Trans Europa Express

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Trans Europa Express
Studioalbum von Kraftwerk
Veröffentlichung 1977
Label Klingklang
EMI/Capitol Records
Genre Electro
Anzahl der Titel 8
Laufzeit 42:45 Min.

Besetzung

Chronologie
Radio-Aktivität
(1975)
Trans Europa Express Die Mensch-Maschine
(1978)

Trans Europa Express ist das sechste Studioalbum der Band Kraftwerk. Es erschien 1977 in einer deutschsprachigen und in einer englischen Version, die sich Trans-Europe Express nannte. Das Album ist nach dem Trans Europ Express benannt.

Entstehung und Veröffentlichung[Bearbeiten]

Das Album wurde im bandeigenen Klingklang-Studio von Florian Schneider und Ralf Hütter produziert. Toningenieure waren Peter Bollig, Bill Haverson und Thomas Kuckuck. Es erschien auf dem ebenfalls danach benannten Klingklang-Label; für den Vertrieb waren EMI und Capitol Records verantwortlich. Die Gestaltung des Plattencovers lag in den Händen von Emil Schult; die Vorderseite zeigt je nach Version ein Schwarzweißfoto der Bandmitglieder oder ein farbig gemaltes Porträt der Gruppe. Die Rückseite illustriert einige der Lieder; im Booklet ist eine Collage der Gruppe zu sehen, die an einem Tisch unter einem Baum sitzt.

Auf diesen Album stammten fast alle Kompositionen von Ralf Hütter. Lediglich "Spiegelsaal" und das 0:50 lange "Endlos Endlos" wurden von Ralf Hütter und Florian Schneider komponiert. Die Texte schrieben: "Europa Endlos" (Hütter, Schneider); "Spiegelsaal" (Hütter, Schneider, Schult); "Schaufensterpuppen" (Hütter); "Trans Europa Express" (Hütter, Schult) Als Single aus dem Album wurde Showroom Dummies ausgekoppelt, die englische Version von Schaufensterpuppen; die ursprüngliche B-Seite war dessen französischsprachige Version Les Mannequins. Die Single erfuhr 1978, 1981 und 2007 verschiedene Neuauflagen mit unterschiedlichen B-Seiten.


Das Albencover der 2009 unter dem Namen „Kling Klang Digital Master“ erschienene Neuauflage zeigt auf dem Albencover einen in Schwarzweiß stilisierten TEE-Zug.

Musikalischer Hintergrund[Bearbeiten]

Musikalisch prägend für das Album und die weitere Entwicklung der Band war die Verwendung neuartiger Sequenzer des Typs Synthanorma (siehe Weblinks), mit denen die ständige Wiederholung vorbestimmbarer Muster (Patterns) möglich war. Neben der enormen Länge der Lieder war damit auch eine durchgehende, straffe und programmatische Rhythmik möglich, die jedoch auch eine gewisse maschinell wirkende Monotonie aufwies. Insgesamt präsentierte sich die Musik dadurch wesentlich eingängiger und weniger experimentell-avantgardistisch als auf den Vorgängeralben. Lieder wie Schaufensterpuppen oder Europa Endlos waren somit stilprägend für spätere Generationen elektronischer Popmusik (Techno, Hip-Hop, Elektropop etc.).

Textlich ließ sich die Band durchaus von ihrem mit dem Titel gewählten Thema beeinflussen; so handelt Europa Endlos von einer Reise durch Europa, auf der „Wirklichkeit und Postkartenbilder“ verglichen werden. Das Ambient-artige Spiegelsaal mit seinen bizarr-düsteren Soundeffekten dagegen handelt von der Sichtweise auf und Reflexion über das im Spiegel gegebene Spiegelbild der eigenen Person. In einem Interview sagte Karl Bartos, wie "Schaufensterpuppen", entstand. Journalisten in den 70ern schrieben: "Schaut mal wie diese Leute auf der Bühne. Sie sehen aus wie Showroomdummies, wie Mannequins. Also Schaufensterpuppen".

Trans Europa Express handelt wieder vom namensgebenden modernen Verkehrsmittel und der einfachen und komfortablen Erreichbarkeit verschiedener europäischer Großstädte (Paris, Wien und Düsseldorf werden im Text genannt). Auf der Single und in einem zum Titel gedrehten Musikvideo werden hierzu historische Aufnahmen des 1929 konstruierten Schienenzeppelins bzw. Aufnahmen von einer entsprechenden Spielzeugversion verwendet.[1] Das Lied bildet im Übrigen mit den nachfolgenden Titeln Metall auf Metall und Abzug eine dreiteilige Suite; außerdem sind im grundlegenden, typische Fahrgeräusche eines mit konstanter Geschwindigkeit fahrenden Zuges nachbildenden Rhythmus Parallelen zu David Bowies 1976 erschienenem Album Station to Station zu erkennen (wörtlich heißt es in der englischen Fassung: „From Station to Station back to Dusseldorf City. Meet Iggy Pop und David Bowie.“). Franz Schubert, dem gleichnamigen Komponisten gewidmet, ist ein ruhigeres Instrumentalstück, das nahtlos in Endlos Endlos übergeht.

Rezeption[Bearbeiten]

In Frankreich wurden mehr als 75.000 Exemplare des Albums verkauft.[2] Eine Single-Version des Titelsongs erreichte in den italienischen Charts im August 1977 den 9. Platz.[3] 1982 erschien zusätzlich eine Single von Showroom Dummies, die in der britischen Hitparade den 25. Platz erreichte.

Negative Kritik erfuhr das Album später vom deutschen Magazin Der Spiegel, dort wurde das Werk anlässlich der Veröffentlichung des Albums Computerwelt im Jahr 1981 als „Futuristen-Kitsch“ bezeichnet.[4]

Spätere Anerkennung fand das Werk in zahlreichen Zusammenstellungen der besten oder wichtigsten Werke der Popmusikgeschichte. So wählte die Zeitschrift Rolling Stone das Album in einer Top-500-Liste auf Platz 253; in einer Top-100-Zusammenstellung des New Musical Express erreichte es den 71. Platz. Auch in andere Listen fand das Album Eingang.

1982 coverte Afrika Bambaataa in seinem Lied Planet Rock die Melodie des Titelsongs.

Titelliste[Bearbeiten]

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

  1. Europa Endlos – 9:41 (Musik: Hütter Text: Hütter, Schneider)
  2. Spiegelsaal – 7:56 (Musik: Hütter, Schneider Text: Hütter, Schneider, Schult)
  3. Schaufensterpuppen – 6:17 (Musik und Text: Hütter)
  4. Trans Europa Express – 6:36 (Musik: Hütter Text Hütter, Schult)
  5. Metall auf Metall – 1:46 (Musik: Hütter)
  6. Abzug – 5:18 (Musik: Hütter)
  7. Franz Schubert – 4:25 (Musik: Hütter)
  8. Endlos Endlos – 0:45 (Musik: Hütter, Schneider)

Englische Fassung[Bearbeiten]

  1. Europe Endless – 9:35
  2. The Hall of Mirrors – 7:50
  3. Showroom Dummies – 6:10
  4. Trans-Europe Express – 6:40
  5. Metal on Metal – 6:52
  6. Franz Schubert – 4:25
  7. Endless Endless – 0:55

Zusätzlich existierte noch eine französische Fassung, die im Wesentlichen der Englischen entsprach. Aus Schaufensterpuppen bzw. Showroom Dummies wurde jedoch ein auf französisch gesungenes Lied namens Les Mannequins. Weiterhin ist anzumerken, dass auf der englischen und französischen Fassung die Stücke Metall auf Metall und Abzug zu Metal on Metal zusammengefasst wurden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Musikvideo Trans Europe Express im Portal YouTube, abgerufen am 9. September 2012
  2. top.france.free.fr
  3. www.hitparadeitalia.it
  4.  Blubber von der Datenbank. In: Der Spiegel. Nr. 24, 1981 (online).

Weblinks[Bearbeiten]