Trajansbrücke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Brücke über die Donau. Siehe auch: Trajansbrücke (Timișoara), Rumänien.

44.61454522.626Koordinaten: 44° 36′ 52,4″ N, 22° 37′ 33,6″ O

f1

Trajansbrücke
Trajansbrücke
Die Überreste des Brückenpfeilers auf dem rumänischen Ufer, bei Drobeta Turnu Severin im August 2009. Rund um die Ruine wurde eine quadratische Betonwand gebaut, um sie vor dem steigenden Pegel der Donau zu schützen, als das Kraftwerk Eisernes Tor 1 gebaut wurde.
Offizieller Name Ponte di Apollodoro (rumänisch: Podul lui Traian; serbisch: Трајанов мост/Trajanov most)
Nutzung Straßenbrücke
Überführt

Donau

Ort Rumänien (Drobeta Turnu Severin)/Serbien (Kladovo)
Gesamtlänge 1135
Breite 12
Anzahl der Öffnungen 80
Höhe 19
Fertigstellung zwischen 103 und 105 n. Chr.
Lage
Trajansbrücke (Rumänien)
Trajansbrücke

Die Trajansbrücke (auch Traiansbrücke, Römische Brücke bei Drobeta Turnu Severin oder Apollodorus-Brücke über die Donau) war die erste dauerhafte Brücke über die untere Donau und verband die Ufer des heutigen Rumänien und Serbien. Sie blieb sowohl hinsichtlich ihrer Gesamtlänge als auch ihrer Bogenspannweiten über ein Jahrtausend lang die längste erbaute Brücke der Welt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Trajansbrücke wurde zwischen 103 und 105 n. Chr. von römischen Truppen zur logistischen Unterstützung des zweiten von Kaiser Trajan organisierten Feldzuges gegen die Daker erbaut. Einer der berühmtesten Architekten seiner Zeit, Apollodor von Damaskus, wurde mit ihrer Planung beauftragt. Die hölzerne Bogenkonstruktion wurde unter Aurelian nach Abzug der Römer aus Dakien, ca. 270 n. Chr., zerstört.

Darstellung der Brücke auf der Trajanssäule. Deutlich zu erkennen ist die hölzerne Fachwerkkonstruktion, deren flache Segmentbögen auf hochaufragenden Betonpfeilern ruht; im Vordergrund Kaiser Trajan bei einer Opferzeremonie

Die Existenz der Brücke konnte durch den Fund einer Pfeilerbasis bestätigt und lokalisiert werden. Eine Abbildung der Brücke befindet sich zudem auf der Trajanssäule in Rom (siehe Bild rechts). Es handelte sich demnach um eine auf steinernen Pfeilern ruhende Holztragwerkskonstruktion mit allerdings ungewöhnlich flachen Bögen, am ehesten vergleichbar mit der Moselbrücke in Trier.

Die Überreste der ursprünglich 20 Brückenpfeiler haben sich bis zum heutigen Tag unter Wasser erhalten. Allerdings haben wiederholte archäologische Untersuchungen in den letzten siebzig Jahren ergeben, dass die historische Bausubstanz immer weiter schwindet: Während 1932 noch sechzehn Pfeiler ausfindig gemacht werden konnten, waren es 1982 zwölf und 2003 nur noch acht.[2]

Moderne Rekonstruktion[Bearbeiten]

Rekonstruktion der Brücke von dem Ingenieur E. Duperrex 1907

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bancila, Radu; Teodorescu, Dragos (1998), "Die römischen Brücken am unteren Lauf der Donau", in: Zilch, K.; Albrecht, G.; Swaczyna, A. et al., Entwurf, Bau und Unterhaltung von Brücken im Donauraum, 3. Internationale Donaubrückenkonferenz, 29–30 Oktober, Regensburg, S. 401–409
  • Galliazzo, Vittorio (1994), "I ponti romani. Catalogo generale", Bd. 2, Treviso: Edizioni Canova, S. 320 – 324 (Nr. 646), ISBN 88-85066-66-6
  • Griggs, Francis E. (2007), "Trajan's Bridge: The World's First Long-Span Wooden Bridge", in: Civil Engineering Practice, Bd. 22, Nr. 1, S. 19–50, ISSN 0886-9685
  • Gušić, Sima (1996), "Traian's Bridge. A Contribution towards its Reconstruction", in: Petrović, Petar, Roman Limes on the Middle and Lower Danube, Cahiers des Portes de Fer, Bd. 2, Belgrade, S. 259–261
  • O’Connor, Colin (1993), "Roman Bridges", Cambridge University Press, S. 142–145 (Nr. T13), 171, ISBN 0-521-39326-4
  • Serban, Marko (2009), "Trajan’s Bridge over the Danube", in: The International Journal of Nautical Archaeology, Bd. 38, Nr. 2, S. 331–342
  • Tudor, D. (1974a), "Le pont de Trajan à Drobeta-Turnu Severin", in: Les ponts romains du Bas-Danube, Bibliotheca Historica Romaniae Études, Bd. 51, Bucharest: Editura Academiei Republicii Socialiste România, S. 47–134
  • Tudor, D. (1974b), "Le pont de Constantin le Grand à Celei", in: Les ponts romains du Bas-Danube, Bibliotheca Historica Romaniae Études, Bd. 51, Bucharest: Editura Academiei Republicii Socialiste România, S. 135–166
  • Ulrich, Roger B. (2007), "Roman Woodworking", Yale University Press, S. 104–107, ISBN 0-300-10341-7
  • Vučković, Dejan; Mihajlović, Dragan; Karović, Gordana (2007), "Trajan's Bridge on the Danube. The Current Results of Underwater Archaeological Research", in: Istros, Nr. 14, S. 119–130

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trajansbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Trajansbrücke. In: Structurae.
  2. Romans Rise from the Waters