20 Brückenpfeiler haben sich bis zum heutigen Tag unter Wasser erhalten. Allerdings haben wiederholte archäologische Untersuchungen in den letzten siebzig Jahren ergeben, dass die historische Bausubstanz immer weiter schwindet: Während 1932 noch sechzehn Pfeiler ausfindig gemacht werden konnten, waren es 1982 zwölf und 2003 nur noch acht.[2]

Moderne Rekonstruktion[Bearbeiten]

Rekonstruktion der Brücke von dem Ingenieur E. Duperrex 1907

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bancila, Radu; Teodorescu, Dragos (1998), "Die römischen Brücken am unteren Lauf der Donau", in: Zilch, K.; Albrecht, G.; Swaczyna, A. et al., Entwurf, Bau und Unterhaltung von Brücken im Donauraum, 3. Internationale Donaubrückenkonferenz, 29–30 Oktober, Regensburg, S. 401–409
  • Galliazzo, Vittorio (1994), "I ponti romani. Catalogo generale", Bd. 2, Treviso: Edizioni Canova, S. 320 – 324 (Nr. 646), ISBN 88-85066-66-6
  • Griggs, Francis E. (2007), "Trajan's Bridge: The World's First Long-Span Wooden Bridge", in: Civil Engineering Practice, Bd. 22, Nr. 1, S. 19–50, ISSN 0886-9685
  • Gušić, Sima (1996), "Traian's Bridge. A Contribution towards its Reconstruction", in: Petrović, Petar, Roman Limes on the Middle and Lower Danube, Cahiers des Portes de Fer, Bd. 2, Belgrade, S. 259–261
  • O’Connor, Colin (1993), "Roman Bridges", Cambridge University Press, S. 142–145 (Nr. T13), 171, ISBN 0-521-39326-4
  • Serban, Marko (2009), "Trajan’s Bridge over the Danube", in: The International Journal of Nautical Archaeology, Bd. 38, Nr. 2, S. 331–342
  • Tudor, D. (1974a), "Le pont de Trajan à Drobeta-Turnu Severin", in: Les ponts romains du Bas-Danube, Bibliotheca Historica Romaniae Études, Bd. 51, Bucharest: Editura Academiei Republicii Socialiste România, S. 47–134
  • Tudor, D. (1974b), "Le pont de Constantin le Grand à Celei", in: Les ponts romains du Bas-Danube, Bibliotheca Historica Romaniae Études, Bd. 51, Bucharest: Editura Academiei Republicii Socialiste România, S. 135–166
  • Ulrich, Roger B. (2007), "Roman Woodworking", Yale University Press, S. 104–107, ISBN 0-300-10341-7
  • Vučković, Dejan; Mihajlović, Dragan; Karović, Gordana (2007), "Trajan's Bridge on the Danube. The Current Results of Underwater Archaeological Research", in: Istros, Nr. 14, S. 119–130

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trajansbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Trajansbrücke. In: Structurae.
  2. Romans Rise from the Waters